Arbeitspakete

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WP 1: Koordination, Integration, theoretische Weiterentwicklung

In WP 1 wird die empirische Arbeit der Projektbeteiligten in inter- und transdisziplinärer Perspektive koordiniert. Dazu gehört die Bereitstellung einer Basisinfrastruktur im Projektgebiet, die Koordination der lokalen Stakeholder Inputs, die Organisation der gemeinsamen Forschungsphasen sowie die Gestaltung des interdisziplinären Forschungsprozesses und die Zusammenführung und Reflexion des Forschungsprozesses und der Forschungsergebnisse.

Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Institut für Diversitätsforschung, Sozialwissenschaftliche Fakultät

Prof. Dr. Rainer Marggraf
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Abteilung Umwelt- und Ressourcenökonomik, Fakultät für Agrarwissenschaften

WP 2: Promotionsprogramm "Diversity Turn in der Nachhaltigkeitsforschung"

WP 2 ist für die Entwicklung eines neuen Göttinger Promotionsprogrammes "Diversity Turn in der Nachhaltigkeitsforschung" verantwortlich. Die zentralen Elemente des Programmes bilden Trainings zu Diversity- und Nachhaltigkeitskompetenz, Workshops zu transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie forschungsbegleitende Reflexionsworkshops, um die Projekte der Teilnehmenden entsprechend einer diversitätsbewussten Nachhaltigkeitsperspektive auszurichten und Herausforderungen bei deren Umsetzung zu bearbeiten. In dem Zertifikatsprogramm wird zudem die Expertise von Projektbeteiligten und weiteren Wissenschaftler*innen der Universität Göttingen sowie von Gastreferierenden einbezogen.

Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Institut für Diversitätsforschung, Sozialwissenschaftliche Fakultät

Prof. Dr. Rainer Marggraf
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Abteilung Umwelt- und Ressourcenökonomik, Fakultät für Agrarwissenschaften

WP 3: Machtverhältnisse

WP 3 untersucht die dispositiven Auswirkungen des vertikal integrierten Vanille-Anbaus auf die Machtverhältnisse

  • innerhalb von Vanille-anbauenden Haushalten,
  • zwischen Vanille-anbauenden Haushalten inklusive dörflicher Eliten sowie
  • zwischen einzelnen Haushalten und dörflichen Gemeinschaften und ihren Handelspartnern.

Dabei werden relevante Ungleichheitsdimensionen identifiziert und in ihrem Zusammenspiel untersucht. WP 3 erweitert so die Forschungen zu den Gender-Implikationen von unterschiedlich stark integrierten Wertschöpfungsketten durch die Exploration weiterer relevanter Ungleichheitsdimensionen, entwickelt damit das Instrumentarium intersektionaler Analyseperspektiven weiter und macht es für die transformative Nachhaltigkeitsforschung anschlussfähig.

Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Institut für Diversitätsforschung, Sozialwissenschaftliche Fakultät

WP 4: Vertragsoptionen und betriebswirtschaftliche Randbedingungen

WP 4 analysiert die betriebswirtschaftlichen Randbedingungen der jetzigen und potenziell neuen Handlungsmöglichkeiten der Vanille-produzierenden kleinbäuerlichen Haushalte im Projektgebiet, insbesondere in Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlichen Teilprojekten. WP 4 stellt zudem aus den Daten des Basissurveys einen multi-dimensionalen Armuts-Indikator bereit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Abschätzung von Präferenzen der bereits mit Symrise zusammen arbeitenden Haushalte zu möglichen vertraglichen Vertiefungsoptionen für die vertikale Integration der Vanilleproduktion.

Prof. Dr. Jan Barkmann
Hochschule Darmstadt
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Abteilung Umwelt- und Ressourcenökonomik, Fakultät für Agrarwissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen

WP 5: Vertrauensaufbau als dynamische Bestimmungskomponente für kleinbäuerliches Handeln

Vertrauen ist ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Geschäftsbeziehungen (Welter, 2012) und der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung (Knack und Keefer, 1997; Horváth, 2013). Unser Forschungsvorhaben untersucht, wie die oben genannten Faktoren die Entwicklung von Vertrauen in einer Gemeinschaft im nördlichen Madagaskar beeinflusst und wie sie sich auf die Beziehung mit der Symrise AG auswirken. Dieses Projekt befasst sich mit den folgenden Fragestellungen: Welche Rolle spielt Vertrauen für den Aufbau und das erfolgreiche Führen von Geschäftsbeziehungen? Wie wirkt sich die Bildung von Kooperativen auf das Vertrauen, die Zusammenarbeit und den sozialen Zusammenhalt zwischen Mitgliedern einer Gemeinschaft (z.b. einer Gemeinde) aus? Wie beeinflusst die vertikale Integration bestehende Netzwerke gegenseitiger Unterstützung?

Prof. Marcela Ibañez Diaz, Ph.D
Courant Forschungszentrum "Armut, Ungleichheit und Wachstum in Entwicklungsländern"

WP 6: Kompetenzen für das rurale Madagaskar

WP 6 untersucht die Voraussetzungen für die Integration BNE-relevanter Inhalte mit lokalem Bezug in den Grundschulunterricht wie z. B. den Vanilleanbau im Nordosten Madagaskars (SAVA-Region). Analysiert werden insbesondere die Inhalte der aktuellen nationalen Curricula für madagassische Grundschulen und das konzeptuelle Wissen von Grundschullehrkräften im Zusammenhang mit Problemsituationen Nachhaltiger Entwicklung.
Die Analysen erfolgen entlang relevanter Diversitätsdimensionen (vgl. WP 3). Eingesetzt werden u. a. etablierte Instrumente, die an lokale Herausforderungen Nachhaltiger Entwicklung angepasst werden (u. a. beforscht in WP 4, 7-10).
Das Vorhaben liefert Erkenntnisse für die Schul- und Lehrer*innenbildung und über Potentiale zur Ausgestaltung lokal relevanter Curricula in der SAVA-Region. Darüber hinaus werden Transferpotentiale für vergleichbare Regionen ausgelotet.

Prof. Dr. Susanne Bögeholz
Didaktik der Biologie, Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften, Fakultät für Biologie und Psychologie

WP 7: Tierhaltung als Maßnahme zur Einkommensdiversifizierung

Viele rurale Haushalte in Madagaskar halten Tiere zur Selbstversorgung oder zur Nutzung der Zugkraft; zum Teil haben sie auch eine Versicherungsfunktion. WP 7 vergleicht die Nutztierhaltung von Haushalten, die formal in die Vanilleproduktion eingebunden sind mit der solcher Familien, die außerhalb dieser Wertschöpfungskette agieren. Neben der Untersuchung der Tierhaltung an sich (Tiermanagement, Fütterung, Gesundheitsvorsorge, Züchtungsstrategien) werden Veränderungen in den Tierzahlen während der letzten zehn Jahre erfasst und die entsprechenden Gründe ermittelt. So soll geklärt werden, ob Unterschiede in der Tierhaltung durch die (Nicht-)Integration der Haushalte in die Vanille-Wertschöpfungskette oder durch andere Faktoren bedingt sind. In Zusammenarbeit mit WP 4 wird weiterhin ermittelt, welche Auswirkungen eine Ausweitung und/oder Optimierung der Tierhaltung auf die Einkommensdiversifizierung und Ernährungssicherheit der Haushalte hat.

Prof. Dr. Eva Schlecht
Animal Husbandry in the Tropics and Subtropics
Faculty of Organic Agricultural Sciences, Universität Kassel / Fakultät für Agrarwissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen

WP 8: Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen für eine agrarökologisch optimierte Landnutzung

Im Gegensatz zu globalen Trends spielt die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft nach wie vor eine wichtige Rolle in Madagaskar. Wissen über ein nachhaltiges Landnutzungsmanagement ist dringend erforderlich, um die Erhaltung der Biodiversität zu unterstützen. In WP 8 schließen wir diese Forschungslücke, indem wir den Wert des Vanilleanbaus für die Biodiversität erheben. Anhand von Schmetterlingen, Ameisen und krautigen Pflanzen als Fokustaxa führen wir einen Biodiversitätsvergleich der vorherrschenden Landnutzungssysteme in der SAVA-Region durch. Mithilfe von funktionellen Merkmalen der verschiedenen Taxa beleuchten wir im Detail die Reaktionen von Biodiversität auf verschiedene Landnutzungsänderungen. Zusätzlich untersuchen wir Prädationsmuster als Maß für Ökosystemintegrität, um die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen entlang eines Landnutzungsgradienten darzustellen. Biodiversitätsdaten werden anhand lokalen Strukturdaten (z. B. Bedeckungsgrad) und Landschaftsparametern (z. B. Waldbedeckung) analysiert, um Muster lokaler Biodiversität zu erklären. Um die Bedeutung der Landnutzungsgeschichte für die Biodiversität zu erforschen, stellen wir unterschiedlich bewirtschaftete Vanilleanbauformen (auf Brache angepflanzte vs. in den Wald gepflanzte Vanille) gegenüber. Unser Ziel ist es, das Wissen über den Vanilleanbau zu erweitern, um Empfehlungen zum Schutz der biologischen Vielfalt und einer nachhaltigen Landnutzung im Nordosten Madagaskars zu entwerfen.

Prof. Dr. Teja Tscharntke und Dr. Ingo Grass
Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung Agrarökologie, Fakultät für Agrarwissenschaften

WP 9: Schutz biologischer Vielfalt

Wir untersuchen die lokalen bis regionalen Auswirkungen verschiedener Arten des Vanilleanbaus sowie alternativer Landnutzungen (z. B. Brandrohdungen, Nassreis) auf die Erhaltung der Biodiversität. Dazu erheben wir Schlüsselindikatoren: Vögel werden mittels Punktzählungen und automatisierten Tonaufnahme erfasst, Amphibien und Reptilien mittels zeitgenormten Transekten.
Die flächenbasierten Biodiversitätsdaten werden dann entlang eines Kronenschlussgradienten innerhalb der Vanille sowie vergleichend unter den Landnutzungstypen analysiert. Angesichts der Heterogenität der Landschaft werden wir die flächenbasierte Analyse durch neue Modellierungsansätze der "countryside biogeography" ergänzen, um die Auswirkungen der umgebenden Landschaft auf die lokale Biodiversität zu untersuchen. Dies wird eine detaillierte, mehrskalige Bewertung der Auswirkungen des Vanilleanbaus auf die biologische Vielfalt im Nordosten Madagaskars ermöglichen.

Prof. Dr. Holger Kreft
Abteilung Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie

WP 10: Bäume: Die natürliche Vielfalt nutzen

Ziel der Untersuchung ist es, die Baumressourcen in der Landschaft und insbesondere den Vanilleanbaugebieten zu erfassen, ihre Nutzungsmöglichkeiten zu erkunden und zu einer verbesserten Integration vielfältiger und natürlich vorkommender Arten beizutragen. Auf dieser Basis soll eine gemeinsame und interaktive Erarbeitung von Möglichkeiten der Diversifizierung der Landnutzung durch verbesserte Integration von Bäumen erfolgen.

Prof. Dr. Dirk Hölscher
Waldbau und Waldökologie der Tropen, Burckhardt-Institut, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie