Lehre

Sinnvollerweise stellt die Landesgeschichte keinen eigenen Studiengang dar, sondern ist vielmehr in die vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte angebotenen Studiengänge integriert. Im Rahmen des Lehrangebots des Seminars können landesgeschichtliche Themenbereiche studiert und zum Gegenstand der Abschlussprüfung gewählt werden.
Insbesondere dient dazu das von Prof. Dr. Arnd Reitemeier und weiteren Mitarbeitenden des Instituts angebotene Lehrprogramm.

  • Es empfiehlt sich, zusätzlich die Eintragungen im UniVZ zu beachten.


Sprechstunde Prof. Dr. Arnd Reitemeier in der vorlesungsfreien Zeit

Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit in Präsenz und digital jederzeit nach Vereinbarung per Mail an
arnd.reitemeier [at] phil.uni-goettingen.de.

Lehrveranstaltungen Prof. Dr. Arnd Reitemeier – Sommersemester 2022

  • Umweltgeschichte Norddeutschlands vom 19. bis 21. Jahrhundert
    Vorlesung (Nr. 4509575)
    Mittwoch 10:30-12:00
    Präsenz: PH20
    Seit Jahrtausenden gestaltet der Mensch die Natur (nicht nur) in Norddeutschland zur Umwelt um, doch in der Neuzeit vollzog der Mensch nun die nahezu vollständige Umwandlung der Natur zur Umwelt resp. zur Kultur, was mit dem Begriff des Anthropozäns verbunden wird. Die Vorlesung konzentriert sich auf Norddeutschland, um auf einen Raum bezogen den Veränderungen im Verhältnis Mensch - Natur - Umwelt nachzugehen. Systematisch werden bspw. der Wandel des Klimas, der Umgang mit dem Wald, die Nutzung des Wassers, die Frage der Wahrnehmung resp. der Konstruktion von Natur, die Erfindung des Tourismus oder des Naturschutz behandelt. Die Vorlesung ist als Überblicksvorlesung in das Thema und die Methoden der Umweltgeschichte konzipiert. Sie setzt keine spezifischen Kenntnisse aus der Geschichte der Neuzeit voraus.

  • Das Göttinger Nobelpreiswunder: digitale Strategien seiner Erforschung
    Projektseminar, einsemestrig (Nr. 4509611)
    Dienstag 16:00-18:00
    Präsenz: KWZ 2.601
    alternativ zum Projektseminar: Vertiefungsseminar
    Universitäten werden im historischen Rückblick häufig als von Professoren geprägt Entitäten gesehen, was die Relevanz der weiteren Mitarbeiter:innen und noch mehr der Studierenden für Forschung und Lehre verkennt. Im Seminar werden nun mit Hilfe digitaler Methoden Wege gesucht, Universitätsgeschichte integrativ zu erarbeiten. Der Betrachtungszeitraum ist das erste Drittel des 20. Jahrhunderts, in denen Wissenschaftler der Universität Göttingen mit mehreren Nobelpreisen bedacht wurden, in der die Universität in Folge des sozialen und politischen Wandels insgesamt im Umbruch war. Gemeinsam wird anhand der sehr guten Überlieferungslage versucht, die Universität in ihrer Breite zu erschließen, so dass die Teilnehmer:innen des Seminars eine sehr gute Einführung in die universitäre Überlieferung und in die Nutzung des Universitätsarchivs erhalten. Gemeinsam wird eine (bereits bestehende) Datenbank ausgebaut und gefüllt, woraus sich diverse weitere Forschungsfelder eröffnen.

  • Umweltproteste und Umweltbewegung in Norddeutschland im 20. Jahrhundert
    Masterseminar (Nr. 4509629)
    Donnerstag 10:00-12:00
    Präsenz: KWZ 1.701
    Das Wirtschaftswunder der 50er Jahre basierte auf der umfangreichen Verfügbarkeit von Energie und Ressourcen aller Art mit der Konsequenz umfangreicher „Umwelt“belastungen und -verschmutzungen. Dem Aufschwung stand eine Hinwendung zur Natur gegenüber – seit den ausgehenden 70er Jahren auch eine Bewegung zu mehr Naturschutz. Während der Deichbau und der Tourismus trotz aller Belastungen und Zerstörungen (weitgehend) akzeptiert wurden, kam es zu aktiven Protesten bspw. gegen den Bau von Atomkraftwerken und gegen die Einlagerung von Atommüll im sog. Zwischenlager Gorleben, gegen die Verklappung von Abfällen in der Nordsee, gegen die Verschmutzung von Werra und Elbe. Der Begriff der „Heimat“, der lange Zeit kulturell konservativ und zugleich sozial integrativ verstanden worden war, wurde umweltbewahrend umgedeutet mit der Folge, dass „Heimatverbände“ gegen den Bau von Autobahnen oder Windkraftanlagen klagen. Das Seminar will nun eine Reihe der Umweltproteste und Umweltbewegungen bezogen auf Norddeutschland untersuchen und dabei der Entstehung der Umweltbewegungen, den Formen und der Begründung politischer Proteste und den mit beidem verbundenen Diskursen nachgehen. Damit werden auch die Begriffe „Umweltgeschichte“ und „Umweltbewegung“ methodisch hinterfragt. Die Teilnahme an einem „Unterrichtsgang“ zu Schauplätzen der Umweltbewegung, insb. Salzgitter (Endlager Konrad) und Gorleben ist verpflichtend.


Sprechstunde Dr. Niels Petersen

Nach Vereinbarung per Mail oder über das StudIP-Profil von Niels Petersen.
Die Anmeldemaske finden Sie auf dem StudIP-Profil von Herrn Petersen, indem Sie in der linken Spalte oben auf "Sprechstunde" klicken. Dort können Sie sich für einen Termin eintragen.

Lehrveranstaltung Dr. Niels Petersen – Sommersemester 2022

  • Hafenstädte im Spätmittelalter: Menschen, Waren, Strukturen
    Vertiefungsseminar Mittelalter (Nr. 4509598)
    Donnerstag 16:00-18:00
    Präsenz: KWZ 0.608
    Konrad Fritze bezeichnete den Hafen des Spätmittelalters als "ökonomisch-technisches und soziales Ensemble". Brugger/Schürch/Tremml-Werner interpretierten ihn als "Paradebeispiele der Vernetzung und des Austausches". James Bird unterschied zwischen "port community" (ansässig) und "maritime community" (temporär vor Ort) als gesellschaftliche Gruppen in Hafenstädten. Isaac Land schließlich weitete den Blick etwas poetisch: "The port town is the place where maritime history finds its high water mark and then recedes, but from a paramaritime perspective, it is the starting point for all kinds of new inquiries." Er setzte die Hafenstadt damit in den Kontext ihrer geographischen und sozialen, mithin auch kulturellen, Umgebung, die man insgesamt als Küstengesellschaft (littoral society) bezeichnen kann. In diesem Vertiefungsseminar beschäftigen wir uns mit europäischen Hafenstädten im Mittelalter in wirtschaftsgeschichtlicher, technikgeschichtlicher sowie sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive. Dabei wird zugleich in das Forschungsfeld der Coastal History eingeführt. Somit erhält das Thema Anschlussfähigkeit zu anderen Epochen und Weltregionen. Ziel des Seminars ist ein geschulter Blick auf die historische Bedeutung von Hafenstädten, Kenntnis typischer Phänomene, Quellen und Fragestellungen und die Möglichkeit, hieraus Themen für Haus- und Bachelorarbeiten zu entwickeln.
  • Einführung in die digitale Kartographie für GeisteswissenschaftlerInnen
    Projektseminar (Nr. 4509608)
    Freitag (06., 13., 20. und 27.05.) 9:30-15:30
    Präsenz: KWZ 2.602
    Raum und Zeit sind in der Geschichte zentrale Phänomene, doch analoge zweidimensionale Karten vermögen dies nur unzureichend abzubilden. Die in den Geowissenschaften und der Archäologie etablierte freie Anwendung QGIS bietet die Möglichkeit zur digitalen Kartographie und zur Rekonstruktion von raumzeitlichen Netzwerken sowie komplexer und nachhaltiger Datenhaltung und -verknüpfung. Das Blockseminar gibt eine praktische Einführung in Anwendung und Hintergründe des Programms und dient zugleich als Grundlage für weiterführende Kurse in den Studiengängen der Philosophischen Fakultät. Präsentationen von Projekten mit GIS-Bezug sind geplant. Der Kurs wird gemeinsam mit einem Tutor unterrichtet und findet an vier Terminen im CIP-Pool im KWZ (Raum 2.602) statt.