Mitteilung - Preisträger Dezember 2019

Promotionspreis Dr. Berliner-Dr. Ungewitter-Stiftung Wintersemester 2019/2020

Der mit 1.000 Euro dotierte Promotionspreis der Dr. Berliner – Dr. Ungewitter-Stiftung geht in diesem Jahr an Frau Dr. Daja Ruhlandt. Ihre Dissertation befasst sich mit "Metal Induced Energy Transfer" (MIET) Mikroskopie, einer Fluoreszenzmikroskopiemethode, die in einer der drei Raumrichtungen eine Auflösung von wenigen Nanometern erreicht.
Es galt lange Zeit als unumstößliche Tatsache, dass mittels Lichtmikroskopie nur Strukturen aufgelöst werden können, die mindestens so groß wie die Wellenlänge des Lichtes sind. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten wurden sogenannte superhochauflösende Mikroskopieverfahren entwickelt, die eine um den Faktor zehn bis hundert bessere Auflösung liefern, und deren Entwicklung 2014 mit dem Chemie-Nobelpreis honoriert wurde. Die meisten dieser Methoden basieren auf einer geschickten Messung von Lichtintensitäten. In Frau Ruhlandts Arbeit wird stattdessen auf eine andere Messgröße zurückgegriffen, die sogenannte Fluoreszenzlebenszeit. Dies ist die durchschnittliche Zeit, die zwischen der Anregung eines Farbstoffmoleküls durch einen kurzen Lichtpuls und die anschließende Emission eines Photons vergeht. In der Nähe von metallischen Strukturen ändert sich die Lebenszeit auf genau berechenbare Weise, was eine Zuordnung zwischen gemessener Lebenszeit und Abstand zwischen Farbstoffmolekül und Metalloberfläche erlaubt.
Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit hat Frau Ruhlandt diesen Zusammenhang für verschiedene Metallstrukturen theoretisch untersucht und anhand diverser Experimente mit biologischem Schwerpunkt den Nutzen und die Praxistauglichkeit der Methode demonstriert. So untersuchte sie beispielsweise, wie sich Zellen an Oberflächen festhalten oder wie die Membran des Zellkerns aufgebaut ist. Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Jörg Enderlein vom Dritten Physikalischen Institut der Universität Göttingen betreut.