07. April 2019
Zum Gedenken an Alfred Pohl Das letzte Blatt: Alfred Pohls Werke in der Universitätskunstsammlung
Vorgestellt von: Dietrich Meyerhöfer, Rudolf Krüger und Ulrich Nauber

Alfred Pohl Zyklus"Das leere Blatt"
Die Beschäftigung mit Tod, Vergänglichkeit aber auch mit christlicher Hoffnung findet sich an vielen Stellen im Holzschnittwerk von Alfred Pohl. 2012 schuf Pohl einen sechsteiligen Zyklus über die Legende von den drei Lebenden und den drei Toten. Er lies sich dazu von einem mittelalterlichen Totentanz in der Pauluskirche in Badenweiler inspirieren. Sechs Fresken vom Ende des 14. Jh. zeigen die Begegnung von Jüngling, Mann und Greis, alle prächtig gekleidet und auf Falkenjagd, mit drei grässlichen Totengerippen, die sie mahnend an die Vergänglichkeit und ihre eigene Sterblichkeit erinnern. Pohl hat diese Motivfolge in Farbholzschnitte umgesetzt, die er sehr persönlich und zum Teil biographisch gestaltet hat. Die Bilder enthalten zahlreiche Verweise auf das Werk und den Künstler selber. Zwei Dreiergruppen stehen sich gegenüber und sehen sich wechselseitig an. Drei Skelette auf der linken Seite, den Tod symbolisierend, blicken nach rechts zu einer Gruppe von drei Personen, die die drei Lebensalter verkörpern. In der Mitte des Bildzyklus treffen der Tod und das Alter direkt aufeinander. Man erkennt Alfred Pohl an seiner Druckpresse, mit der er die Handabzüge seiner Holzschnitte angefertigt hat, umgeben von Symbolen der Vergänglichkeit und einem Flöte spielenden Indio in der peruanischen Wüste. Im Holzschnitt gegenüber, betitelt "Das leere Blatt", hält ihm ein Knochenmann ein weißes Blatt entgegen. Das kreative Schaffen, das sich in so vielen farbintensiven Holzschnitten Pohls manifestierte, hat ein Ende. Alfred Pohl lässt keine Zweifel, dass er sich hier selber meint. Von oben fährt der Engel des Jüngsten Gerichts, hier in Gestalt von Pohls "Seesener Engel", herab und stößt in seine Posaune und hinter dem Gerippe erkennt man Don Quijote, Alfred Pohls Alter Ego.