ReformBio

Die große Zahl ernährungs(mit-)bedingter Erkrankungen hat in den letzten Jahren global wie in Deutschland die Diskussion um eine stärkere politische Regulierung des Lebensmittelangebots befördert. Neben Themen wie Labelling und Lenkungssteuern hat, angestoßen durch Initiativen der Europäischen Union, die Reformulierung von Produktrezepturen an Relevanz gewonnen. Reformulierungsstrategien zielen auf eine ernährungsphysiologisch optimierte Nährstoffzusammensetzung von verarbeiteten Lebensmitteln. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Absenkung der Gehalte an Zucker, Transfetten, Fett insgesamt und Salz. Das BMEL hat in Deutschland Ende 2018 eine freiwillige Vereinbarung mit einer Reihe von Verbänden der deutschen Ernährungswirtschaft abgeschlossen (BMEL 2018). Diese Nationale Reduktionsstrategie ist neben der Etablierung einer erweiterten Nährwertkennzeichnung der zentrale Baustein der deutschen Bundesregierung, um die Bürger dabei zu unterstützen, sich gesundheitsförderlich zu ernähren.
Mit dem Nutri-Score wird es für Verbraucher*innen zukünftig leichter, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen und verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe miteinander hinsichtlich ihres Nährwertes zu vergleichen. Für die mit der BÖLN-Ausschreibung intendierte positive Entwicklung des Biomarktes in Deutschland ist es von erheblicher Bedeutung, dass das Gesundheitsimage von Bio bei Verbrauchern weiter gefestigt und ausgebaut wird. Es erscheint deshalb sinnvoll, dass der Bio-Sektor (1) eine eigene Reformulierungsstrategie entwickelt und (2) exemplarisch erprobt. Diese beiden Oberziele sind Gegenstand des Forschungsprojektes ReformBIO.
Für die Diskussion um Nachhaltigkeitslabel, im Speziellen über die Gesundheitsdimension und die Umweltdimension, ist es wichtig, die Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber einer Kombination von Bio Label, Nutri-Score und Eco-Score zu kennen. Die Wirkung des Nutri-Scores in Kombination mit dem Eco-Score auf Bio Lebensmitteln ist bisher international wenig erforscht. Für die repräsentative wissenschaftliche Studie wurden 1.082 Erwachsene in Deutschland (ab 18 Jahren) befragt. Zu den Ergebnissen.

Seit November 2020 können Unternehmen den Nutri-Score rechtssicher auf Lebensmitteln in Deutschland verwenden. Die Anzahl der Lebensmittel, welche einen Nutri-Score aufgedruckt haben, steigt von Tag zu Tag. Bei Bio-Lebensmitteln im Fachhandel ist der Nutri-Score bisher jedoch sehr selten anzutreffen. Verbraucher*innen nehmen Bio-Lebensmittel als besonders gesund wahr. Daher stellt sich die Frage, ob es zu einer Diskrepanz zwischen dem gesunden Image und der tatsächlichen Nutri-Score-Bewertung bei Bio-Lebensmitteln kommen könnte. Die für diese Frage entscheidenden Einstellungen und Verhaltensweisen der Verbraucher*innen gegenüber einer Kombination von Bio-Label und Nutri-Score sind bisher wenig erforscht. Das Chartbook verdeutlicht, wie die Bevölkerung Bio-Lebensmittel wahrnimmt, wie der Bekanntheitsgrad des Nutri-Scores ist und wie eine Kombination des Bio-Labels und des Nutri-Scores auf Verbraucher*innen wirkt. Für die repräsentative wissenschaftliche Studie wurden 614 Verbraucher*innen in Deutschland befragt. Zu den Ergebnissen.

Projektpartner:
Hochschule BremerhavenBundesverband

Projektlaufzeit:
Beginn: 01.04.2020 | Ende: 30.09.2023

Förderung:
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Bundesprogramm Ökologie Landbau und andere Form nachhaltiger Landwirtschaft.
Förderung