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Ethnologie (B.A.)

Die Ethnologie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen in ihren kulturellen und sozialen Ausdrucksformen, weltweit und zu allen Zeiten. Ihr Gegenstandsbereich ist so breit wie das Leben der Menschen selbst: Soziale, politische und ökonomische Phänomene werden ebenso untersucht wie religiöse, ideelle und normative, wobei gerade auf die wechselseitige Durchdringung aller Bereiche geachtet wird. Kennzeichnend für die Ethnologie ist die Erforschung "fremder" und "kulturell anderer" Lebensweisen und Gesellschaften - und damit die Relativierung des "Eigenen" und Selbstverständlichen. Und ganz egal wie "befremdlich" andere Lebenswelten und Handlungsweisen erscheinen mögen, immer geht es darum, sie aus der Sicht der Anderen verstehend zu erfassen.


Name des Studienfachs: Ethnologie
Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
Regelstudienzeit: 6 Semester
Studienbeginn: nur Wintersemester
Teilzeitstudium möglich

Zulassung zum Sommersemester 2018:

  • 1. Fachsemester: keine Zulassung (Studienbeginn nur zum Wintersemester)
  • 2. bis 6. Fachsemester: zulassungsfrei (Immatrikulation ohne vorherige Bewerbung)
  • Internationale Bewerber (Non-EU): Studienbeginn nur zum Wintersemester (Bewerbung bei International Student Office)



Ethnologie im Studium
Die Göttinger Ethnologie ist von jeher mit den Großregionen Afrika, Ozeanien und Südostasien verbunden. Im Fokus von Forschung und Lehre stehen die vielschichtigen Prozesse sozialen und kulturellen Wandels in der gegenwärtigen, global vernetzten Welt - und die Frage, welchen Beitrag die Ethnologie leisten kann zu einem besseren Verständnis großer Herausforderungen und Konflikte unserer Zeit. Daraus ergeben sich folgende inhaltliche Schwerpunkte: Migration und Identität, transkulturelle Prozesse, Geschlechterbeziehungen und -dynamiken, Anthropologie des Islam und allgemeine Religionsethnologie, Politische Ökologie, Politik- und Rechtsethnologie, Entwicklungspolitik, Kulturpolitik, Historische Anthropologie, Medienkulturen und –technologien.
Die renommierte Ethnologische Sammlung des Instituts ermöglicht einen weiteren Studien- und Forschungsschwerpunkt in der Museumsethnologie (Objektforschung, Ausstellungswesen, Sammlungsmanagement).

Die folgenden Qualifikationsziele bilden die Grundlage für eine forschungsorientierte Weiterqualifizierung im Master-Studiengang oder für den Einstieg in verschiedene Berufsfelder:

  • Beherrschung der fachgeschichtlichen und theoretischen Grundlagen der Ethnologie
  • Regionalspezifische Kenntnisse in den Großregionen Afrika und/oder Asien-Pazifik
  • Grundlegende Kompetenzen in den Arbeits- und Forschungsmethoden der Ethnologie
  • Praxisorientierte Kompetenzen in ethnologischer Feldforschung, in Arbeitsfeldern der angewandten Ethnologie (z.B. Entwicklungszusammenarbeit, Migrations- und Flüchtlingsarbeit, Menschenrechtsarbeit) oder im ethnologischen Museums- und Ausstellungswesen.


Studienaufbau
Neben dem Fachstudium der Ethnologie ist ein zweites Fach als außerethnologischer Kompetenzbereich zu studieren, zum Beispiel Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Geschlechterforschung, Politikwissenschaft. Im praxisbezogenen Studienabschnitt wenden die Studierenden ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf eine eigene Forschungsfrage oder ein bestimmtes Praxisfeld an. Die Verbindung mit einem Auslandssemester und/oder einem Praktikum in einer der Schwerpunktregionen wird empfohlen. Kooperationen bestehen u.a. mit Einrichtungen in Benin, Tansania, Indien, Singapur, Thailand, Indonesien, Philippinen, Fidschi.

Im Optionalbereich werden über die fachlichen Kenntnisse hinaus Kompetenzen für einen erfolgreichen Berufseinstieg vermittelt (anwendungsorientiertes Profil) oder für die Aufnahme eines Masterstudiums (wissenschaftsorientiertes Profil).



Berufsfelder
Spätere Tätigkeiten ergeben sich in verschiedenen Feldern:


  • In Forschung und Lehre an Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen
  • Im Museums- und Ausstellungswesen und in der internationalen Kulturförderung
  • In der Entwicklungszusammenarbeit, in der humanitären Hilfe und in Organisationen der Anwaltschaft (z.B. Menschenrechtsarbeit)
  • Als interkulturelle Berater und Mediatoren, z.B. in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit, im Gesundheitswesen, in Wirtschaftsunternehmen und im Tourismus
  • In der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Erwachsenenbildung vor allem in Bezug auf fremdkulturelle und globale Zusammenhänge