Theodor Fontane - Arbeitsstelle

Neuigkeiten

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Pressemeldung


  • Presseinformation: Zum 120. Todestag: Theodor Fontane digital
    Nr. 182 - 17.09.2018

    Portal der Universität Göttingen veröffentlicht weitere Notizbücher des Schriftstellers

    (pug) Pünktlich zum 120. Todestag von Theodor Fontane am 20. September 2018 erscheinen weitere Notizbücher des Schriftstellers in digitaler Form. Es handelt sich dabei um bislang unbekannte Notizen, die zum einen zwischen 1878 und 1882 während der Theateraufführungen im Königlichen Schauspielhaus in Berlin, zum anderen 1864 und 1873 auf Fahrten durch die Mark Brandenburg entstanden sind. Sie bildeten die Grundlage für die Theaterkritiken sowie für die Umarbeitung der mehrbändigen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Insbesondere die Notizen und Skizzen zu den „Wanderungen“ bieten neue Erkenntnisse für die Rezeption der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

    Die digitale Edition von Fontanes insgesamt 67 Notizbüchern wird seit Dezember 2015 im Fontane-Portal der Universität Göttingen veröffentlicht. Die erste kommentierte Gesamtausgabe der Bücher in digitaler Form schließt eine große Forschungslücke im Hinblick auf einen der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts.

    „Die Notizbücher, die Fontane etwa 30 Jahre zwischen 1860 und Ende der 1880er-Jahre führte, veranschaulichen seine schriftstellerische Vielfalt auf kleinem Schreibraum“, erläutert Dr. Gabriele Radecke, Leiterin der Theodor Fontane-Arbeitsstelle an der Universität Göttingen. Die Bücher zeigen Fontane als Journalisten und Kriegsberichterstatter, als Theater-, Kunst- und Literaturkritiker, als Romancier, Lyriker und Reiseschriftsteller, als Briefeschreiber und Tagebuchchronist sowie als Zeichner. Darüber hinaus waren sie als Depot für die Ideen- und Stoffsammlung ein wichtiges Medium im Arbeitsprozess des Autors.

    Die Göttinger Arbeitsstelle unterstützt auch die Vorbereitung des großen Fontane-Jubiläums 2019 „fontane.200“, das den Schriftsteller anlässlich seines 200. Geburtstags mit vielen Veranstaltungen würdigt. „Bereits vor der endgültigen Veröffentlichung aller Notizbücher dienen unsere Transkriptionen und Ergebnisse der Kommentierung als wissenschaftliche Grundlage für die Konzeption von sechs Fontane-Ausstellungen“, erklärt Radecke. Als Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats berät sie die vielfältigen Aktivitäten während des Jubiläums.

    Die digitale Fontane-Edition wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung gefördert. Sie entsteht in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) und wird nach Abschluss des Projekts im kommenden Jahr dort langzeitarchiviert. „Die Edition in ihrer jetzigen Form konnte nur durch das Zusammenspiel zwischen Fachwissenschaft, Informationswissenschaft und Informatik entstehen“, sagt Dr. Mirjam Blümm, stellvertretende Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung an der SUB. „Für uns ist das als neuer Aufgabenbereich der Bibliothek sehr spannend.“ Die Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, ist zudem als Eigentümerin der Notizbücher assoziierte Projektpartnerin.

    Weitere Informationen sind hier und hier zu finden.



    Kontakt:

    Dr. Gabriele Radecke
    Georg-August-Universität Göttingen
    Philosophische Fakultät
    Seminar für Deutsche Philologie – Theodor Fontane-Arbeitsstelle
    Käte-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen
    Telefon (0551) 39-10854
    E-Mail: gabriele.radecke@phil.uni-goettingen.de
    Internet

    Dr. Mirjam Blümm
    Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
    Abteilung Forschung und Entwicklung
    Papendiek 14, 37073 Göttingen
    Telefon (0551) 39-9061
    E-Mail: bluemm@sub.uni-goettingen.de
    Internet


  • Publikation


      Briefwechsel Storm-Fontane
    • Am 25. Mai 2018 ist im Erich Schmidt Verlag die kartonierte Sonderausgabe des Briefwechsels zwischen Theodor Storm und Theodor Fontane erschienen. Er ist wohl der prominenteste Briefwechsel des deutschen Realismus und eine wichtige Quelle für die Beschäftigung mit den beiden Autoren. Er wird hier in einer textkritischen, nach neuen editorischen Standards erarbeiteten und umfangreich kommentierten Edition erstmals als Sonderausgabe im Taschenbuch vorgelegt. Die 104 Briefe, die zwischen Dezember 1852 und Oktober 1887 geschrieben wurden, informieren nicht nur über die existentiellen Sorgen Storms und Fontanes; sie berühren auch zentrale literarische und politische Themenbereiche und geben Einblicke in das gesellschaftliche und kulturelle Leben um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Briefe werden ergänzt durch Rezensionen und Essays von Storm und Fontane, wie etwa Fontanes „Erinnerungen an Theodor Storm“. Neben der Forschungsliteratur sind auch unveröffentlichte Archivalien aus Storms und Fontanes Nachlass genutzt worden, die die subjektiven Aussagen der Briefe relativieren und kontextualisieren.


    • Interview: Radecke: „Die wohl prominenteste Korrespondenz im deutschen Realismus“

    • Rezension von Martin Lowsky auf literaturkritik.de




    Fontane-Seminartag: Der Theaterkritiker Fontane

    • 10. November 2018: Theodor Fontane Gesellschaft Berlin-Brandenburg und Theodor Fontane-Arbeitsstelle. Hotel Steglitz International – Albrechtstraße 2 – 12165 Berlin (Nähe S- / U-Bf. Steglitz) »Da sitzt das Scheusal wieder« – Der Theaterkritiker Theodor Fontane. Fontane-Seminartag.

      Am 9. November 2018 erscheinen Theodor Fontanes Theaterkritiken erstmals komplett ediert und kommentiert im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe. Die Edition wurde von 2010 bis 2017 von der Fritz Thyssen Stiftung sowie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und entstand an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen. Von 1870 bis 1890 war Fontane als Referent für die »Vossische Zeitung« tätig und hat in dieser Zeit etwa 650 Kritiken geschrieben. Besonders beeindruckend ist die Modernität seiner Anschauungen und Texte, die die Entwicklung vom wilhelminischen zum naturalistischen Theater auf sehr unterhaltsame Weise nachzeichnen. Mit Wortspiel und Witz bewertet Fontane in seinem charakteristischen Plauderton Stück, Sujet und Schauspieler, wobei er dabei keinem »Paragraphenkodex« folgt, sondern sich stets auf seine »unmittelbare Empfindung« verlässt.
      Das Seminar »›Da sitzt das Scheusal wieder‹ – Der Theaterkritiker Theodor Fontane« wird gemeinsam von der Theodor Fontane Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg und der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen veranstaltet. Die beiden Herausgeberinnen werden Einblicke in den Entstehungskontext der Kritiken geben sowie über Fontanes sprachliche Gestaltung referieren. Der Schauspieler Alexander Bandilla wird abschließend aus den schönsten Kritiken vorlesen.
      Kostenbeitrag Seminar incl. Kaffee/Tee und Kuchen: 37,00 Euro/Teilnehmer. Anmeldungen werden erbeten bis zum 26.10.2018 durch Überweisung auf das Konto der Sektion Berlin-Brandenburg IBAN: DE 04 1005 0000 1210 0613 05 – Berliner Sparkasse – Kennwort ›Fontane-Seminar‹

      Programm
      13:00 Uhr Begrüßung (Hans-Jürgen Pahn; Dr. Gabriele Radecke)

      13:15 Uhr Grußwort Nele Holdack (Aufbau Verlag, Berlin)

      13:30 Uhr Dr. Gabriele Radecke (Göttingen): Notieren – Zitieren – Publizieren. Zur Entstehung von Theodor Fontanes Theaterkritiken

      14:15 Uhr Dr. Debora Helmer (Würzburg): Jammer-Lotte, Tantiéme-Streber und die Griesgramskritik. Theodor Fontane als Theaterkritiker.

      15:15 Uhr Kaffeepause

      16:00 Uhr Kommentierte Lesung aus Theodor Fontanes Theaterkritiken mit Alexander Bandilla (Berlin). Textauswahl und Erläuterungen von Debora Helmer und Gabriele Radecke




    Hybrid-Edition der Notizbücher Theodor Fontanes


    • Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung (BSCW-Stiftung)

      Der Abschluss der digitalen Edition und Buchausgabe von Theodor Fontanes Notizbüchern zum Ende des Fontane-Jubiläumsjahres 2019 ist gesichert! Das Projekt, das an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) unter der Gesamtleitung von Dr. Gabriele Radecke und der IT-Leitung von Prof. Dr. Heike Neuroth (2011-2015) und Dr. Mirjam Blümm (seit 2015) entsteht, wurde von Juni 2011 bis Juni 2017 von der DFG finanziert (Sachbeihilfe; Module Eigene Stelle und Basismodul). Wir sind sehr dankbar, dass unser Antrag auf Abschlussfinanzierung für ein letztes siebtes Projektjahr nun in vollem Umfang bewilligt worden ist.

      Die BSCW-Stiftung fördert zusätzlich die Codierung und Kommentierung der Register und Sacherläuterungen von elf Notizbüchern in Kasten D.
      Fontane benutzte diese Notizbücher zwischen 1864 und 1871. Es ist der Zeitraum, in dem er als Kriegsberichterstatter in Schleswig-Holstein und Jütland (1864), in Böhmen (1866) und in Frankreich (1870/71) tätig, aber auch als Reisender durch die Mark Brandenburg unterwegs war (1864). Auch hierfür sagen wir herzlichen Dank!

      Die Ergebnisse unserer philologischen und technischen Arbeit werden sukzessive im Fontane-Notizbuch-Portal veröffentlicht, das an der SUB von Mathias Göbel entwickelt wurde; die Buchausgabe erscheint im Walter de Gruyter Verlag. Die digitale Aufbereitung der Notizbücher (Digitalisate, Transkriptionen, Kommentare und Register) bildet eine wichtige Grundlage für die beiden Fontane-Ausstellungen 2019, die von Prof. Dr. Heike Gfrereis und Dr. Christiane Barz in Zusammenarbeit mit dem Museum Neuruppin und dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam (HBPG) kuratiert werden. Somit leisten wir von der Göttinger Universität auch einen Beitrag für das in Brandenburg gefeierte Fontane-Jahr 2019.





    Publikation


      Keyserling
    • Am 16. März 2018 ist im Reclam Verlag eine von Gabriele Radecke hrsg. und kommentierte Neuausgabe von Eduard von Keyserlings Roman „Wellen“ erschienen, der 1911 erstmals veröffentlicht wurde. Über die Entstehung dieses Textes weiß man nicht viel; Keyserling hatte bestimmt, dass sein Nachlass vernichtet werden sollte. Das Nachwort informiert u.a. über den historischen, bislang nicht bekannten Schauplatz.
      Weitere Informationen
    • In einer ersten Doppelrezension zu Modicks „Keyserlings Geheimnis“ und zu Keyserlings „Wellen“ schreibt Tilman Krause am 21. März 2018 in der „Welt“ unter anderem: „Während wir bei Modick gewissermaßen einen 'mittleren' Keyserling erleben, der seine wichtigsten Werke noch vor sich hat, beschert uns der Reclam-Verlag jetzt eine Neuausgabe von Keyserlings [...] 'Wellen' (189 S., 12 €), die erstmals minutiös kommentiert und interpretatorisch fundierter als bisher erschlossen werden. Verantwortlich ist dafür die Germanistin und Fontane-Forscherin Gabriele Radecke, der wir auch den bisher einzigen edierten Briefwechsel Keyserlings verdanken, den mit seinem Neffen Hermann von Keyserling. Radecke kann den 'Bullenkrug', Schauplatz des Romans, erstmals entschlüsseln und historisch einordnen. Es handelte sich dabei um ein relativ einfaches Wirtshaus in der Nähe der Festung Dünamünde bei Riga, wie sie überhaupt allerhand militärische Bezüge in dieser Sommergeschichte aufzeigt. Dünamünde war 1701 und 1812 Kriegsschauplatz. Sie galt noch zu Keyserlings Zeit als eine der stärksten Seefestungen Europas."






    Preis des Stiftungsrats der Universität Göttingen, Kategorie "Wissenschaft und Öffentlichkeit"


    • Am 8. Dezember 2017 wurden die Preise des Stiftungsrats für besondere Aktivitäten und Leistungen vergeben. Die Preiskategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ würdigt Initiativen, mit denen neue Erkenntnisse und das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsprozesse der Öffentlichkeit vermittelt werden. In dieser Kategorie wurde Dr. Gabriele Radecke für den vorbildlichen Transfer aktueller wissenschaftlicher Themen in eine breite Öffentlichkeit ausgezeichnet. Radecke leitet die Theodor Fontane-Arbeitsstelle am Seminar für Deutsche Philologie. Durch die wegweisende Verbindung konventioneller und digitaler Methoden bei der Edition des Werks von Theodor Fontane ist es ihr gelungen, unter Einhaltung höchster wissenschaftlicher Standards ihre Forschung anschaulich einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Weitere Informationen Auch das "Göttinger Tageblatt" berichtete über die Preisverleihung.



    • Die Theodor Fontane-Arbeitsstelle und das Fontane-Jubiläumsjahr 2019


      • Die Theodor Fontane-Arbeitsstelle unterstützt mit ihren wissenschaftlichen Editionsprojekten die Vorbereitungen des Fontane-Jubiläums 2019. Insbesondere die Ergebnisse der digitalen Notizbuch-Edition bilden eine Basis für die Fontane-Leitausstellung im Museum Neuruppin und die Ausstellung in Potsdam (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte). Im Juni 2017 fand die konstituierende Sitzung des wissenschaftlichen Beirats statt; Dr. Gabriele Radecke wurde zusammen mit Prof. Dr. Roland Berbig (Humboldt-Universität Berlin) zur wissenschaftlichen Sprecherin des Gremiums gewählt. Weitere Informationen

      • Große Brandenburger Ausgabe: Fontanes "Jenseit des Tweed" in neuer Edition


          Jenseit des Tweed am kleinsten
        • Am 15. Januar 2017 ist ein neuer Band der Großen Brandenburger Ausgabe erschienen. Mit "Jenseit des Tweed", hrsg. von Maren Ermisch in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, wird die Abteilung "Das reiseliterarische Werk" eröffnet. Rezensionen






        • Publikation


            Ebner-Eschenbach
          • Im November 2016 ist die Erstedition des Briefwechsels zwischen Marie von Ebner-Eschenbach und Josephine von Knorr erschienen, hrsg. von Ulrike Tanzer, Irene Fußl, Lina Maria Zangerl und Gabriele Radecke Weitere Informationen und Rezension in der FAZ








          Digitale Fontane Notizbuch-Edition


          • Am 6. Oktober 2016 wurde die Editorische Gesamtdokumentation zur digitalen Fontane-Notizbuch-Edition in einer Beta-Version publiziert. Sie umfasst das editionsphilologisch-digitale Gesamtkonzept und informiert sehr detailliert über die Ergebnisse der Materialautopsie der 10.000 Notizbuchseiten und über Fontanes Arbeitsweise. Sie wurde von Gabriele Radecke unter Mitarbeit von Martin de la Iglesia und Mathias Göbel geschrieben. weitere Informationen


          • Am 14. Juli 2016 wurden zwei weitere Notizbücher Fontanes im Fontane-Portal der Universität Göttingen (Fontane-Arbeitsstelle)/Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in einer Beta-Version publiziert. Somit sind nun alle Notizbücher Fontanes von seiner Reise nach Thüringen (1873) in ihrer Geschlossenheit erstmals veröffentlicht. Im Herbst folgen alle Notizbücher mit Fontanes Theater-Aufzeichnungen sowie die Gesamtdokumentation/Editionsprinzipien der ersten wissenschaftlichen digitalen Fontane-Edition. Zum Fontane-Notizbuch-Portal geht es
            hier.

          • Fontane-Seminartag


            • 19. November 2016, 10-16 Uhr: Theodor Fontane: »Jenseit des Tweed« - Zu Edition und Interpretation des reiseliterarischen Werks. Fontane-Seminartag.
              Tertianum Seniorenresidenz. Passauer Straße 5-7, Berlin.

              Im Januar 2017 erscheint Fontanes »Jenseit des Tweed« im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe. Schottland hat nicht nur auf Fontane eine große Faszination ausgeübt, sondern auch auf andere Schriftsteller. Maren Ermischs ausführlicher Kommentar kontextualisiert Fontanes Reisebericht, der zunächst in Journalen und dann 1860 als Buch publiziert wurde, auf vielfältige Weise: mit dem literarischen Hintergrund, mit den vielen anderen deutschen, im 19. Jahrhundert entstandenen Schottland-Reiseberichten und auch mit Fontanes Quellen, derer er sich wie seine Schriftstellerkollegen 'bediente'. Zudem hat der Kommentar Fakten und Fiktionen des Textes herausgearbeitet und gezeigt, dass Fontane immer wieder historische Faktizität zugunsten von spannenden Anekdoten ignoriert bzw. der Literatur gern den Vorzug vor der Geschichtsschreibung gibt.
              Das Seminar »Fontanes 'Jenseit des Tweed' - Zu Edition und Interpretation des reiseliterarischen Werks« wird gemeinsam von der Theodor Fontane Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg und der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen veranstaltet. Es widmet sich dieser Neuedition und wird insbesondere das Verhältnis zwischen der historischen und der literarischen Ebene hinterfragen sowie Fontane als Reiseschriftsteller im Kontext anderer Autoren vorstellen.

              Kostenbeitrag Seminar incl. Mittagessen und Kaffee/Tee: 37,00 Euro/Teilnehmer
              Anmeldung bis 31.10.2016 durch Überweisung auf das Konto der Sektion Berlin-Brandenburg IBAN: DE 04 1005 0000 1210 0613 05 - Berliner Sparkasse - Kennwort 'Fontane-Seminar'

              Programm
              10:00 Uhr Dr. Gabriele Radecke (Göttingen): »Jenseit des Tweed« - Zum Auftakt der Abteilung 'Das reiseliterarische Werk' der Großen Brandenburger Ausgabe

              10:30 Uhr Dr. Jana Kittelmann (Berlin/Halle): »...die Quitzows und die Montroses, die Zastrows und die Douglas« - Theodor Fontane und Fanny Lewald in Schottland

              11:30 Uhr Hans-Jürgen Pahn: Reisebilder aus Schottland

              12:30 Uhr Mittagessen

              13:45 Uhr Dr. Maren Ermisch (Göttingen): »Erzählungen eines letzten Romantikers« Fontanes »Jenseit des Tweed« im Kontext deutscher Reiseberichte

              14:45 Uhr Kaffeepause

              15:00 Uhr Prof. Dr. Daniel Göske (Kassel/Göttingen): »Vergleichungen«: Fragen und Thesen zu Fontanes »Ein Sommer in London«



            Tagungsbericht Fontane-Seminartag


            • Der Tagungsbericht zum Fontane-Seminar »Fontanes ›Von Zwanzig bis Dreißig‹ – Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks«, 14. November 2015, ist erschienen.



            Nominierung DH Awards 2015


            • Das Fontane-Notizbuch-Portal wurde für die DH Awards 2015 nominiert (Kategorie "Best DH Data Visualization"). Zur Abstimmung geht es hier.



            Interview



            Fontane-Portal der digitalen Notizbuch-Edition


            • Am 15. Juli 2015 haben wir das Göttinger Fontane-Portal freigeschaltet. Es wurde von Mathias Göbel entwickelt und informiert zunächst über die digitale Edition der 67 Notizbücher, die an der FontaneArbeitsstelle und an der SUB Göttingen erarbeitet wird. Es ist das erste wissenschaftliche Fontane-Portal. Das erste Notizbuch (C7, Thüringen 1873) wurde am 8. Dezember 2015 in einer Beta-Version publiziert.



            Öffentliche Resonanz zur digitalen Edition der Notizbücher Fontanes


            • Digital Humanities Summit 2015. Grußwort der Staatssekretärin im Bundesministerium für
              Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, am 3. März 2015 in Berlin:

            • Die Botschaft der digitalen an die eher analogen Geisteswissen­schaftler lautet meines Erachtens: Die neuen Techniken und Methoden entwerten die geisteswissenschaftliche Ausbildung und Arbeit keinesfalls. Vielmehr: Sie ergänzen sie. Sie ersetzen keine Rekonstruktion von Text und Kontext, keine Bildbeschreibung, keine Musikgeschichte, sie erleichtern sie. Bekannte geisteswissenschaftliche Fragen lassen sich vielfach besser bearbeiten und neue Fragen erstmals stellen. Und am Ende zählen bei aller Verfügbarkeit von Daten und Dokumenten nach wie vor intellektuelle Anstrengung, Vorstellungskraft und Urteilsvermögen.

              Ein Beispiel dafür ist die Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern der Fontane-Arbeitsstelle der Georg August-Universität Göttingen.
              Diese Edition ermittelt, transkribiert, codiert, kommentiert und veröffentlicht erstmals alle Notizbuchniederschriften des Verfassers der Wanderungen durch die Mark Brandenburg, der Effi Briest, des Stechlin.

              Sie nimmt die Dynamik von Schreib- und Produktionsprozessen in den Blick und macht sie sichtbar. Für die komplexen Aufgaben werden die Dienste und Werkzeuge von TextGrid genutzt, angepasst und teilweise weiterentwickelt.

              Hier wird deutlich: Digitalisierung und fachwissenschaftliche Expertise tragen gemeinsam dazu bei, einen lebendigen Eindruck von Fontanes allmählicher Verfertigung der Gedanken beim Schreiben zu vermitteln, von seinem Netzwerk, seinen weitläufigen Interessen.


              Fontane-Seminartag


              • 14. November 2015, 10-16 Uhr: Fontane-Seminartag: Fontanes »Von Zwanzig bis Dreißig« - Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks
                Tertianum Seniorenresidenz. Passauer Straße 5-7, Berlin.

                2014 ist Fontanes »Von Zwanzig bis Dreißig« im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe erschienen, die nunmehr unter der wissenschaftlichen Leitung von Gabriele Radecke und Heinrich Detering fortgeführt wird. Insbesondere Wolfgang Raschs Kommentar, der in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen entstanden ist, hat zahlreiche neue historische Details zu Tage gefördert.

                Das Seminar »Fontanes 'Von Zwanzig bis Dreißig' - Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks« wird gemeinsam von der Theodor Fontane Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg und der Theodor Fontane-Arbeitsstelle veranstaltet. Es widmet sich diesem editorischen Ereignis und wird insbesondere das Verhältnis zwischen der historischen und der literarischen Ebene hinterfragen sowie Fontanes autobiographisches Erzählverfahren vorstellen.

                Kostenbeitrag Seminar incl. Mittagessen und Kaffee/Tee: 30,00 Euro/Teilnehmer
                Anmeldung bis 31.10.2015 durch Überweisung auf das Konto der Sektion Berlin-Brandenburg IBAN: DE 04 1005 0000 1210 0613 05 Berliner Sparkasse Kennwort »Fontane-Seminar«

                Programm:

                10:00 Uhr Dr. Jana Kittelmann (Berlin/Halle): »'daß ich lieber über die Bredows, als über mich selber schreibe' - Bemerkungen zu Fontanes Autobiographien«

                11:00-11:15 Uhr Kaffeepause

                11:15 Uhr Dr. Gabriele Radecke (Göttingen):
                Die Große Brandenburger Ausgabe oder Warum und wie wir Fontanes autobiographisches Werk neu edieren

                12:15-13:30 Uhr Mittagessen

                13:30 Uhr Dr. Wolfgang Rasch (Berlin): Wege zum Kommentar - Wie man Fontanes Autobiographie letzte Geheimnisse entlockt

                14:30 Uhr Matthias Grüne (Leipzig): »Und nun noch ein Geschichtchen«. Zur Erzählstruktur in »Von Zwanzig bis Dreißig«

                15:30-16:00 Uhr Abschluss und Kaffeetrinken



              Fernsehsendung


              • rbb-Fernsehen
                Theodor: Theatergeschichten aus der Mark und aus Berlin; u.a. Fontane als Theaterkritiker und die Neuedition seiner Theaterkritiken an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle. Ein Beitrag von Dagmar Lembke

                am 19. April 2015 | 18:32 - 19:00 Uhr
                Online verfügbar in der Mediathek.



              Interview


              • Dr. Gabriele Radecke und Mathias Göbel: »Perspektiven der digitalen Editionsphilologie: Die Hybrid-Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern.« Interview im Rahmen der Masterclass »Digitale Editionen« an der WWU Münster, 19./20. Februar 2015

              • Publikation

                Von Zwanzig bis Dreißig klein Am 5. Dezember 2014 ist erschienen:
                Theodor Fontane: »Von Zwanzig bis Dreißig«. Hrsg. von der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, kommentiert von Wolfgang Rasch (GBA – Das autobiographische Werk, Band 3)

                »Von Zwanzig bis Dreißig« ist unter Fontanes Werken das Buch, in dem er sich am unmittelbarsten mitteilt und sich durchaus zu seinen Vorlieben und Abneigungen bekennt. Es erschien wenige Monate vor seinem Tod im Sommer 1898 und wurde schon von den Zeitgenossen als literarisches »Vermächtnis« gefeiert. Über die Schilderung der 1840er Jahre hinaus ist dieser Rückblick auf ein Zeitalter ein bis heute belebendes Bekenntniswerk geblieben, fesselnd vor allem durch Fontanes Persönlichkeit, die sich humorvoll, klug und selbstkritisch darin ausspricht. Dem unterhaltsamen Plauderer gelingt es, Erinnerung, Betrachtung und Bekenntnis kunstvoll ineinanderzufügen und so eine Autobiographie zu schaffen, die weit über die gewohnten Muster der zeitgenössischen Memoirenliteratur hinausgeht.
                Mit diesem Band liegt der Text erstmals wieder in historischer Gestalt vor. Der forschungs- und quellenfundierte kulturhistorische Kommentar des Bandbearbeiters Wolfgang Rasch lotet das Spannungsverhältnis zwischen ›Dichtung und Wahrheit‹ aus, indem er Irrtümer Fontanes korrigiert sowie Euphemisierungen, Selbsttäuschungen und Lücken in der Darstellung benennt. Er informiert über Ereignisse des Alltagslebens inmitten der großen historischen Ereignisse, die in Berlin in den Märztagen von 1848 einen Höhepunkt erreichen. Erstmals wurden zahlreiche biographische Details erschlossen, die bisher auch in den Fontane-Biographien nicht zu finden sind.
                Mit dem Band »Von Zwanzig bis Dreißig« wird die Große Brandenburger Ausgabe von Gabriele Radecke und Heinrich Detering an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen fortgeführt. Eine Gruppe erfahrener Editoren und wissenschaftlicher Nachwuchsmitarbeiter bereitet die weiteren Abteilungen »Das autobiographische Werk«, »Das kritische Werk« und »Das reiseliterarische Werk« vor. Das neue Herausgeberteam knüpft an das erfolgreiche Konzept der Ausgabe an und entwickelt es weiter im Interesse aller Fontane-Leserinnen und -Leser sowie der an diesem Schriftsteller interessierten Wissenschaftler.

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