Theodor Fontane - Arbeitsstelle

Neuigkeiten

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Aktuelle Publikationen siehe hier.
Rezensionen zur Großen Brandenburger Ausgabe siehe hier.


Hybrid-Edition der Notizbücher Theodor Fontanes


  • Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung (BSCW-Stiftung)

    Der Abschluss der digitalen Edition und Buchausgabe von Theodor Fontanes Notizbüchern zum Ende des Fontane-Jubiläumsjahres 2019 ist gesichert! Das Projekt, das an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) unter der Gesamtleitung von Dr. Gabriele Radecke und der IT-Leitung von Prof. Dr. Heike Neuroth (2011-2015) und Dr. Mirjam Blümm (seit 2015) entsteht, wurde von Juni 2011 bis Juni 2017 von der DFG finanziert (Sachbeihilfe; Module Eigene Stelle und Basismodul). Wir sind sehr dankbar, dass unser Antrag auf Abschlussfinanzierung für ein letztes siebtes Projektjahr nun in vollem Umfang bewilligt worden ist.

    Die BSCW-Stiftung fördert zusätzlich die Codierung und Kommentierung der Register und Sacherläuterungen von elf Notizbüchern in Kasten D.
    Fontane benutzte diese Notizbücher zwischen 1864 und 1871. Es ist der Zeitraum, in dem er als Kriegsberichterstatter in Schleswig-Holstein und Jütland (1864), in Böhmen (1866) und in Frankreich (1870/71) tätig, aber auch als Reisender durch die Mark Brandenburg unterwegs war (1864). Auch hierfür sagen wir herzlichen Dank!

    Die Ergebnisse unserer philologischen und technischen Arbeit werden sukzessive im Fontane-Notizbuch-Portal veröffentlicht, das an der SUB von Mathias Göbel entwickelt wurde; die Buchausgabe erscheint im Walter de Gruyter Verlag. Die digitale Aufbereitung der Notizbücher (Digitalisate, Transkriptionen, Kommentare und Register) bildet eine wichtige Grundlage für die beiden Fontane-Ausstellungen 2019, die von Prof. Dr. Heike Gfrereis und Dr. Christiane Barz in Zusammenarbeit mit dem Museum Neuruppin und dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam (HBPG) kuratiert werden. Somit leisten wir von der Göttinger Universität auch einen Beitrag für das in Brandenburg gefeierte Fontane-Jahr 2019.





Publikation


    Keyserling
  • Am 16. März 2018 ist im Reclam Verlag eine von Gabriele Radecke hrsg. und kommentierte Neuausgabe von Eduard von Keyserlings Roman „Wellen“ erschienen, der 1911 erstmals veröffentlicht wurde. Über die Entstehung dieses Textes weiß man nicht viel; Keyserling hatte bestimmt, dass sein Nachlass vernichtet werden sollte. Das Nachwort informiert u.a. über den historischen, bislang nicht bekannten Schauplatz.
    Weitere Informationen
  • In einer ersten Doppelrezension zu Modicks „Keyserlings Geheimnis“ und zu Keyserlings „Wellen“ schreibt Tilman Krause am 21. März 2018 in der „Welt“ unter anderem: „Während wir bei Modick gewissermaßen einen 'mittleren' Keyserling erleben, der seine wichtigsten Werke noch vor sich hat, beschert uns der Reclam-Verlag jetzt eine Neuausgabe von Keyserlings [...] 'Wellen' (189 S., 12 €), die erstmals minutiös kommentiert und interpretatorisch fundierter als bisher erschlossen werden. Verantwortlich ist dafür die Germanistin und Fontane-Forscherin Gabriele Radecke, der wir auch den bisher einzigen edierten Briefwechsel Keyserlings verdanken, den mit seinem Neffen Hermann von Keyserling. Radecke kann den 'Bullenkrug', Schauplatz des Romans, erstmals entschlüsseln und historisch einordnen. Es handelte sich dabei um ein relativ einfaches Wirtshaus in der Nähe der Festung Dünamünde bei Riga, wie sie überhaupt allerhand militärische Bezüge in dieser Sommergeschichte aufzeigt. Dünamünde war 1701 und 1812 Kriegsschauplatz. Sie galt noch zu Keyserlings Zeit als eine der stärksten Seefestungen Europas."






Preis des Stiftungsrats der Universität Göttingen, Kategorie "Wissenschaft und Öffentlichkeit"


  • Am 8. Dezember 2017 wurden die Preise des Stiftungsrats für besondere Aktivitäten und Leistungen vergeben. Die Preiskategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ würdigt Initiativen, mit denen neue Erkenntnisse und das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsprozesse der Öffentlichkeit vermittelt werden. In dieser Kategorie wurde Dr. Gabriele Radecke für den vorbildlichen Transfer aktueller wissenschaftlicher Themen in eine breite Öffentlichkeit ausgezeichnet. Radecke leitet die Theodor Fontane-Arbeitsstelle am Seminar für Deutsche Philologie. Durch die wegweisende Verbindung konventioneller und digitaler Methoden bei der Edition des Werks von Theodor Fontane ist es ihr gelungen, unter Einhaltung höchster wissenschaftlicher Standards ihre Forschung anschaulich einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Weitere Informationen Auch das "Göttinger Tageblatt" berichtete über die Preisverleihung.



  • Die Theodor Fontane-Arbeitsstelle und das Fontane-Jubiläumsjahr 2019


    • Die Theodor Fontane-Arbeitsstelle unterstützt mit ihren wissenschaftlichen Editionsprojekten die Vorbereitungen des Fontane-Jubiläums 2019. Insbesondere die Ergebnisse der digitalen Notizbuch-Edition bilden eine Basis für die Fontane-Leitausstellung im Museum Neuruppin und die Ausstellung in Potsdam (Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte). Im Juni 2017 fand die konstituierende Sitzung des wissenschaftlichen Beirats statt; Dr. Gabriele Radecke wurde zusammen mit Prof. Dr. Roland Berbig (Humboldt-Universität Berlin) zur wissenschaftlichen Sprecherin des Gremiums gewählt. Weitere Informationen

    • Große Brandenburger Ausgabe: Fontanes "Jenseit des Tweed" in neuer Edition


        Jenseit des Tweed am kleinsten
      • Am 15. Januar 2017 ist ein neuer Band der Großen Brandenburger Ausgabe erschienen. Mit "Jenseit des Tweed", hrsg. von Maren Ermisch in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, wird die Abteilung "Das reiseliterarische Werk" eröffnet. Rezensionen






      • Publikation


          Ebner-Eschenbach
        • Im November 2016 ist die Erstedition des Briefwechsels zwischen Marie von Ebner-Eschenbach und Josephine von Knorr erschienen, hrsg. von Ulrike Tanzer, Irene Fußl, Lina Maria Zangerl und Gabriele Radecke Weitere Informationen und Rezension in der FAZ








        Digitale Fontane Notizbuch-Edition


        • Am 6. Oktober 2016 wurde die Editorische Gesamtdokumentation zur digitalen Fontane-Notizbuch-Edition in einer Beta-Version publiziert. Sie umfasst das editionsphilologisch-digitale Gesamtkonzept und informiert sehr detailliert über die Ergebnisse der Materialautopsie der 10.000 Notizbuchseiten und über Fontanes Arbeitsweise. Sie wurde von Gabriele Radecke unter Mitarbeit von Martin de la Iglesia und Mathias Göbel geschrieben. weitere Informationen


        • Am 14. Juli 2016 wurden zwei weitere Notizbücher Fontanes im Fontane-Portal der Universität Göttingen (Fontane-Arbeitsstelle)/Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in einer Beta-Version publiziert. Somit sind nun alle Notizbücher Fontanes von seiner Reise nach Thüringen (1873) in ihrer Geschlossenheit erstmals veröffentlicht. Im Herbst folgen alle Notizbücher mit Fontanes Theater-Aufzeichnungen sowie die Gesamtdokumentation/Editionsprinzipien der ersten wissenschaftlichen digitalen Fontane-Edition. Zum Fontane-Notizbuch-Portal geht es
          hier.

        • Fontane-Seminartag


          • 19. November 2016, 10-16 Uhr: Theodor Fontane: »Jenseit des Tweed« - Zu Edition und Interpretation des reiseliterarischen Werks. Fontane-Seminartag.
            Tertianum Seniorenresidenz. Passauer Straße 5-7, Berlin.

            Im Januar 2017 erscheint Fontanes »Jenseit des Tweed« im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe. Schottland hat nicht nur auf Fontane eine große Faszination ausgeübt, sondern auch auf andere Schriftsteller. Maren Ermischs ausführlicher Kommentar kontextualisiert Fontanes Reisebericht, der zunächst in Journalen und dann 1860 als Buch publiziert wurde, auf vielfältige Weise: mit dem literarischen Hintergrund, mit den vielen anderen deutschen, im 19. Jahrhundert entstandenen Schottland-Reiseberichten und auch mit Fontanes Quellen, derer er sich wie seine Schriftstellerkollegen 'bediente'. Zudem hat der Kommentar Fakten und Fiktionen des Textes herausgearbeitet und gezeigt, dass Fontane immer wieder historische Faktizität zugunsten von spannenden Anekdoten ignoriert bzw. der Literatur gern den Vorzug vor der Geschichtsschreibung gibt.
            Das Seminar »Fontanes 'Jenseit des Tweed' - Zu Edition und Interpretation des reiseliterarischen Werks« wird gemeinsam von der Theodor Fontane Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg und der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen veranstaltet. Es widmet sich dieser Neuedition und wird insbesondere das Verhältnis zwischen der historischen und der literarischen Ebene hinterfragen sowie Fontane als Reiseschriftsteller im Kontext anderer Autoren vorstellen.

            Kostenbeitrag Seminar incl. Mittagessen und Kaffee/Tee: 37,00 Euro/Teilnehmer
            Anmeldung bis 31.10.2016 durch Überweisung auf das Konto der Sektion Berlin-Brandenburg IBAN: DE 04 1005 0000 1210 0613 05 - Berliner Sparkasse - Kennwort 'Fontane-Seminar'

            Programm
            10:00 Uhr Dr. Gabriele Radecke (Göttingen): »Jenseit des Tweed« - Zum Auftakt der Abteilung 'Das reiseliterarische Werk' der Großen Brandenburger Ausgabe

            10:30 Uhr Dr. Jana Kittelmann (Berlin/Halle): »...die Quitzows und die Montroses, die Zastrows und die Douglas« - Theodor Fontane und Fanny Lewald in Schottland

            11:30 Uhr Hans-Jürgen Pahn: Reisebilder aus Schottland

            12:30 Uhr Mittagessen

            13:45 Uhr Dr. Maren Ermisch (Göttingen): »Erzählungen eines letzten Romantikers« Fontanes »Jenseit des Tweed« im Kontext deutscher Reiseberichte

            14:45 Uhr Kaffeepause

            15:00 Uhr Prof. Dr. Daniel Göske (Kassel/Göttingen): »Vergleichungen«: Fragen und Thesen zu Fontanes »Ein Sommer in London«



          Tagungsbericht Fontane-Seminartag


          • Der Tagungsbericht zum Fontane-Seminar »Fontanes ›Von Zwanzig bis Dreißig‹ – Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks«, 14. November 2015, ist erschienen.



          Nominierung DH Awards 2015


          • Das Fontane-Notizbuch-Portal wurde für die DH Awards 2015 nominiert (Kategorie "Best DH Data Visualization"). Zur Abstimmung geht es hier.



          Interview



          Fontane-Portal der digitalen Notizbuch-Edition


          • Am 15. Juli 2015 haben wir das Göttinger Fontane-Portal freigeschaltet. Es wurde von Mathias Göbel entwickelt und informiert zunächst über die digitale Edition der 67 Notizbücher, die an der FontaneArbeitsstelle und an der SUB Göttingen erarbeitet wird. Es ist das erste wissenschaftliche Fontane-Portal. Das erste Notizbuch (C7, Thüringen 1873) wurde am 8. Dezember 2015 in einer Beta-Version publiziert.



          Öffentliche Resonanz zur digitalen Edition der Notizbücher Fontanes


          • Digital Humanities Summit 2015. Grußwort der Staatssekretärin im Bundesministerium für
            Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, am 3. März 2015 in Berlin:

          • Die Botschaft der digitalen an die eher analogen Geisteswissen­schaftler lautet meines Erachtens: Die neuen Techniken und Methoden entwerten die geisteswissenschaftliche Ausbildung und Arbeit keinesfalls. Vielmehr: Sie ergänzen sie. Sie ersetzen keine Rekonstruktion von Text und Kontext, keine Bildbeschreibung, keine Musikgeschichte, sie erleichtern sie. Bekannte geisteswissenschaftliche Fragen lassen sich vielfach besser bearbeiten und neue Fragen erstmals stellen. Und am Ende zählen bei aller Verfügbarkeit von Daten und Dokumenten nach wie vor intellektuelle Anstrengung, Vorstellungskraft und Urteilsvermögen.

            Ein Beispiel dafür ist die Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern der Fontane-Arbeitsstelle der Georg August-Universität Göttingen.
            Diese Edition ermittelt, transkribiert, codiert, kommentiert und veröffentlicht erstmals alle Notizbuchniederschriften des Verfassers der Wanderungen durch die Mark Brandenburg, der Effi Briest, des Stechlin.

            Sie nimmt die Dynamik von Schreib- und Produktionsprozessen in den Blick und macht sie sichtbar. Für die komplexen Aufgaben werden die Dienste und Werkzeuge von TextGrid genutzt, angepasst und teilweise weiterentwickelt.

            Hier wird deutlich: Digitalisierung und fachwissenschaftliche Expertise tragen gemeinsam dazu bei, einen lebendigen Eindruck von Fontanes allmählicher Verfertigung der Gedanken beim Schreiben zu vermitteln, von seinem Netzwerk, seinen weitläufigen Interessen.


            Fontane-Seminartag


            • 14. November 2015, 10-16 Uhr: Fontane-Seminartag: Fontanes »Von Zwanzig bis Dreißig« - Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks
              Tertianum Seniorenresidenz. Passauer Straße 5-7, Berlin.

              2014 ist Fontanes »Von Zwanzig bis Dreißig« im Rahmen der Großen Brandenburger Ausgabe erschienen, die nunmehr unter der wissenschaftlichen Leitung von Gabriele Radecke und Heinrich Detering fortgeführt wird. Insbesondere Wolfgang Raschs Kommentar, der in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen entstanden ist, hat zahlreiche neue historische Details zu Tage gefördert.

              Das Seminar »Fontanes 'Von Zwanzig bis Dreißig' - Zu Edition und Interpretation des autobiographischen Werks« wird gemeinsam von der Theodor Fontane Gesellschaft Sektion Berlin-Brandenburg und der Theodor Fontane-Arbeitsstelle veranstaltet. Es widmet sich diesem editorischen Ereignis und wird insbesondere das Verhältnis zwischen der historischen und der literarischen Ebene hinterfragen sowie Fontanes autobiographisches Erzählverfahren vorstellen.

              Kostenbeitrag Seminar incl. Mittagessen und Kaffee/Tee: 30,00 Euro/Teilnehmer
              Anmeldung bis 31.10.2015 durch Überweisung auf das Konto der Sektion Berlin-Brandenburg IBAN: DE 04 1005 0000 1210 0613 05 Berliner Sparkasse Kennwort »Fontane-Seminar«

              Programm:

              10:00 Uhr Dr. Jana Kittelmann (Berlin/Halle): »'daß ich lieber über die Bredows, als über mich selber schreibe' - Bemerkungen zu Fontanes Autobiographien«

              11:00-11:15 Uhr Kaffeepause

              11:15 Uhr Dr. Gabriele Radecke (Göttingen):
              Die Große Brandenburger Ausgabe oder Warum und wie wir Fontanes autobiographisches Werk neu edieren

              12:15-13:30 Uhr Mittagessen

              13:30 Uhr Dr. Wolfgang Rasch (Berlin): Wege zum Kommentar - Wie man Fontanes Autobiographie letzte Geheimnisse entlockt

              14:30 Uhr Matthias Grüne (Leipzig): »Und nun noch ein Geschichtchen«. Zur Erzählstruktur in »Von Zwanzig bis Dreißig«

              15:30-16:00 Uhr Abschluss und Kaffeetrinken



            Fernsehsendung


            • rbb-Fernsehen
              Theodor: Theatergeschichten aus der Mark und aus Berlin; u.a. Fontane als Theaterkritiker und die Neuedition seiner Theaterkritiken an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle. Ein Beitrag von Dagmar Lembke

              am 19. April 2015 | 18:32 - 19:00 Uhr
              Online verfügbar in der Mediathek.



            Interview


            • Dr. Gabriele Radecke und Mathias Göbel: »Perspektiven der digitalen Editionsphilologie: Die Hybrid-Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern.« Interview im Rahmen der Masterclass »Digitale Editionen« an der WWU Münster, 19./20. Februar 2015

            • Publikation

              Von Zwanzig bis Dreißig klein Am 5. Dezember 2014 ist erschienen:
              Theodor Fontane: »Von Zwanzig bis Dreißig«. Hrsg. von der Theodor Fontane-Arbeitsstelle, kommentiert von Wolfgang Rasch (GBA – Das autobiographische Werk, Band 3)

              »Von Zwanzig bis Dreißig« ist unter Fontanes Werken das Buch, in dem er sich am unmittelbarsten mitteilt und sich durchaus zu seinen Vorlieben und Abneigungen bekennt. Es erschien wenige Monate vor seinem Tod im Sommer 1898 und wurde schon von den Zeitgenossen als literarisches »Vermächtnis« gefeiert. Über die Schilderung der 1840er Jahre hinaus ist dieser Rückblick auf ein Zeitalter ein bis heute belebendes Bekenntniswerk geblieben, fesselnd vor allem durch Fontanes Persönlichkeit, die sich humorvoll, klug und selbstkritisch darin ausspricht. Dem unterhaltsamen Plauderer gelingt es, Erinnerung, Betrachtung und Bekenntnis kunstvoll ineinanderzufügen und so eine Autobiographie zu schaffen, die weit über die gewohnten Muster der zeitgenössischen Memoirenliteratur hinausgeht.
              Mit diesem Band liegt der Text erstmals wieder in historischer Gestalt vor. Der forschungs- und quellenfundierte kulturhistorische Kommentar des Bandbearbeiters Wolfgang Rasch lotet das Spannungsverhältnis zwischen ›Dichtung und Wahrheit‹ aus, indem er Irrtümer Fontanes korrigiert sowie Euphemisierungen, Selbsttäuschungen und Lücken in der Darstellung benennt. Er informiert über Ereignisse des Alltagslebens inmitten der großen historischen Ereignisse, die in Berlin in den Märztagen von 1848 einen Höhepunkt erreichen. Erstmals wurden zahlreiche biographische Details erschlossen, die bisher auch in den Fontane-Biographien nicht zu finden sind.
              Mit dem Band »Von Zwanzig bis Dreißig« wird die Große Brandenburger Ausgabe von Gabriele Radecke und Heinrich Detering an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen fortgeführt. Eine Gruppe erfahrener Editoren und wissenschaftlicher Nachwuchsmitarbeiter bereitet die weiteren Abteilungen »Das autobiographische Werk«, »Das kritische Werk« und »Das reiseliterarische Werk« vor. Das neue Herausgeberteam knüpft an das erfolgreiche Konzept der Ausgabe an und entwickelt es weiter im Interesse aller Fontane-Leserinnen und -Leser sowie der an diesem Schriftsteller interessierten Wissenschaftler.

              Rezensionen