Online-Hilfsmittel für die Germanistische Mediävistik

Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl an Hinweisen und Links zur Online-Recherche für die Germanistische Mediävistik, die für die Seminarvor- und -nachbereitung, bei Referaten oder Hausarbeiten und zur allgemeinen Information nützlich sind.


Fachportale

Fachreferat Germanistik der SUB Göttingen

Hier erhalten Sie Informationen und Tipps zur Literaturrecherche sowie zum Erstellen einer Hausarbeit, können sich für Workshops zur Literaturrecherche anmelden und z.B. Anschaffungsvorschläge von Büchern zur Erwerbung durch die SUB einreichen. Abrufbar sind dort auch nähere Hinweise zu den Nutzungsmöglichkeiten des Datenbank-Infosystems (DBIS)


Mediaevum

Das altgermanistische Internetportal Mediaevum.de bietet eine große Bandbreite an Informationen zur Literatur des Mittelalters, zu aktuellen Forschungsvorhaben sowie zu diversen Online-Hilfsmitteln (z.B. Wörterbücher) und gibt wertvolle Hinweise zur Studienorganisation (inkl. Studierendenforum). Hilfreich ist außerdem eine Linkliste zu den Download-Möglichkeiten von mediävistischen Sonderzeichen


Germanistik im Netz (GiN)

Das von der UB Frankfurt a.M. betreute Fachportal der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft ermöglicht u.a. eine Metasuche, die sowohl Kataloge einzelner Spezialbibliotheken wie auch wesentliche Fachbibliographien zusammenfasst. Ein Vollzugriff auf die in diesem Zusammenhang enthaltene BDSL (s.u.) ist jedoch nur aus dem Campus-Netz möglich.


Bibliographische Datenbanken

Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft (BDSL)

Diese für die Germanistik grundlegende Bibliographie (auch bekannt als: der ,Eppelsheimer-Köttelwelschʻ) erschließt die ab 1985 erschienene internationale Forschungsliteratur. Ihr Schwerpunkt liegt auf der neueren Literaturwissenschaft (beginnend mit der Frühen Neuzeit), die Mediävistik ist aber in Auswahl berücksichtigt.

Die Jahrgänge 1985 bis 1995 sind frei zugänglich, der Vollzugriff ist über das Datenbank-Informationssystem (DBIS) im Uni-Netz und per HAN-Server hier möglich.


Regesta Imperii-Opac (RI-Opac)

Der RI-Opac ist eine frei zugängliche Literaturdatenbank zur fächerübergreifenden mediävistischen Forschung, vor allem der historischen Disziplinen von der Spätantike bis zur Frühen Neuzeit sowie deren Nachbardisziplinen (z.B. die germanistische Mediävistik). Er bietet als Vorteil breite Recherchemöglichkeiten auch nach unselbstständigen Forschungsbeiträgen (Aufsätze in Sammelbänden und Zeitschriften etc.).


International Medieval Bibliography (IMB)

Die IMB ist eine Bibliographie zum europäischen Mittelalter (ca. 450–1500), die mediävistische Beiträge ab 1967 verzeichnet. Sie enthält ausschließlich unselbstständig erschienene Literatur (keine Monographien). Die Publikationen sind teilweise durch kurze Exzerpte erschlossen. Die Lizenz der IMB ist kürzlich von der SUB erworben, ein kostenfreier Vollzugriff ist nun über das DBIS im Uni-Netz und per HAN-Server möglich.


Wörterbücher für einzelne Sprachstufen

Mittelhochdeutsche Wörterbücher im Verbund

Die Wörterbücher des Verbunds sind frei über das Wörterbuchnetz der Universität Trier abrufbar. Hier finden Sie u.a. das Mittelhochdeutsche Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke (,BMZʻ) wie auch Matthias Lexers Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (,Der große Lexerʻ). Bei Fragen des Bedeutungswandels kann auch ein Blick ins Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (,DWBʻ) lohnen (s. ,Diachron angelegte Wörterbücher‘ auf dieser Seite).


Mittelhochdeutsches Wörterbuch Online (MWB Online)

Das MWB Online ist das frei zugängliche Internetangebot des ,Mittelhochdeutschen Wörterbuchesʻ, das derzeit u.a. in Göttingen neu erarbeitet wird und den Wortschatz und Wortgebrach des gesamten Spektrums deutschsprachiger Texte im Zeitraum von 1050 bis 1350 umfassen soll. Seit 2006 erscheint es in einzelnen Lieferungen, bis es 2025 ganz abgeschlossen sein soll. Die Online-Version ist mit den ,Mittelhochdeutschen Wörterbüchern im Verbundʻ verlinkt. Momentan sind erst die Einträge zum Anfangsbereich des Alphabets publiziert (zum aktuellen Stand vgl. hier).


Mittelniederdeutsches Wörterbuch (,Schiller-Lübbenʻ)

Das von der Universität Heidelberg betreute Textarchiv des Deutschen Rechtswörterbuchs (,DRWʻ; s. ,Diachron angelegte Wörterbücher‘ auf dieser Seite) stellt als Faksimile das Mittelniederdeutsche Wörterbuch von Karl Schiller und August Lübben (1875-1881) frei zur Verfügung. Da nur die einzelnen Seiten der Vorlage verlinkt sind, mag es etwas dauern, bis man den gesuchten Eintrag gefunden und heruntergeladen hat; Hinweise zu alternativen Downloadmöglichkeiten finden Sie hier.


Frühneuhochdeutsches Wörterbuch (FWB-online)

FWB-online ist die Online-Version des ebenfalls in Göttingen entstehenden Frühneuhochdeutschen Wörterbuches, das den Wortschatz der hochdeutschen Sprache von ca. 1350 bis 1650 verzeichnen soll. Der Abschluss des Wörterbuches ist für 2027 geplant, die einzelnen Lieferungen erscheinen nach mehrjähriger Sperrfrist auch frei zugänglich online (die aktuell dort einsehbaren Alphabetstrecken erfahren Sie hier).


Diachron angelegte Wörterbücher

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (,DWBʻ)

Das Deutsche Wörterbuch (DWB) ist die frei zugängliche Online-Version des ,Grimm’schen Wörterbuchsʻ, das die Entwicklung und den Gebrauch des hochdeutschen schriftsprachlichen Wortschatzes seit der Mitte des 15. Jahrhunderts nachzeichnet. Die Einträge enthalten jeweils Angaben zur Etymologie, die allerdings teilweise nicht mehr dem heutigen Forschungsstand entsprechen (die einzelnen Lieferungen erschienen von 1852 bis 1961).


Deutsches Rechtswörterbuch (DRW)

Das von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften betreute Deutsche Rechtswörterbuch behandelt die Sprache des Rechts vom Beginn der schriftlichen Überlieferung in lateinischen Urkunden der Völkerwanderungszeit bis etwa 1800, richtet sich aber an einen interdisziplinären historisch arbeitenden Interessentenkreis (also auch die germanistische Mediävistik). Bisher sind in der Druckfassung 13 Bände erschienen, der frei online abrufbare Bestand erweitert sich demgegenüber relativ zeitnah; den aktuellen Stand erfahren Sie hier.


Ausgewählte Korpora mittelalterlicher Texte

Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB)

Zur Auffindung möglichst vieler literarischer Nachweise für bestimmte Lemmata und feststehende Formeln kann die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB) mit ihrer Belegstellensuche sehr hilfreich sein.


Referenzkorpus Mittelhochdeutsch (1050–1350)

Das frei online abrufbare ,Referenzkorpus Mittelhochdeutschʻ (ReM) wird vom Sprachwissenschaftlichen Seminar der Ruhr-Universität Bochum betrieben ist ein Korpus diplomatisch transkribierter und annotierter Texte des Mittelhochdeutschen (1050-1350) mit einem Umfang von ca. 2 Mio. Wortformen. Eine vereinfachte Suchmaskenfunktion steht zur Verfügung, komplexere Recherchemöglichkeiten entnehmen Sie bitte dem beigeordneten Handbuch hier.


Referenzkorpus Mittelniederdeutsch/Niederrheinisch (1200-1650)

Das ‚ReN‘ abgekürzte, von der Universität Hamburg bereitgestellte Korpus umfasst mittelniederdeutsche und niederrheinische Sprachdenkmäler von 1200 bis 1650 und basiert hierbei auf Handschriften, Drucken und Inschriften. Das Ziel besteht darin, diese mittels diplomatisch transkribierter, lemmatisierter und grammatisch annotierter Texteinträge umfangreich zu erschließen. Eine vereinfachte Suchfunktion erleichtert den Einstieg in die Arbeit mit dem ReN und ist hier verlinkt.


Handschriften und Drucke:

Handschriftencensus

Der ,Handschriftencensusʻ verzeichnet frei zugänglich die handschriftliche Überlieferung der deutschsprachigen Texte des Mittelalters. Die Einträge sind mit ersten kodikologischen und paläographischen Informationen sowie weiterführende Literatur zur handschriftlichen Überlieferung und Editionslage aus den Angaben der Marburger Repertorien verlinkt und verweisen – so vorhanden – auf bestehende Digitalisate.


Manuscripta Mediaevalia

Diese frei zugängliche Datenbank bietet einen gebündelten Zugang zur Handschriftenkatalogisierung im deutschen Sprachraum. Neben Angaben zu den Beständen können u.a. Digitalisate gedruckter Handschriftenkataloge aufgerufen werden. Zudem sind digitalisierte Handschriften verlinkt.


E-Codices

Diese virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz (angesiedelt an der Universität Fribourg) setzt es sich zum Ziel, alle mittelalterlichen Handschriften und eine Auswahl der frühneuzeitlichen Handschriften der Schweiz in digitaler Reproduktion frei zugänglich zu machen. Die Digitalisate sind mit wissenschaftlichen Beschreibungen verknüpft.


Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW)

Diese frei zugängliche Datenbank begleitet die Druckausgabe des Gesamtkatalogs der Wiegendrucke, der in alphabetischer Form sämtliche Drucke des 15. Jahrhunderts verzeichnet. Sie finden im GW sämtliche im Manuskript des Katalogs und in den bereits gedruckten Bänden desselben nachgewiesenen Inkunabelausgaben in unterschiedlicher Erschließungstiefe. Der GW verlinkt zudem, so vorhanden, auf online verfügbare Digitalisate.


Incunabula Short Title Catalogue (ISTC)

Diese Datenbank wird von der British Library seit 1980 entwickelt und enthält Informationen über nahezu alle bekannten Inkunabelausgaben. Jeder Eintrag verweist auf Kataloge und andere Bibliographien. Die frei zugängliche Online-Version enthält selbst keine Digitalisate, verlinkt jedoch – wenn möglich – auf digitale Reproduktionen von Inkunabeln.


Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16)

Das Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) ist eine retrospektive Nationalbibliographie für die Druckwerke, die im Zeitraum von 1501 bis 1600 erschienen sind. Nach Abschluss der gedruckten Ausgabe (2000) steht das VD 16 auch als frei verfügbare Datenbank online. Es werden kontinuierlich Besitznachweise in- und ausländischer Bibliotheken nachgetragen. Die Zusammenführung von VD 16 und VD 17 (Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts) in einer Datenbank, die über Gateway Bayern abrufbar ist, wird mehr und mehr optimiert.