doing university otherwise – Universität anders denken? Lehren, Forschen und wissenschaftliches Arbeiten in autoritären Zeiten

Institutskolloquium Wintersemester 2026/27

Mittwochs, 16:15 – 17:45 Uhr Raum: Theo 0.133 + hybrid über Zoom

Organisator:innen: Prof. Dr. Sabine Hess (shess@uni-goettingen.de) & Manuel Bolz, M.A. (manuel.bolz@uni-goettingen.de)

Wie verändern autoritäre Entwicklungen Universitäten, wissenschaftliches Arbeiten und die kulturanthropologische Forschungs- und Lehrpraxis? Und welche Gegenstrategien und Entwürfe akademischer Wissensproduktion werden gegenwärtig diskutiert? Das Institutskolloquium im WiSe 26/27 möchte sich diesen und weiteren Fragen aus interdisziplinärer Perspektive annähern und Handlungsmöglichkeiten diskutieren.

Die Referent:innen aus dem Fachkontext Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft und darüber hinaus erörtern historische und aktuelle Herausforderungen für universitäre Lehre, Forschung und für die Durchsetzung von institutioneller Autonomie in autoritären Zeiten unter Bedingungen wie Rechtspopulismus, wissenschaftliche Angriffe, Sparzwänge, Militarisierung, dem Abbau des Sozialsystems und kulturpolitische Sanktionen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden Fragen nach akademischer Freiheit, gesellschaftlicher und auch universitärer Verantwortung, aber auch Strategien des Umgangs mit Einschränkungen, Strukturabbau sowie Transformationspotentiale des Konzepts 'Universität' diskutiert.

Ziel ist es, die gegenwärtige wie zukünftige Rolle der Universität als Ort kritischer Wissensproduktion, Instanz gesellschaftlicher Teilhabe sowie demokratischer Auseinandersetzung zu reflektieren und alternative Perspektiven und Entwürfe auf Lehren, Forschen und wissenschaftliches Arbeiten in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Transformation zu eruieren. Insbesondere der Fachkontext Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft versteht sich als reflexive und gesellschaftliche Verhältnisse (mit-)gestaltende Disziplin. Was bedeuten gegenwärtige Veränderungen für empirische Zugänge, fachliche Identität, kollaborative Arbeitsweisen und transdisziplinäre Wirkungsgefüge? Und welche universitären Diskursräume sind denkbar und für Demokratie notwendig?

Programm



Datum Referent*in / Einrichtung Thema
28.10. Prof. Dr. Marian Füssel
(Göttingen)
(Un)-politische Universitäten? Freiheit und Aktivismus in der Geschichte der Universität
04.11. Assoc.-Prof. Dr. Jana Bacevic
(Durham, UK)
Where next? Universities in authoritarian times
18.11. KA/EE Uni Göttingen
Vollversammlung der KA/EE
nicht hybrid & Raumänderung: ZHG 006!
09.12. Dr. Patrick Wielowiejski, Dr. Ulrike Flader & Studierende
(Berlin & Bremen)
Engagierte Ethnografie in autoritären Zeiten. Möglichkeiten und Bedingungen
13.01. Svenja Schurade, MA
(Göttingen)
Autoritäre Transformationsprozesse, Solidarität und die Kraft performativer Wissensproduktionen am Beispiel Abschiebungen und Bleiberechte
27.01. Prof. Dr. Sabine Hess & Prof. i. R. Dr. Beate Binder
(Göttingen & Berlin)
Gegen Krise denken
03.02. Dr. M Knappik & Studierende
(Göttingen)
Von Hoffnung, utopischen Sehnsüchten und der Dekolonisierung von Zeitlichkeit: Migrationszukünfte gemeinsam erforschen
10.02. Prof. Dr. Petra Dobner, Prof. Dr. Ramin Yahyapour, Prof. Dr. Inge Hanewinkel & weiteres Präsidiumsmitglied
(Halle-Wittenberg & Göttingen)
Roundtable: Institutionelle Resilienz gegen anti-demokratische Entwicklungen und Angriffe steigern
abweichende Uhrzeit: 18:15 Uhr & Raumänderung: ZHG 006!


Zugangsdaten für die Teilnahme über Zoom:
https://gwdg.zoom.us/j/83158654213?pwd=pINvTQOQOyobGVDF1D1B2sTD4g1FgS.1
Meeting-ID: 831 5865 4213
Kenncode: 448733