Institut für Landwirtschaftsrecht

Institut für Landwirtschaftsrecht


Herzlich Willkommen auf der Homepage des Instituts für Landwirtschaftsrecht!


Das Institut wurde im Jahr 1961 gegründet und zählt heute zu einer der führenden Forschungsstellen des Agrarrechts in Deutschland und Europa.

Forschungsschwerpunkte sind das europäische, nationale und vergleichende Agrarrecht, insbesondere das landwirtschaftliche Pachtrecht, Grundstückverkehrsrecht, Wettbewerbsrecht, Beihilfenrecht, Urheberrecht, Recht der erneuerbaren Energien, Lebensmittelrecht, Naturschutzrecht, Tierschutzrecht und das Recht des ländlichen Raums.

Die Institutsbibliothek umfasst ca. 25.000 Bände zu den Forschungsschwerpunkten.


Vortragsreise des Instituts für Landwirtschaftsrecht nach Japan


Vom 5. bis 11. September 2022 besuchte das Institut für Landwirtschaftsrecht Japan auf Einladung von Prof. Dr. Yoshiki Kurumisawa, Juristische Fakultät der Waseda-Universität, Tokio. Die Delegation bestand aus Prof. Dr. José Martínez, der Lehrbeauftragten Frau RA Anna Kiermeier, den Mitarbeiter*innen Frau Friederike Heise, Frau Cara von Nolting und Herr Jonas Lohstroh und der Doktorandin Frau Anna-Lena Poppe.
Im Rahmen des Besuchs nahm die Delegation am 7. September an einer Vortragsveranstaltung an der Ryukoku-Universität in Kyoto teil. Hierzu hatte der Dekan der juristischen Fakultät, Prof. Dr. Mahoro Murasawa, eingeladen. Gegenstand der Vortragsveranstaltung waren die Ökologisierung der Landwirtschaft und die Industrialisierung der Landwirtschaft. Zum ersten Teil stellte Prof. Dr. José Martínez die deutsche Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau vor und Cara von Nolting referierte zur europäischen Farm to Fork Strategie. Die Industrialisierung wurde im Spannungsfeld zur Erhaltung des bäuerlichen Familienbetriebs von Friederike Heise und Jonas Lohstroh beleuchtet. Den Vorträgen schloss sich eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmer*innen der japanischen Seite an.
Am 8. September fand ein Treffen der Delegation bei Koriyama mit dort ansässigen Landwirt*innen statt. Prof. Dr. Yoshiki Kurumisawa, Professor an der juristischen Fakultät der Waseda-Universität in Tokio, lud ein, um über die Zukunft der nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland zu diskutieren, während die deutschen Vertreter*innen über neue Initiativen zur Förderung von Waldeigentum und Erneuerbaren Energie informiert wurden. In diesem Rahmen trug Prof. Dr. José Martínez zur Zukunftsstrategie des ökologischen Landbaus in Deutschland vor. Von Herrn Shoei Watanabe wurden die Mitreisenden über die Aktivitäten der Satoyama Restoration Godo Kaisha (LLC) und von Frau Megumi Kondo über ökologische Landwirtschaft und Bürgerenergie informiert.
Durch den Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes vor Ort, der teilweise ökologisch bewirtschaften wird, bekam das Institut für Landwirtschaftsrecht einen guten Einblick in die praktische japanische Landwirtschaft.
Abschließend fand am 10. September an der Waseda-Universität Tokio ein Symposion mit dem Titel „Politik und Rechtliche Gestaltung zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Bodennutzung in Deutschland und Japan“ statt. Frau Anna-Lena Poppe stellte von deutscher Seite Subventionen als öffentliches Instrument zur Gestaltung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Bodennutzung am Beispiel der Gemeinsamen Agrarpolitik vor, über die rechtliche Regulierung des Transfers von Boden und Share Deal informierte Frau RA Anna Kiermeier und Prof. Dr. José Martínez gab einen Überblick über die Politik und rechtliche Gestaltung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Bodennutzung in Deutschland. In die Nachhaltigkeit der japanischen Agrarpolitik wurde anhand von Vorträgen von Prof. Dr. Mitsuhiko Ando zur Absicht und Aufgabe der japanischen „Strategie für das grüne Lebensmittelsystem“ und von Prof. Dr. Yoshiki Kurumisawa zur Politik und rechtliche Gestaltung zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Bodennutzung in Japan eingeführt. Den Vorträgen schloss sich eine gemeinsame Kommentar- und Diskussionsrunde an, die durch zahlreiche Wortbeiträge einen regen Austausch ermöglichte.
Die Delegation verband ihren Aufenthalt mit dem Besuch verschiedener Kulturdenkmäler in weiten Teilen des Landes.
Wir danken unserem Gastgeber, Prof. Yoshiki Kurumisawa, sehr herzlich für den fruchtbaren Austausch und die vielfältigen Eindrücke, die wir dank ihm sowohl akademischen als auch kulturell von Japan mitnehmen konnten.


Die "Göttinger Kamingespräche zum Agrarrecht" jetzt auch als Podcast


Sie haben einen Termin verpasst oder wollen die Kamingespräche unterwegs nochmal genießen? Das ist ab jetzt möglich. Die Kamingespräche sind jetzt als Podcast verfügbar.
Hier geht es zum Podcast auf Spotify.
Auch können Sie sich die neuste Folge auf YouTube anschauen.
Wir würden uns freuen, Sie bei unseren Kamingesprächen begrüßen zu können.


Beitrag von Frau Graß über "Hofeswert - was nun?"


In ihrem aktuellen Beitrag "Hofeswert - was nun?" beschäftigt sich Frau Graß mit den Auswirkungen des nun nicht mehr erhobenen Einheitswertes auf die Hofabfindung der weichenden Erben und der Pflichtteilsberechtigten. Der gesamte Beitrag kann hier nachgelesen werden.


Rechtsökonomie und Bodenmarkt im Agrarrecht, Schriften zum Agrar-, Umwelt- und Verbraucherschutzrecht, Bd. 90, Baden-Baden 2022 - von Philipp Halm


Seit 2009 haben sich die Kauf- und Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen dynamisch entwickelt und damit eine Debatte über die Notwendigkeit einer stärkeren Bodenmarktregulierung angestoßen. Als Auslöser für diese Preisentwicklungen werden u.a. zunehmende Eigentumskonzentrationsprozesse und der steigende Einfluss außerlandwirtschaftlicher Investoren angeführt.
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Thematik erstmals aus rechtsökonomischer Perspektive. Hierzu werden anhand aktueller empirischer Daten wesentliche Bodenpreisdeterminanten identifiziert. Darauf aufbauend werden die bekannten Regelungsvorschläge zur Erweiterung des bodenrechtlichen Ordnungsrahmens einer kritischen Überprüfung unterzogen und eigene Vorschläge entwickelt.


Seminar - Rechtsfragen zur Landwirtschaft im geopolitischen Kontext


Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Vulnerabilität der Ernährungs- und Rohstoffversorgung durch die Landwirtschaft verdeutlicht: Sei es durch die Landwirtschaft als militärisches Ziel, sei es durch die Zerstörung von Agrarstrukturen, sei es durch die Unterbrechung von Lieferketten.
Diese Probleme und Herausforderungen werden aus völkerrechtlicher, europarechtlicher und wirtschaftsverfassungs- sowie wirtschaftsverwaltungsrechtlicher Perspektive untersucht.

Es können Seminar- und Studienarbeiten in den Schwerpunktbereichen 2, 5 und 9 übernommen werden. Es werden insgesamt 15 Themen vergeben.

Anmeldungen sind bis zum 20.07.2022 per E-Mail möglich an: iflr@jura.uni-goettingen.de
Geben Sie bitte bei der Anmeldung Ihre Matrikelnummer mit an.

Sollten mehr Anmeldungen eingehen als Plätze zur Verfügung stehen, werden die Plätze im Wege des Losentscheids vergeben. Die Platzvergabe erfolgt am 21.07.2022.
Die verbindliche Annahme eines Platzes muss bis zum 24.07.2022 per E-Mail an das Institut und Anmeldung in FlexNow erfolgen. Ein Nachrückverfahren wird durchgeführt, sofern nicht alle Plätze am 24.07.2022 angenommen/besetzt werden.

Eine Vorbesprechung findet am Do., 14.07.2022, 14 Uhr ct. über Zoom (Link zur Videokonferenz: https://uni-goettingen.zoom.us/j/68659728145?pwd=bUJSdnh6TU41MGhYalN5cEl2MXBxUT09) mit dem Kenncode: 492991 statt.

1. Termin: Ausgabe am 29.08.2022,

2. Termin: Ausgabe am 29.09.2022,

3. Termin: Ausgabe am 01.11.2022


Wahl von Prof. Martínez zum Vorsitzenden der Senatskommission für Informationsmanagement


Die Senatskommission für Informationsmanagement (KIM) hat Prof. Martinez in ihrer Sitzung am 12.5. 2022 zum Vorsitzenden gewählt.
Die KIM nimmt Querschnittsaufgaben der Evaluation und Entwicklung der informationellen Infrastruktur einschließlich der Zusammenarbeit innerhalb des Göttingen Campus sowie des Datenmanagements, der Datensicherheit und des Datenschutzes war.


Bestand der Westfälischen Bibliothek der Landwirtschaft (WBL) ist ab jetzt online verfügbar


Ab dem 1. Mai 2022 ist der Bestand der Westfälischen Bibliothek der Landwirtschaft (WBL), der Teil der Stiftung Landwirtschaftsverlag in Münster ist, online verfügbar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und alle anderen Interessierten können sich per Link einloggen und zu vielen Themen rund um Landwirtschaft, Landleben und Agrargeschichte recherchieren. Die Bibliothek ist auch als Präsenzbibliothek nach vorheriger Anmeldung nutzbar. Die WBL umfasst ca. 6.500 Bände praxisorientierter landwirtschaftlicher Fachliteratur aus den vergangenen fünf Jahrhunderten mit einem räumlichen Schwerpunkt auf Westfalen-Lippe bzw. Nordwestdeutschland. "Viele Bücher der Sammlung sind rar, manche sogar einzigartig und bislang in keinem Bibliothekskatalog nachgewiesen. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen den Bestand der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erklären Dr. Ludger Schulze Pals und Marc Schürmann, Vorstände der Stiftung Landwirtschaftsverlag. Ein besonderes Juwel der Bibliothek sind zum Beispiel die Ausgaben des 178 Jahre alten "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben" und seiner Vorgänger, die ab dem Gründungsjahr 1844 fast vollständig vorliegen. Der historische Buchbestand der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe bildet den Grundstock der 2008 gegründeten Sammlung. Sie konnte 2011 mit dem Erwerb eines Teils der Bibliotheken der ehemaligen Landwirtschaftsschule Lüdinghausen und des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Münsterland wesentlich erweitert werden.


Immenga/Mestmäcker Wettbewerbsrecht, Band 5: Beihilferecht mit Kommentierungen von Prof. Martínez


Die 6. Auflage von Immenga/Mestmäcker Wettbewerbsrecht, Band 5: Beihilferecht mit Kommentierungen von Prof. Martínez über "Beihilfen für Landwirtschaft und Fischerei" (XV. Abschnitt) ist erschienen. Der Immenga/Mestmäcker bietet eine umfassende Kommentierung des AEUV-Wettbewerbsrechts, des GWB und der einschlägigen EU-Verordnungen auf höchstem wissenschaftlichem ­Niveau. Die 6. Auflage bringt eine deutliche Erweiterung des Vergabe- und Beihilfen­rechts – einschließlich Verfahren und sektorspezifischer Beihilfenregelungen.
Band 5 erläutert das Beihilfenrecht, ergänzt um ausführliche Kommentierungen von Bereichen wie Energie, Verkehr und Telekommunikation.


Theoretische Grundlagen der Systembildung im Agrarrecht, Schriften zum Agrar-, Umwelt- und Verbraucherschutzrecht, Bd. 89, Baden-Baden 2022 - von José Martínez, Gottfried Holzer und Roland Norer


In dem Sammelband "Theoretische Grundlagen der Systembildung im Agrarrecht" wird das bis dato bestandene dogmatische Defizit einer unvollständigen Herausarbeitung der Prinzipien des Agrarrechts angegangen und diese Lücke gefüllt. Die theoretischen Erkenntnisse und deren Überprüfung werden anhand der Rechtsordnung Deutschlands, Österreichs und der Schweiz diskutiert. So soll die Herausarbeitung dieser strukturprägenden Prinzipien des Agrarrechts dem Gesetzgeber, der Verwaltung und der Justiz helfen, ein kohärentes Agrarrechtssystem zu entwickeln. Die Beiträge berücksichtigen die Rechtslage zum 1. November 2021 (mit Ausblick auf die am 01.01.2023 in Kraft tretende GAP-Reform).


Neuerscheinung des Kommentars zum Agrarrrecht von Düsing/Martínez


Die 2. Auflage des neu überarbeiteten Agrarrechtskommentar von Mechtild Düsing und Prof. José Martínez ist erschienen.
Der praxisgerechte, kompakte und fundierte Kommentar zum Agrarrecht erläutert die wesentlichen Aspekte dieses äußerst umfangreichen Querschnittsgebiets.
Dabei orientiert sich der Aufbau des Werkes hauptsächlich an den Vorgaben der Fachanwaltschaft für Agrarrecht (§ 14m FAO), behandelt aber auch angrenzende Rechtsbereiche und liefert daher allen mit dem Agrarrecht befassten Praktikerinnen und Praktikern verständliche Erläuterungen, solide Lösungsvorschläge und praxiserprobte Entscheidungshilfen.
Insgesamt werden mehr als 50 einzelne Gesetze und Verordnungen, teilweise auszugsweise, teilweise systematisch, kommentiert.
Das Werk behandelt die öffentlich-rechtlichen, zivilrechtlichen und strafrechtlichen Aspekte des Landwirtschaftsrechts und bietet damit die bislang einzige umfassende Kommentierung zu diesem Rechtsgebiet.





Das Institut für Landwirtschaftsrecht schließt sich der Stellungnahme der Universität zum Krieg in der Ukraine an
Wir sind zutiefst entsetzt über den Krieg in der Ukraine, einem souveränen Staat in Europa. Wir teilen die Einschätzung der Bundesregierung, dass der russische Angriff auf die Ukraine ein eklatanter Bruch des Völkerrechts und durch nichts zu rechtfertigen ist. Wir sind tief besorgt um die Menschen in der Ukraine und unsere Partnerinnen und Partner in der Wissenschaft. Wir schließen uns der Stellungnahme der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Guild of European Research-Intensive Universities an und haben mit dem Rat der Stadt eine gemeinsame Resolution vorgelegt.
Die Universität Göttingen ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und versteht sich als weltoffene Universität, die in vielfacher Hinsicht nach einem friedlichen und nachhaltigen Miteinander von Menschen und Völkern strebt. Das Völkerrecht ist gleichsam Gegenstand in Forschung und Lehre, seine Beachtung Selbstverständnis der gesamten Universität, die zahlreiche internationale Kooperationen in Forschung und Lehre mit Partnern in der ganzen Welt unterhält.
Auch an der Universität Göttingen gibt es Beschäftige und Studierende mit ukrainischer Staatsbürgerschaft. Ihnen gelten unser besonderes Mitgefühl und unsere uneingeschränkte Solidarität. Aus ersten Rückmeldungen wissen wir auch von unseren russischen Partnern, Gästen und Studierenden, dass der Krieg gegen die Ukraine verurteilt wird und man sich große Sorgen macht.
Die Universität Göttingen steht mit den Partnern in der Ukraine und Russland sowie ihren Austauschstudierenden in Russland in ständigem Kontakt und wird die Lage und Entwicklung vor Ort fortlaufend beobachten.
Die Universität Göttingen wird in Not geratene Studierende vor Ort unterstützen und die Aufnahme gefährdeter Studierender und Wissenschaftler*innen aus der Ukraine nach Kräften ermöglichen.


Resolution des Rats der Stadt Göttingen und der Georg-August-Universität Göttingen zu russischen Kampfhandlungen auf ukrainischem Boden


Der Rat der Stadt Göttingen und der Georg-August-Universität Göttingen verurteilen den völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine scharf. Es handelt sich um eine Zäsur, einen Angriff auf die internationale Ordnung und die europäische Sicherheitsarchitektur. Für das militärische Vorgehen Russlands gibt es keine Rechtfertigung.
Der Rat der Stadt und die Universität Göttingen fordern die russische Führung auf, die Souveränität der Ukraine anzuerkennen, die Truppen vom ukrainischen Staatsgebiet abzuziehen und die Invasion mit sofortiger Wirkung zu beenden. Auch die Anerkennung der Separatistengebiete Luhansk und Donezk verurteilen wir als einen Akt Russlands völkerrechtswidriger Destabilisierungsstrategie. Die Gebiete sind Teil des Territoriums der Ukraine, die ein souveräner Staat mit einem Recht auf vollständige Selbstbestimmung ist.
In diesem Konflikt kann es nur eine diplomatische Lösung geben. Die Wahrung des Völkerrechts, der Menschenrechte und des Lebens der ukrainischen Bürger*innen in Selbstbestimmung, Würde und Freiheit ist für die Stabilität der internationalen Ordnung unerlässlich. Der Rat der Stadt und die Universität Göttingen solidarisieren sich mit den Bürger*innen der Ukraine und fordern die Europäische Union und die Bundesregierung auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um denjenigen, die vor dem drohenden Krieg fliehen, eine menschenwürdige Flucht und sichere Unterkunft zu ermöglichen.
Wir begrüßen die Ankündigung der Landesregierung, ukrainische Geflüchtete aufzunehmen. Weitergehend erklärt sich die Stadt Göttingen bereit, ukrainische Geflüchtete über das Landeskontingent hinaus aufzunehmen. Göttingen fühlt sich als demokratische Stadt den Menschenrechten verpflichtet. Wir sind sicherer Hafen – auch für Bürger*innen der Ukraine.
Um die Solidarität der Stadt Göttingen mit der Ukraine symbolisch auszudrücken, wird am 18. März 2022, dem achten Jahrestag der unrechtmäßigen Annexion der Krim durch Russland, die ukrainische Flagge vor den öffentlichen Gebäuden der Stadt gehisst.


Dr. Natalia Ruiz Morato als Alexander von Humboldt Postdoctoral Fellow am Institut für Landwirtschaftsrecht


Am 01.07.2020 hat Frau Dr. Natalia Ruiz Morato ihre Forschungen als Alexander von Humboldt Postdoctoral Fellow am Institut für Landwirtschaftsrecht der Georg-August-Universität Göttingen aufgenommen.
Dr. Ruiz Morato war zuvor als Residential Fellow am Wilson Center in Washington, DC tätig. In Kolumbien war sie außerordentliche Professorin an der Universität LaSalle und Dozentin an mehreren anderen Universitäten sowie unabhängige Beraterin im Bereich Recht und Entwicklung für öffentliche und private Institutionen zu Fragen der internationalen Entwicklung, der ethnischen und indigenen Rechte sowie der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit. Sie hat mehrere wissenschaftliche Arbeiten und Buchkapitel zu diesen Themen veröffentlicht.

Nach der Promotion in Rechtswissenschaften an der Nationalen Universität von Kolumbien und erwarb Frau Dr. Ruiz Morato ihren MA in Internationalen Studien an der Korea-Universität in Seoul (Süd-Korea). Sie ist auch Mitglied der Forschungsgruppe „Pax Ruralis“ der Universität Göttingen und der Nationaluniversität Kolumbiens.

Ihre aktuelle Forschungsarbeit zu "an agrarian adjudication theory for small farmers and indigenous populations in Colombia" konzentriert sich auf Aspekte der Landreform in Kolumbien nach dem Friedensabkommen von 2016. Es besteht die klare und dringende Notwendigkeit, eine agrarrechtliche Grundstückszuweisungstheorie für die Übergangsjustiz und die künftige Agrargerichtsbarkeit zu entwickeln, um die Fortdauer von Landkonflikten zu vermeiden und die Erfüllung der Menschenrechte von Subsistenzbauern und ethnischen Gemeinschaften zu gewährleisten, die zu den ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen in Kolumbien gehören.

Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, einen Beitrag zur Überwindung der gegenwärtigen zivilen Rechtsprechung über die Agrarprobleme in Kolumbien zu leisten. Die Formulierung einer agrarrechtlichen Grundstückszuweisungstheorie wird kolumbianische Richter in die Lage versetzen, ihre Entscheidungen in Agrarstreitigkeiten zu verbessern, und eine solide Grundlage für die vorgeschlagene neue Agrargerichtsbarkeit bieten, wie sie im Friedensabkommen festgelegt ist. Über das kolumbianische Szenario hinaus stellt eine agrarrechtliche Grundstückszuweisungstheorie einen wichtigen Fortschritt in den rechtlichen Kenntnissen über die Landverteilung für Subsistenzbauern und Ethno-Gemeinschaften in Entwicklungsländern dar.