Forschung

Referat Wissensforschung

Aufgabe des Referats Wissensforschung an der Zentralen Kustodie ist es zum einen, den jeweiligen historischen Stellenwert von Sammlungen und deren Objekte in Forschung und Lehre zu analysieren. Zum anderen geht es darum, die Sammlungsobjekte zu ‚aktualisieren‘ und sie nach ihrer Relevanz für heutige soziale und gesellschaftspolitische Belange zu befragen und in den Horizont aktueller Debatten und Auseinandersetzungen zu stellen.
Das geschieht über verschiedene Formate:
  • Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen zu sammlungsbezogenen Themen wie Vorlesungsreihen, Tagungen und Workshops, Objektseminare oder Sommerschulen.
  • Vernetzung und Kooperation mit anderen Zentren der Sammlungs- und der interdisziplinären Wissenschaftsforschung.
  • Konzeption von drittmittelgeförderten Forschungsprojekten aus den Sammlungen heraus.

    Drittmittelprojekte

    In Kooperation mit verschiedenen Kolleg*innen der Georg-August-Universität Göttingen konnten in den letzten Jahren zahlreiche Forschungs- und Ausstellungsprojekte eingeworben werden.
    Ganz aktuell wird zu diesen Themen geforscht:
  • Digital Forst mit Outreach im Forum Wissen, 2021-2024 [Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur]
  • Provenienzforschung "Sensible Provenienzen", 2020-2023 [VolkswagenStiftung]
  • Forschungskolleg Wissen | Ausstellen, 2018-2022 [VolkswagenStiftung]
  • Projektionen. Die Lehrsammlung Robert Wichard Pohl, 2020-2022 [PRO*Niedersachsen/
    Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur]

    Eine Liste aller aktuellen und abgeschlossenen Forschungs- und Ausstellungsprojekte finden Sie hier.

    Doktorand*innenprogramm für akademische Kurator*innen

    Gemeinsam mit der University of Glasgow und dem Hunterian Museum planen die Zentrale Kustodie und die Professur für Materialität des Wissens derzeit ein neuartiges, interdisziplinäres Doktorand*innenprogramm für akademische Kurator*innen.

    Ziel dieser internationalen Zusammenarbeit soll sein, eine karrierefördernde Qualifikation zu schaffen, die die Teilnehmer*innen dazu befähigt, sich auf besonders reflektierte und praktisch versierte Weise sowohl für eine berufliche Laufbahn an Universitäten wie auch im Museumsbereich vorzubereiten.

    Neben fachwissenschaftlichen Diskursen und Materialitätsforschung wird ein Schwerpunkt der Doktorand*innenausbildung auf den Bereichen Kuratieren und Wissensproduktion im Museum liegen. Das Programm wird für Studierende sämtlicher Disziplinen offen sein. [ausführliche Informationen/ Doctoral Programme for Academic Curators - klick for English version]

    Fellows

    Die Zentrale Kustodie, die Professur für Materialität des Wissens und das Lichtenberg-Kolleg kooperieren eng im Bereich Forschung. Sie haben mehrere Fellowships an promovierte Wissenschaftler*innen vergeben, die zu den Themenbereichen Wissensforschung, Sammlungspraxis und Wissenskommunikation forschen und in diesem Rahmen die herausragenden Bestände der über 30 akademischen Sammlungen der Universität nutzen.

    Dies sind unsere aktuellen Fellows und ihre Forschungsprojekte:

    • Professorin für Wissenschaftsgeschichte, HU Berlin

      Projekt: The Museum and Its Current Debates: Politics and Collections

      Seitdem das Buch „Theorien des Museums“ 2012 (Junius Verlag) erschienen ist, sind 8 Jahre vergangen. Bevor es Ende 2020 in die vierte Auflage gehen wird und zwei weitere Übersetzungen anstehen, hat Anke te Heesen die Zeit in Göttingen genutzt, um dem Buch ein weiteres, aktuelles Kapitel über die jüngsten Entwicklungen des Museums hinzuzufügen. Im Zentrum des neuen Kapitels stehen die Aspekte einer zunehmenden Politisierung, eines verstärkten Interesses für die Sammlungen/das Depot und die Provenienzforschung. Während ihrer Zeit in Göttingen hat sie an diesem Kapitel gearbeitet und verschiedene Versionen mit den Stipendiaten des Kollegs und den Mitarbeitern der Kustodie sowie des Lehrstuhls Materialität des Wissens diskutiert.

    • Aufenthalt: 01.04. bis 30.09.2020
      • Associate Professor of History, Sewanee: The University of the South (USA) and Experienced Research Fellow, Alexander von Humboldt Foundation

        Projekt: Useful Science, Youth and the Pedagogies of Innovation in the Early Modern World

        The project studies how changing expectations about the capacities, potential and playfulness of young people informed new efforts to create a culture of innovation, including more “useful knowledge,” in early modern central Europe. It considers how instructional manuals, project sketches, object-based pedagogies, collecting strategies and accounts of young geniuses or prodigies were used by various professional groups, including political economists, to direct new technologies toward the future and the solving of pressing problems. There has been a surge of interest in project-making recently, especially among historians of science and technology interested in the idea of the knowledge economy. My research contributes to these ongoing conversations by recovering the work of educational reformers, who understood themselves to be involved in a coordinated effort to transform society by introducing realia and object lessons into schools. Throughout the seventeenth and eighteenth centuries, these reformers advocated sustained attention to the methods that young people deployed in order to learn what was useful about the objects, materials and technologies housed in collections yet also frequently found in workshops, households and estates.

      • Aufenthalt: 01.04.2020 bis 31.03.2021


      Eine Übersicht über alle aktuellen und ehemaligen Fellows/Forschungsprojekte finden Sie hier.