Lecture series "Sustainable Development"
Summer semester 2026

Every Monday in the semester from 6.15 pm, ZHG007

The University of Göttingen is offering students from all disciplines the opportunity to take an in-depth look at sustainability and sustainable development with the cross-faculty lecture series "Sustainable Development". Members of the general public are cordially invited to attend the lectures as well. Many lectures will be developed by two lecturers or speakers from different fields.

The chosen interdisciplinary orientation gives the opportunity not only to understand the fundamental approach and contribution of different research disciplines to sustainable development, but also to explore the connections and differences between ecological, social and economic dimensions of socially relevant sustainability issues. You will learn to integrate knowledge and findings from different disciplines in order to critically scrutinise complex issues. The lecture series also aims to promote your understanding of the need for interdisciplinary cooperation and the consideration of different perspectives in sustainability research. Furthermore, you will be encouraged to actively participate in interdisciplinary discussions, defend your ideas and explain your views. The disciplinary and interdisciplinary knowledge and perspectives you acquire should serve as a basis for contributing to social discussions and projects for the common good.

The lecture series will be held in German.
If you pass the examination, the module can be credited for students with 3 ECTS in the area of key competences. Students can register for this course via StudIP (course number 700664).

We look forward to the participation of students as well as other interested individuals! You can find the programme below. The poster can be downloaded as a pdf here.


Logo Vorlesungsreihe Nachhaltige Entwicklung
Kontakt:
Dr. Simone Pfeiffer
Campus-Zentrum für Biodiversität und Nachhaltige Landnutzung
Büsgenweg 1, 37077 Göttingen
Tel. 0551 39-23909
spfeiff@gwdg.de

Programme: Summer semester 2026


Unless otherwise indicated, the lecture series takes place every Monday of the semester ZHG007.

Datum Referent*innen Thema
13.04. Dr. Simone Pfeiffer, Campus-Zentrum für Biodiversität und Nachhaltige Landnutzung Get to know each other: Modulwegweiser und gemeinsames Arbeiten
20.04. Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Philosophische Fakultät Von Sachsen in die Welt? Der Begriff der Nachhaltigkeit und seine Geschichte

Der Begriff der Nachhaltigkeit hat im 20. Jahrhundert einen enormen Aufschwung erfahren - aber auch eine tiefgreifende Bedeutungsverschiebung. Aus nachvollziehbaren Gründen beanspruchen die Forstwissenschaften die "Erfindung" des Begriffs der Nachhaltigkeit, doch tatsächlich entstand er im 18. Jahrhundert in der Ökonomie und den Montanwissenschaften. Von hier aus - und dem Harz kam dabei eine wichtige Bedeutung zu - trat der Begriff seinen Siegeszug an. So steht am Anfang der Vorlesungsreihe ein Rückblick auf den Begriff der "Nachhaltigkeit" und seine Definition - umso mehr als dann die Übersetzung ins Englische ("sustainability") inhaltliche Verschiebungen bewirkte. Politische Klarheit wurde (halbwegs) erst 1987 durch die World Commission on Environment and Development der Vereinten Nationen erzielt - nun wurde "Nachhaltigkeit" ein globaler Begriff, mit der Folge einer enormen diskursiven Ausweitung. Die Frage, ob diese Ausweitung den Herausforderungen des Anthropozäns gerecht wird oder eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs notwendig erscheint, wird zur Diskussion im Plenum überleiten.

27.04. Prof. Dr. Henrik von Wehrden, Methodenzentrum der Leuphana Universität Lüneburg Methodologien der Nachhaltigkeit

...

04.05. Dr. Bernd Leiss, Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Dr. Carlo Dietl, Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung
Kernenergie: Klimaneutral und nachhaltig über die ganze Brennstoffkette?

Der in Deutschland beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie wird seitens der Politik regelmäßig in Zweifel gezogen und eine Renaissance der Atomkraft in der Bundesrepublik gefordert. Dabei wird auf die Klimaneutralität und Nachhaltigkeit dieser Energieform sowie auf deren angeblich bedeutenden Einsatz im globalen Maßstab verwiesen. Bei einer systemisch ökonomischen und ökologischen Gesamtbilanzierungen der Kernenergie muss jedoch die gesamte Brennstoffkette vom Uranbergbau und seinen Folgen über den Kraftwerksbetrieb mit seinen Risiken bis hin zur Endlagerung der nuklearen Hinterlassenschaften mit allen Ungewissheiten betrachtet werden. In dieser Vorlesung fokussieren wir uns aus der Sicht der Geowissenschaften auf Fragen der Sicherheit, der Kosten und der zeitlichen Perspektive der Nuklearwirtschaft von der Gewinnung des Rohstoffes bis hin zur Endlagerung. In diesem Kontext diskutieren wir, welche Bedeutung der bundesdeutsche Atomausstieg und die deutsche Endlagerstrategie für eine nachhaltige Energieversorgung im nationalen und im europäischen Rahmen haben.

11.05. Dr. Matthias Deicke, Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Michael Klisch, Bürgermeister der Hallig Hooge
Nachhaltiger Küstenschutz bei steigendem Meeresspiegel

Die menschgemachte Klimaerwärmung und der daraus resultierende Meeresspiegelanstieg bedrohen Küstenregionen weltweit. Während der Anstieg im 20. Jahrhunderts noch bei ca. 1.5 mm/a lag, erhöhte sich diese Rate mittlerweile auf über 4 mm/a in der letzten Dekade. Auf Grönland und in der Antarktis steht das Überschreiten von Kipppunkten unmittelbar bevor, sodass in wenigen Jahrzehnten mit einer verstärkten Eisschmelze und mit einem Meeresspiegelanstieg von mehr als 1cm pro Jahr gerechnet werden muss. Küstenschutz, wie er in seiner bisherigen Form umgesetzt wurde, ist in der Lage einzelne Sturmfluten abzuwehren, bietet aber bei einem steigenden Meeresspiegel langfristig keinen nachhaltigen Schutz. Die Inselgruppe der Halligen liegt ungeschützt vor der Nordseeküste. Stürme führen regelmäßig zu Überflutungen, die Sedimente auf die Halligoberfläche spülen und somit ein natürliches Oberflächenwachstum erzeugen. Langjährige Messreihen zeigen, dass dieser Prozess das Potential besitzt, den klimawandelbedingten Meeresspiegelanstieg zu kompensieren. Gemeinsam mit den Halligbewohner*innen wurden naturnahe Methoden entwickelt und in Versuchsfeldern vor Ort getestet, die dieses Oberflächenwachstum deutlich steigern. Somit können die Halligen als Modellregionen für einen kostengünstigen und nachhaltigen Küstenschutz für Küstenniederungen weltweit herangezogen werden.

18.05. Prof. Dr.-Ing. Ines Hauer und Dr.-Ing. Jens zum Hingst, Institut für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme, Technische Universität Clausthal Nachhaltige Energiesysteme

In der Vorlesung wird die Frage adressiert, wie sich auch mit fluktuierenden erneuerbaren Energien eine sichere Energieversorgung gewährleisten lässt. Im Zentrum stehen Konzepte, mit denen sich regenerative elektrische Energie wandeln, speichern und wieder abrufen lässt, um eine sichere Energieversorgung und einen stabilen Betrieb der Stromnetze zu ermöglichen. Die Sektorenkopplung zwischen Strom, Wärme, Verkehr und Industrie spielt dabei eine wichtige Rolle.

25.05. Bitte beachten: Diese Vorlesung fällt wegen des Feiertags aus.
01.06. Amelie Moeller und Leon-Fabian Caspari, Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung, Stadt Göttingen Klimafolgen und Klimaanpassung in Göttingen

Hitze, Trockenheit und Starkregen - die Gefahren des Klimawandels sind auch in Göttingen angekommen und werden in Zukunft weiter zunehmen. So wurden die fünf heißesten Tage in Göttingen seit 1881 alle in den letzten zehn Jahren gemessen. Die Klimafolgen haben Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Stadt, die Sicherung der Infrastruktur und das Zusammenleben insgesamt. Die Vorlesung zeigt, welche Klimafolgen auf Göttingen zukommen können. Insbesondere welche Hitze- und Starkregen-Hotspots im Göttinger Stadtgebiet bereits identifiziert werden konnten. Die Vorlesung geht auch darauf ein, wie die Stadt Maßnahmen zur Anpassung ergreift und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Klimaanpassung ist eine Querschnittsaufgabe, die viele gesellschaftliche und organisatorische Bereiche umfasst und daher die transdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure erfordert.

08.06. Dr. Sabina Eggert, Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung für Lehrer*innenbildung
Dr. Florian Goedecke, Fakultät für Biologie und Psychologie
Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Citizen Science - Bausteine für eine Vernetzung von Studium und Schule

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) steht seit dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro im Zentrum globaler Zukunftsstrategien – und ist aktuell mit dem Nachhaltigkeitsziel SDG 4 „Hochwertige Bildung“ in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen fest verankert. Hochwertige Bildung gilt dabei als Schlüssel zur Bewältigung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Transformationsprozesse unserer Zeit. Auch im deutschsprachigen Raum hat sich BNE mit dem Konzept der Gestaltungskompetenz als zentraler Referenzrahmen etabliert. Zahlreiche Unterrichtsentwicklungsprojekte greifen Nachhaltigkeitsthemen auf und setzen innovative Impulse. Gleichzeitig zeigt sich: Die systematische und nachhaltige Verankerung von BNE in Schule und Unterricht bleibt eine anspruchsvolle Daueraufgabe. Gerade deshalb kommt der universitären Lehrer:innenbildung eine besondere Verantwortung zu. Wenn BNE als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe verstanden wird, muss sie auch integraler Bestandteil der ersten Ausbildungsphase sein. Doch welche Kompetenzen benötigen angehende Lehrkräfte konkret? Wie können sie befähigt werden, Nachhaltigkeitsthemen nicht nur zu vermitteln, sondern Lernende zur aktiven Mitgestaltung zu ermutigen? Der Vortrag beleuchtet aktuelle Beispiele zur Integration von BNE und Citizen Science in die Lehre an der der Universität Göttingen.

15.06. Prof. Dr. Carola Paul, Dr. Susanne Bollmus, Prof. Dr. Christian Ammer und Prof. Dr. Alexander Knohl, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie Nachhaltige Waldbewirtschaftung: Aktuelle Nutzungsformen und zukünftige Herausforderungen unter dem Klimawandel

In der Vorlesung werden verschiedene Nutzungsformen des Waldes und deren Bedeutung für Klimaschutz, Biodiversität und gesellschaftliche Ansprüche vorgestellt. Anhand aktueller Forschungsarbeiten werden Zielkonflikte, Anpassungsstrategien an den Klimawandel sowie Perspektiven einer integrativen, langfristig tragfähigen Waldbewirtschaftung diskutiert.

22.06. Prof. Dr. Achim Spiller, Fakultät für Agrarwissenschaften
Dr. Sarah Iweala, Fakultät für Agrarwissenschaften
Beyond Meat and Milk: Fleisch- und Milchalternativen als Weg zu einer nachhaltigeren Ernährung?

Unsere Ernährung hinterlässt Spuren – bei Gesundheit, Umwelt, Klima und Tierwohl. Besonders der Konsum tierischer Erzeugnisse spielt eine zentrale Rolle: Laut Welternährungsorganisation der UN ist die Nutztierhaltung für rund die Hälfte aller Emissionen in der Lebensmittelerzeugung und etwa 12 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zudem steht der Verzehr von verarbeitetem Fleisch und Wurstwaren in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen. Zugleich ist der Konsum tierischer Lebensmittel tief in unseren kulturellen und kulinarischen Gewohnheiten verankert; Tierhaltung auf der Weide fördert Biodiversität.
In dieser Spannungswelt gewinnen Alternativen zunehmend an Bedeutung. Neben pflanzenbasierten Innovationen von Unternehmen wie Beyond Meat, Oatly oder Rügenwalder Mühle treten auch biotechnologische Lösungen in den Fokus. Diese reichen von Fleisch als Zellkultur bis hin zu fermentationsbasierten Zutaten, bei denen Mikroorganismen als „Bioreaktoren“ dienen, um Proteine oder andere Inhaltsstoffe herzustellen. Sie versprechen eine nachhaltigere Option, die problemlos in bestehende Essgewohnheiten integriert werden kann und möglicherweise die Tierhaltung überflüssig macht. Kritische Stimmen weisen jedoch auf den hohen Verarbeitungsgrad von Alternativprodukten und den hohen Energiebedarf von biotechnologischen Herstellungsverfahren hin.
Die Vorlesung beleuchtet all diese Aspekte, um einen ganzheitlichen Blick auf das Potenzial von Alternativprodukten zu werfen.

29.06. Josefine Kurth, Abteilung Studium und Lehre
Dr. Anna Savitskaya, Abteilung Göttingen International
Marco Lange, Green Office
Nachhaltigkeit lehren im Netzwerk: Perspektiven, Potenziale und Bedarfe aus Campus in Transition und ENLIGHT

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06.07. Prof. Dr. Inga Moeck, Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Prof. Dr. Kilian Bizer, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Klimaschutz im Wärmesektor: Interdisziplinäre Potenzialabschätzung für Geothermie

Die Bundesrepublik Deutschland erreicht ihr Ziel der Kohlendioxidneutralität bis 2045 nur, wenn der Wärmebedarf aus regenerativen Quellen gedeckt wird. Als erneuerbare Wärmequelle mit Grundlastfähigkeit ist die Geothermie - die natürlich vorkommende Wärme im Erdreich - prädestiniert, weil sie vielfältige geologische Potenziale aus verschiedenen Tiefenstufen mit unterschiedlichen Technologien nutzbar macht. Die Erdwärme steht unabhängig von Tages- oder Jahreszeit gleichmäßig zur Verfügung, weshalb erdgekoppelte Wärmepumpen gerade im Winter mehr Wärme bei geringerem Stromverbrauch liefern als luftgekoppelte Wärmepumpen. Allerdings fällt das geothermische Potenzial je nach geologischer Beschaffenheit des Untergrunds in Deutschland sehr unterschiedlich aus. Ein hohes geothermisches Potenzial ergibt sich, wenn ein hohes geologisches Potenzial mit einer hohen Wärmebedarfsdichte zusammentrifft. In einer modernen geothermischen Potenzialabschätzung sollte daher nicht nur das geologisch-technische, sondern auch das sozioökonomische Potenzial analysiert werden. Die Nutzung dieser Potenziale durch den Ausbau der Geothermie hat eine größer werdende Anlagendichte zur Folge; in einer Nachhaltigkeitsbetrachtung sollten daher Wechselwirkungen von Anlagen mit dem geologischen Untergrund und mit Nachbarfeldern beachtet werden. Das Erdwärmepotenzial ist in Deutschland jedoch noch kaum erschlossen. Der Markthochlauf wird behindert durch regulatorische Vorschriften, erhebliche Engpässe in der Ausbildung von Fachkräften, aber auch in der öffentlichen Verwaltung. Der Markzugang für europäische Firmen ist zudem nicht einfach. Inga Moeck (Professorin für Angewandte Geothermik, Fakultät Geowissenschaften und LIAG) und Kilian Bizer (Professor für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung) stellen die Potenziale tiefer, mitteltiefer und oberflächennaher Geothermie dar, zeigen das „geothermal play“ zwischen geologischem Potenzial und ökonomischem Bedarf und diskutieren Möglichkeiten, die Wärmewende mit Geothermie zu beschleunigen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

13.07. Dr. Simone Pfeiffer, Campus-Zentrum für Biodiversität und Nachhaltige Landnutzung Get ready for the exam: Gemeinsames Resümee und Prüfungsvorbereitung

The date of the exam will be announced.





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Email
nachhaltigkeit@uni-goettingen.de

Head of the Green Office

Marco Lange, Coordinator for Sustainability
Phone: 0551 39-21356
Email: marco.lange@zvw.uni-goettingen.de

Staff

Anna Lapa, Student Biology
E-Mail: anna.lapa@zvw.uni-goettingen.de

Alissa Dohnke, Student Geography
E-Mail: alissa.dohnke@zvw.uni-goettingen.de

David Rudolph, Student Biology
E-Mail: david.rudolph@uni-goettingen.de