Gastvortrag von Sabrina Herrmann im Seminar "Ethnografie von/der Gewalt"



13.07.2026 | 12:15 - 13:45 Uhr | Raum: Waldweg 26, 4.105

Gastvortrag von Sabrina Herrmann, M.A. im Seminar "Ethnografie von/der Gewalt" (Dozent: Manuel Bolz, M.A.; Fachkontext: Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie)

Um Anmeldung wird gebeten unter: manuel.bolz@uni-goettingen.de

Was erwartet Sie im Detail?

Sabrina Herrmann hat Historische Kulturwissenschaften (B.A.) und Kunstwissenschaft (M.A.) studiert und promoviert seit 2023 an der Universität Kassel/Kunsthochschule. In ihrer Dissertation untersucht sie die Transnationalisierung künstlerischer Praktiken aus Mexiko, die dazu beitragen, das Schweigen über geschlechtsspezifische Gewalt und Feminizid zu brechen.
Sie war u.a. als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am documenta Institut in Kassel und als Koordinatorin des Public Program & Outreach an den KW Institut for Contemporary Art in Berlin tätig. Neben ihrer Forschung ist sie aktives Mitglied der DACH-Vernetzung gegen Feminizid und des Netzwerk gegen Feminizide Berlins wo sie das partizipative Kunstprojekt „Sangre de mi Sangre“ koordiniert. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus.

¡VIVAS NOS QUEREMOS! – WIR WOLLEN UNS LEBEND!
Die Politisierung geschlechtsspezifischer Gewalt und Feminizid durch zeitgenössische künstlerische Praktiken aus Mexiko und deren Transnationalisierung (Arbeitstitel)
In meinem Dissertationsvorhaben untersuche ich künstlerische Strategien, die zu einer Politisierung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Feminizid beitragen. Die Verbindung von Kunst und Menschenrechtsdiskursen mit Erinnerungen steht dabei im Fokus des Vorhabens. Die Ausgangsthese ist, dass künstlerische Praktiken eine feministische Handlungsmacht (potencia feminista) entwickeln, indem sie Menschenrechte durch alternative Semantiken performen, und dies dazu beiträgt das fortbestehen von Genderstereotypen und Vergewaltigungsmythen sichtbar zu machen, kritisch zu hinterfragen und durch alternative kollektiv formulierte Ausdrucksformen aufzubrechen.
Das Projekt nimmt seinen Ausgangspunkt in verschiedenen künstlerisch-aktivistischen Praktiken in urbanen Kontexten Mexikos, die im Rahmen mehrerer Forschungsreisen zwischen Februar 2023 und April 2024 durch Feldrecherchen und Gespräche mit Akteur*innen identifiziert wurden und zeichnet deren transnationalen Verbindungslinien in den deutschen Kontext nach. Den Praktiken ist gemein, dass sie Öffentlichkeit für vielfältige Aspekte strukturell verankerter geschlechtsspezifischer Gewalt generieren und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse anstoßen. Indem sie das gesellschaftliche Schweigen rund um das Thema durchbrechen, eröffnen die Praktiken vielfältige Möglichkeiten kollektiver Artikulationen und des Widerstands. Sie tragen zur Bildung affektiver Gemeinschaften bei, die nicht nur Sichtbarkeit erzeugen, sondern auch als Räume der Solidarität und des gemeinsamen Handelns fungieren.

Um Anmeldung wird gebeten unter: manuel.bolz@uni-goettingen.de.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!