Forschung

Eye Tracking in der physikdidaktischen Forschung

Eye Tracker ermöglichen die Aufzeichnung und Analyse von Blickbewegungen. Damit erhalten wir Einsicht in sonst verborgene kognitive Prozesse von Lernenden, zum Beispiel beim Lösen physikalischer Probleme oder beim Lesen von Texten mit Abbildungen. An der Fakultät für Physik wird derzeit ein neues Eye Tracking Labor für die physikdidaktische Forschung eingerichtet, das >>ΦLAB (sprich: pheyelab).
Forschungsprojekte, die derzeit bearbeitet werden, finden Sie >>hier.
Wenn Sie Interesse an einer Qualifikationsarbeit in diesem Bereich haben, melden Sie sich direkt via E-Mail an pascal.klein@uni-goettingen.de. Ein Einblick in mögliche Themen für Qualifikationsarbeiten finden Sie >>hier.

pheyelab

EVONAS - Evaluation of online assessment and learning

Die aktuelle COVID-19-Pandemie hat das Bildungssystem weltweit erheblich beeinträchtigt, das mit einem plötzlichen Wechsel zum Fernunterricht reagiert. Obwohl einige Formen des Online-Lehrens und -Lernens im System existierten, ist die gesamte Bildungsgemeinschaft nun plötzlich zu einem ungeplanten und ungewollten Fernunterricht gezwungen. Fernunterricht erfordert sorgfältiges Nachdenken, Planung und Entwicklung von technologischen und personellen Ressourcen, um die erwarteten Lernergebnisse erfolgreich zu erreichen. In der gegenwärtigen, durch COVID-19 verursachten Situation blieb jedoch keine Zeit für diese Vorbereitung; die Lehrenden mussten schnell handeln und sich auf den Fernunterricht einstellen. Dabei wurden sie von ihren Organisationen (Schulen und Universitäten), der Regierung (Ministerium für Wissenschaft und Bildung) und anderen Verbänden wie dem Universitätsrechenzentrum bei der Bereitstellung von E-Learning-Plattformen und anderen digitalen Lernmanagementsystemen und Kommunikationsmitteln unterstützt. Die Hauptlast liegt jedoch bei den Lehrenden, die ihre Lehrmethoden und -materialien an ein Online-Format anpassen müssen. Sie stehen vor der großen Frage, ob ihr Lehransatz auch dann noch effizient ist, wenn er aus dem physischen Klassenzimmer genommen und auf technologische Geräte übertragen wird. Das erste Projektziel besteht darin, Lehr- und Lernprozesse während der COVID-19-Pandemie im Rahmen von Physikkursen auf Universitätsebene zu evaluieren. Da die Kurse nicht als Online-Kurse geplant waren, können Standardverfahren zur Bewertung des Lernprozesses im Fernunterricht nicht einfach auf den aktuellen Fernunterricht während der COVID-19-Pandemie angewandt, sondern müssen neu konstruiert werden.

Beteiligte Institute und Wissenschaftler/innen: Ana Susac & Katarina Jeličić (University Zagreb), Lana Ivanjek (Universität Wien), Jochen Kuhn & Stefan Küchemann (TU Kaiserslautern), Marie-Annette Geyer (TU Dresden), Pascal Klein (Georg-August-Universität Göttingen)

Dissertationsprojekte zu Faktoren des Studienerfolgs und Bewertungskompetenz im Physikunterricht:

Im aktuellen Dissertationsprojekt Individuelle Bedingungsfaktoren des Studienerfolgs (Arne Gerdes) (Projekt GLA) untersuchen wir, inwieweit sich Faktoren wie Selbstkonzepte, Wissenschaftskonzepte, aber auch Schulnoten in Zusammenhang mit dem Studienerfolg stehen bzw. Prädiktoren dafür sein können.

Das abgeschlossene Dissertationsprojekt Bewertungskompetenz im Physikunterricht (Mark Sakschewski) wurde in Kooperation mit der Abteilung Didaktik der Biologie (Prof. Dr. Susanne Bögeholz und Dr. Sabina Eggert) realisiert. Dabei wurde ergründet, inwieweit das dort entwickelte Göttinger Modell der Bewertungskompetenz auch auf Physik übertragbar ist. Hierfür wurde ein Testheft mit Diagnoseaufgaben entwickelt, welches zunächst in Vorstudien überprüft und schließlich in einer Haupterhebung mit N=850 Schülerinnen und Schülern eingesetzt wurde. Die Daten wurden mittels klassischer und probabilistischer Testtheorie analysiert und konnten erfolgreich in einem eindimensionalen Rasch-Modell abgebildet werden.