Tagung: Der Beitrag der Ökumene zum Frieden in Europa

Die Kirchen haben zu jedem Zeitpunkt eine besondere Verantwortung für Versöhnung und Friedensstiftung. Welchen Beitrag haben die Kirchen in der jüngeren europäischen Geschichte geleistet und welchen werden sie auch in Zukunft für ein friedliches Europa leisten können?
Damit beschäftigen wir uns vom 24.–26. Mai 2019 in Imshausen.

Imshausen
Das Tagungshaus der Stiftung Adam von Trott e.V. bietet Raum für Besinnung und kritische Reflektion in idyllischer Atmosphäre und ist für Studierende der Universität Göttingen mit dem Semesterticket gut zu erreichen. Die Tagung wird mit einem Ökumenischen Gottesdienst eröffnet und abgeschlossen. Zwischen den Vorträgen finden Kleingruppenphasen statt, in denen gemeinsam gelesen und an Texten gearbeitet wird. Abschließend findet dann eine gemeinsame Podiumsdiskussion statt.


Programm und Anmeldeformular (Anmeldefrist 06. Mai 2019)

Die Kosten für die Teilnahme beinhalten Übernachtung und Verpflegung.
Normal: 120,00 Euro
Für Studierende: 20,00 Euro


FREITAG, 24. MAI

Ökumenischer Gottesdienst

Vortrag: Willem Visser ’t Hooft und Adam von Trott – ein Programm für Europa
Dr. Jan Schubert, Mainz

Lektüre: „Memorandum für ein Europa nach dem Krieg ‚Wir rufen Europa‘"

Vortrag: Der Beitrag der Ökumene zum europäischen Friedensprojekt – bis 1989 (Basel)
Prof. Dr. Konrad Raiser, ehemals Generalsekretär des Weltkirchenrates, Berlin

SAMSTAG, 25. MAI

Vortrag: Die Ostdenkschrift der EKD von 1965 und ihre Wirkung
(Prof. Dr. Andreas Busch, Universität Göttingen)

Vortrag: Der Brief der polnischen Bischöfe und seine Bedeutung
(Jerzy Machnacz, Professor an der päpstlichen theologischen Fakultät,
Wrocław)


Textarbeit: an der Ostdenkschrift und am Brief der polnischen
Bischöfe.

Vortrag: Ökumenische Friedenspolitik im Rahmen der Konferenz
Europäischer Kirchen ab 1989 und die Charta Oecumenica
(OKRin i.R. Antje Heider-Rottwilm, Berlin)

Vortrag: Vorstellung des FEST-Memorandums „Sicherheit neu
denken, Wege des Friedens in Europa“
(Prof. Dr. Konrad Raiser)


Textarbeit: an der Charta Oecumenica und am FEST-Memorandum

Fishbowl-Podium: Lektüre-Auswertung
(u.a. mit Konrad Raiser; Judith Königsdörfer, ÖRK-Zentralausschuss, Halle; Antje Heider-
Rottwilm)


SONNTAG, 25. MAI

Reaktionen, Ertrag, Ausblick, Verabredungen:
„Ein Europa des Friedens“

Ökumenischer Gottesdienst
(Pfarrerin Almut Bretschneider-Felzmann und Mitglieder von MEET)


ZU DEN INHALTEN DER VERANSTALTUNG

Mitten im Zweiten Weltkrieg entwarf Adam von Trott ein Memorandum zu einem zukünftigen friedlichen Europa, das Willem Visser’t Hooft, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, der englischen Regierung überbrachte. Die Kirchen sollten zu dieser Vision einen wesentlichen Beitrag leisten. Drei Jahre nach der Kubakrise im Jahr 1962, veröffentlichte die EKD am 1. Oktober 1965 die so genannte „Ostdenkschrift“. Sie wurde wegen ihrer Forderung nach Anerkennung der Oder- Neiße- Linie sehr kontrovers diskutiert, aber sie trug gerade dadurch zum Durchbruch der neuen Ostpolitik unter der Regierung Brandt bei. Der am 18. November 1965 veröffentlichte Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder, in dem sie Vergebung für die deutschen Verbrechen im Krieg anboten und ihrerseits um Vergebung baten, gab dem gegenseitigen Versöhnungswillen eine wichtige ökumenische Dimension. In den Folgejahren war die Versöhnung in Europa ein zentrales Anliegen der Konferenz Europäischer Kirchen. Dies führte im April 2001 zur Unterzeichnung der „Charta Oecumenica“, die sich der Einsicht verdankt, dass Europa nach dem Fall der Mauer vor ganz neuen Herausforderungen der Friedenspolitik steht. Heute stellt sich die Aufgabe, unser Verhältnis zu den osteuropäischen Ländern, auch zu Russland neu zu bestimmen. Ein Memorandum der FEST gibt dazu wesentliche Anstöße.