Globale Migration im Schatten von Corona:
Aktuelle Auswirkungen und Entwicklungen.

In loser Abfolge präsentiert das Centre for Global Migration Studies (CeMig) Perspektiven auf globale Migration im Schatten von Corona. Es werden sowohl unmittelbare Auswirkungen thematisiert, als auch Entwicklungen, die unter der derzeitigen Aufmerksamkeit für das Virus untergehen.



30. April 2020, 16:00 Uhr Deutsche Zeit / 19:30 Uhr Indische Zeit
Borders of an Epidemic: COVID-19 and Migrant Workers in India -
An Online Book Discussion


Mit:
Ranabir Samaddar (Editor, Calcutta Research Group)
Ritajyoti Bandyopadhyay (Author, IISER Mohali)

Moderation:
Ravi Ahuja (Centre for Modern Indian Studies, Universität Göttingen)
Camille Buat (Centre for Modern Indian Studies, Universität Göttingen)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Centre for Global Migration Studies (CeMig) und des Centre for Modern Indian Studies (CeMIS).

After the sudden announcement by the Indian government of a complete lockdown aimed at arresting the spread of the novel coronavirus, migrant labourers from different parts of India trekked back hundreds of kilometres to reach home. While scenes of migrant workers walking in long processions caught the cameras of the journalists, the collection of essays brought out by the Calcutta Research Group takes a look at what lies behind the long marches. How do caste, race, gender, and other fault lines operate in governmental strategies to cope with a virus epidemic? If the fight against an epidemic has been compared with a war, what are the forces of power at play in this war against the pandemic? What indeed explains the sudden visibility of the migrant workers in the time of a public health crisis?


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Publikationen zum Thema:
Borders of an Epidemic: COVID-19 and Migrant Workers
Burdens of an Epidemic: A Policy Perspective on COVID-19 and Migrant Workers



28. Mai 2020, 16:15 - 17:30 Uhr
Trotzdem auf dem Feld oder am Fließband: Corona-Krise und migrantische Arbeit

Mit:
Peter Birke (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen)
Lisa Riedner (Kulturwissenschaftlerin)
Anda Nicolae Vladu (Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.)

Moderation:
Jelka Günther (CeMig)

Charter-Flüge für osteuropäische Erntehelfende, der plötzliche Wegfall ausländischer häuslicher Pflegekräfte, mangelnde Schutzmaßnahmen bei Amazon oder die Häufung von Corona-Fällen in den Sammelunterkünften der Schlachtbetriebe – welche unmittelbaren Folgen die Corona-Pandemie für bestimmte Arbeits- und Versorgungsbereiche hat, wurde schnell sichtbar. Vor allem aber verdeutlichen diese und andere Beispiele die Prekarität migrantischer Arbeitskräfte: Während einige wegen Grenzschließungen und Shut-Down ohne Einkommen und soziale Absicherung in existenzielle Not geraten, sind andere gezwungen trotz der bestehenden Gesundheitsrisiken auf dem Feld oder am Fließband das System aufrechtzuerhalten.

Dr. Peter Birke (Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen), Dr. Lisa Riedner (Kulturwissenschaftlerin) und Anda Nicolae Vladu (Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.) diskutieren in diesem Webinar, welche Konflikte die Unmöglichkeit des Social Distancing in Branchen auslösen, die von migrantischer Arbeit geprägt sind. Dabei werden wir thematisieren, wie Grenzschließungen, mangelnde soziale Rechte und der Zwang zur Erwerbstätigkeit transnationale Lebensentwürfe durchkreuzen. Wie unter einem Brennglas werden zudem lange zuvor existierende Formen der Ausbeutung und Ausgrenzung von Migrant*innen und Geflüchteten in Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Allerdings verstärkt die mediale Berichterstattung zugleich die diskursive Reduzierung von Lohnabhängigen ohne deutschem Pass auf Opfer von Arbeitsausbeutung. Doch wie können Wissenschaft und Aktivismus zur Produktion anderer Bilder beitragen?


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Publikationen zum Thema:
Campus-Post: Corona-Krise in Schlachtereien
Coesfeld und die Folgen: Arbeit und Migration in Zeiten der Pandemie
Podcast: Pandemie und Arbeitsgesellschaft



29. Juni 2020, 19:00 - 20:30 Uhr
Vor Corona sind nicht alle gleich. Corona und die Wirkungsweisen von Rassismus:
Perspektiven anlässlich der Situation in Göttingen


Mit:
Maria Alexopoulou (Rassismusforscherin, Universität Mannheim)
Gülsan Yalcin (stellvertretende Vorsitzende im Niedersächsischen Integrationsrat)
Sandra Gorend (Roma-Centre e.V.)
Kenan Emini (Roma-Centre e.V.)
Nui Arendt (Aktivisti)

Moderation:
Sabine Hess (CeMig)

Schnell wurde deutlich, dass das Virus nicht, wie es zu Beginn der Krise noch hieß, alle gleichermaßen betrifft – sowie die getroffenen Schutz-Maßnahmen nicht alle gleichermaßen schützen. Schonungslos offenbart und vertieft Corona bestehende soziale Ungleichheiten. Verschärfend kommt hinzu, dass die Debatte als auch die politischen Maßnahmen die in den Gesellschaften bestehenden Vorurteile weiter schüren. Auch die Berichterstattung über die lokalen Ausbrüche in zwei Göttinger Hochhäusern stigmatisiert die Bewohner*innen und leistete rassistischer Hetze Vorschub. Stimmen der Betroffenen blieben lange ungehört ebenso wie strukturelle Faktoren, die Ansteckungsrisiken erhöhen und Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren, oftmals unerwähnt blieben. Ein Gespräch über die Situation in Göttingen und die Wirkungsweisen von Rassismus in Pandemiezeiten.


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