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Altorientalistik (B.A.) (2-Fächer)

Das Weltkulturerbe aus dem antiken Irak und dem antiken Syrien umfasst hunderttausende Tontafeln und Monumentalinschriften, entstanden zwischen 3000 v. Chr. und der Zeitenwende zwischen Euphrat und Tigris. Darunter finden sich u.a. die frühesten verschrifteten Mythen der Menschheit, eine reiche Literatur zu Traumtheorie und Traumpraxis oder Texte der frühesten bekannten Autorin der Welt (En-hedu-Ana, ca. 2300 v. Chr.) oder das Gilgamesch-Epos. Viele weitere Epen, Rituale, Briefe, Inschriften und Urkunden zur politischen Geschichte und zum Rechts- und Wirtschaftsleben haben sich erhalten. Diese zweisprachige Hochkultur hat innerhalb ihrer wechselvollen Geschichte faszinierende Konzepte über den Menschen, sein Leben und seine Welt entwickelt und in künstlerische Unikate gefasst; für die heutige Reflexion und Diskussion [in Wissenschaft, Kunst und persönlichem Leben] stellen sie eine großartige Herausforderung dar. In den großen Kulturen des antiken Irak und Syrien finden sich viele prägende Erfahrungen und Entdeckungen, die auf nachfolgende Kulturen sowohl im Nahen Osten wie auch im Westen ausgestrahlt haben; sie sind daher ein wichtiges Fundament für den Dialog zwischen West und Ost.


Name des Studienangebots: Altorientalistik (BA) (2-Fächer)
Abschluss: Bachelor of Arts
Regelstudienzeit: 6 Semester
Studienbeginn: Wintersemester

Zulassung zum Sommersemester 2018:

  • 1. Fachsemester: keine Zulassung (Studienbeginn nur zum Wintersemester)
  • 2. bis 6. Fachsemester: zulassungsfrei (Immatrikulation ohne vorherige Bewerbung)
  • Internationale Bewerber: Studienbeginn nur zum Wintersemester (Bewerbung bei International Student Office)



Der Studiengang
Die Altorientalistik ist eine junge Wissenschaft, die bei der Erforschung dieser frühen Hochkultur derzeit in vielen Bereichen grundlegende neue Entdeckungen macht und deren Material durch Ausgrabungen und Museumsarbeit ständig wächst. Das Studium in Göttingen ist insbesondere auf Sumer, Babylonien und Assyrien konzentriert; es schafft das philologische Grundwissen, um mit den Texten arbeiten zu können und zielt auf kulturwissenschaftliche Themen wie Literatur, Religion und Geschichte; zentrale Schwerpunkte sind sumerische und babylonische Mythen. Wer Interesse und Fähigkeiten hat, kann schon früh zur Forschung beitragen oder Themen des Alten Orient für die heutige Zeit in journalistischer oder künstlerischer Weise fruchtbar machen.

Aufbau des Studiums
Das Studium führt in die sumerische und babylonisch-assyrische Sprache und die Keilschrift ein und vermittelt kulturwissenschaftliche Kenntnisse v.a. in den Bereichen Literatur, Religion, Geschichte und Mythosforschung. Diese Bereiche werden parallel belegt und ergänzen sich ideal.

Sprachanforderungen, die während des Studiums zu erfüllen sind
Das Studium führt in die sumerische und babylonisch-assyrische Sprache und ihre Texte ein; Spracherwerb bedeutet von Anfang an Kontakt mit spannenden Texten, die Einblicke in historische Zusammenhänge, poetische Kunst und philosophische Reflexion einer mehr als 2000 Jahre alten Kultur vermitteln.

Mögliche Fächerkombinationen
Das Fach Altorientalistik ist in der Philosophischen Fakultät verankert. Die Fächervielfalt dieser Fakultät eröffnet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Aber auch Verbindungen mit Fächern anderer Fakultäten sind denkbar. Für die Wahl der individuellen Fächerkombination steht das persönliche Interesse im Vordergrund. Eine Kombination mit inhaltlich, geographisch und/oder methodisch nahestehenden Fächern, wie z. B. Ägyptologie, Klassische Philologie oder Theologie ist ebenso sinnvoll wie eine Verbindung mit eher methodenorientierten Fächern, wie z. B. Religionswissenschaft, Allgemeine Sprachwissenschaft, Linguistik und Literaturwissenschaft (Deutsche Philologie), Kulturanthropologie oder die Kombination mit Fächern, die den mittelalterlichen und modernen Orient erforschen wie Arabistik und Iranistik. Schließlich kann auch eine Verbindung mit künstlerisch ausgerichteten Fächern interessante Perspektiven eröffnen.

Berufsfelder
Journalismus, Verlagswesen, Bibliotheken, Tourismus, Museen, Stiftungswesen, EDV, Wissenschaftsmanagement, Wissenschaft und verschiedene Künste.