Das YLAB - Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen bietet in Kooperation mit der Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V. ein vielfältiges Workshopangebot für Schüler*innen zu Themen der historisch-politischen Bildung an. Zentral ist dabei der Rückbezug auf Adam von Trott und sein Handeln, das die Themenbereiche Widerstand und Verantwortung, Demokratie und Frieden sowie Europa und Internationalität umfasst. Die Workshops sind in der Regel eintägig, können aber auch als mehrtägige Projekttage durchgeführt werden. Veranstaltungsorte sind die Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V. oder alternativ die Räumlichkeiten des YLAB in Göttingen.
Unser Angebot wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Alle im Rahmen der Workshops anfallenden Kosten Ihrer Gruppe (Kursgebühr, An- und Abreise, Übernachtungskosten) können derzeit von uns übernommen werden.

Aufgrund der CoVid19-Pandemie können wir zurzeit nur in eingeschränktem Maße Präsenzveranstaltungen in der Stiftung Adam von Trott anbieten. Im YLAB sind derzeit keine Präsenzveranstaltungen möglich. Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.


Unser Kursangebot

Workshopangebote mit historischem Schwerpunkt für das Gymnasium
Widerstand im Nationalsozialismus erforderte Mut. Doch welche Möglichkeiten gab es überhaupt, sich dem totalitären Regime zu widersetzen?

Referentinnen: Dr. Hannah Röttele (YLAB) und Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 9

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Das nationalsozialistische Regime sicherte seine Macht auch dadurch, dass es seine Gegner erbittert bekämpfte. Einzelne Menschen sahen für sich dennoch Handlungsspielräume, um sich nicht vereinnahmen zu lassen oder sich gegen die Diktatur zu engagieren. Durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensläufen lernen wir die Bandbreite der Möglichkeiten und Ausdrucksformen kennen, die vom offenen Protest bis hin zum Tanzen zu Swing Musik reichten. Wir erfahren, dass die Ahndung von Widerstand von der Stellung und dem gesellschaftlichen Einfluss der Betroffenen abhängen konnte, oder dass Menschen vielfach durch Denunziation in die Fänge des totalitären Systems gerieten. Durch die Beschäftigung mit unterschiedlichen Formen unangepassten Verhaltens erarbeiten wir eine allgemeine Definition von Widerstand und diskutieren davon ausgehend, was es heißt, mutig zu sein und für seine eigenen Überzeugungen einzustehen. Bei diesem Seminar werden auch der Veranstaltungsort – das ehemalige Elternhaus des Widerstandkämpfers Adam von Trott zu Solz – sowie seine Biographie miteinbezogen.

Wir wollen auf Spurensuche gehen, um besser zu verstehen, wer Adam von Trott war und warum sich die Menschen auch nach dem Krieg mit der Erinnerung an ihn und andere Widerstandskämpfer*innen so lange schwergetan haben.

Referentin: Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 9

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Imshausen ist untrennbar mit dem NS-Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz verknüpft, der dem Kreisauer Kreis angehörte und 1944 in Berlin Plötzensee hingerichtet wurde. Hier steht nicht nur sein Elternhaus, in dem sich heute die Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V. befindet und in dem unser Workshop durchgeführt wird. Ebenso gibt es in der näheren Umgebung mehrere Gedenkzeichen, die an den Widerstandskämpfer erinnern. In diesem Workshop wollen wir uns der Person Adam von Trott nähern. Sein Elternhaus sowie eine Ausstellung über ihn und seine Weggefährt*innen, helfen uns dabei besser zu verstehen, wer Adam von Trott war und warum er sich gegen den Nationalsozialismus wandte. Davon ausgehend wollen wir die Gedenkzeichen in der näheren Umgebung erkunden. Sie geben uns Aufschluss darüber, wie in der Region mit der Erinnerung an den NS-Widerstandskämpfer umgegangen wurde. Die Konflikte, die sich dabei ergaben, stehen symptomatisch für die Auseinandersetzung der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft mit dem NS-Widerstand, zu der wir den Bogen spannen wollen.

Eine Jugend im Nationalsozialismus konnte sich zwischen Faszination, Widerstand und Verfolgung gestalten. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Erinnerungen und die Bewertung der eigenen Jugend aus, die vor dem Hintergrund verschiedener Lebenswege interpretiert werden.

Referentin: Dr. Hannah Röttele (YLAB)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 9

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Die Antwort auf die Frage, wie eine Jugend im Nationalsozialismus aussah, ist vor allem davon abhängig, über welche Jugendlichen gesprochen wird. Schließlich definierte die NS-Ideologie, wer zur NS-Volksgemeinschaft gehörte und wer ausgegrenzt wurde. Dementsprechend erlebten Jugendliche, die im Bund Deutscher Mädel oder der Hitlerjungend organisiert waren, ihre Jugend völlig anders als Jugendliche, die sich dem nationalsozialistischen Regime entzogen, die Widerstand leisteten oder die rassisch verfolgt wurden. Anhand verschiedener Biografien wollen wir unterschiedliche Lebenswege nachvollziehen. Diese Auseinandersetzung bildet den Hintergrund, um die unterschiedlichen Bewertungen einer Jugend im Nationalsozialismus in den Blick zu nehmen. Insbesondere verklärende Erinnerungen an ein erlebtes Gemeinschaftsgefühl werfen die Frage auf, wie dieses Gemeinschaftsgefühl durch die NS-Ideologie erzeugt wurde, welcher Preis dafür gezahlt werden musste – und ganz allgemein: wie Geschichtsbilder konstruiert werden.

Schüler*innen gehen in der Universitätsstadt auf Spurensuche der NS-Vergangenheit und erarbeiten eine eigene Stadtführung.

Referentin: Dr. Hannah Röttele (YLAB)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 9

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Bücherverbrennung, Reichspogromnacht, Menschen, die ins Exil vertrieben wurden – all das kennen wir aus den Geschichtsbüchern. Aber wie spiegelt sich die NS-Geschichte auf der lokalen Ebene konkret wider? Das wird am Beispiel der Stadt Göttingen anhand von Spuren, die im Stadtbild präsent sind und selbst erkundet werden, sowie anhand von vertiefenden Quellen erfahrbar. Die Beschäftigung mit der Geschichte in der nächsten Umgebung schafft Verbindungen zum Hier und Heute und hilft dabei, vergangene Ereignisse konkreter und vorstellbarer zu machen. Die Ergebnisse der eigenen Erkundungen dieses Workshops werden sichtbar gemacht: Die Schüler*innen können z.B. für eine andere Schülergruppe eine Stadtführung erarbeiten oder einen Stadtführer als Dokumentation erstellen.

Die Weimarer Republik wird oftmals gleichgesetzt mit einer „Republik ohne Demokraten“ und erscheint im Rückblick als reine Problemzeit. Doch ist das die einzige mögliche Sichtweise?

Referentin: Dr. Hannah Röttele (YLAB)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 10

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Der Workshop „Weimar als Labor der Moderne“ zeigt, dass es neben der „gescheiterten Weimarer Republik“ noch ein anderes Weimar gegeben hat, das für eine Avantgardekultur mit aufbrechenden Geschlechterrollen und beeindruckenden Neuerungen im Bereich der Technik, der Medien und Wissenschaften steht. Schauplätze sind dabei vor allem die Metropolen, insbesondere Berlin. Auf der Grundlage historischer Quellen erschließen wir uns die modernen Facetten der Weimarer Republik und loten aus, welches demokratische Potenzial damit verknüpft war. Ebenso diskutieren wir, welche Fragen, die ausgehend von den neuen Entwicklungen angestoßen und verhandelt wurden, auch heute noch relevant sind.

Alles schon einmal da gewesen? Die Auseinandersetzung mit dem Berliner Antisemitismusstreit und den Argumentationsmustern der AfD fördert ein erstaunliches Déjà-Vu-Erlebnis zutage.

Referentin: Dr. Hannah Röttele (YLAB)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 11

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

„Deutschsein“, was ist das eigentlich? Sind das Socken in Sandalen, eine akkurat geschnittene Hecke und eine Sammlung von Gartenzwergen? Die Werbekampagne der Bundesregierung „Das ist sooo deutsch“, die im Herbst 2019 diese Bilder als ironische Zitate bemühte, zeigt zumindest eins: Die Frage „Was ist deutsch?“ ist in Deutschland wieder aktuell. Das hat mit einem erstarkenden Nationalismus und dem Aufstieg der AfD zu tun. Am Beispiel des Berliner Antisemitismusstreits der Jahre 1879-1881, in dem das Deutschsein in Abgrenzung zum Jüdischsein definiert wurde, lassen sich deutliche Parallelen zu heutigen Argumentationsmustern der AfD herausarbeiten. In diesem Seminar setzen wir uns mit dem Pamphlet „Die Juden sind unser Unglück“ (Heinrich Treitschke) auseinander und beschäftigen uns mit dem Antisemitismus im Kaiserreich, um davon ausgehend Alexander Gauland und Co. eine zeitgemäße Antwort auf die Frage „Was ist deutsch?“ geben zu können.

In der Erinnerungslandschaft in und um Imshausen werden Kriegerdenkmäler und andere Gedenkzeichen zum Sprechen gebracht.

Referentin: Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 11

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Die Erinnerung an Kriege ist in unseren Dörfern, Städten und Kirchen präsent. Oftmals werden Kriegerdenkmäler oder Gedenktafeln jedoch nicht bewusst wahrgenommen. Das hängt auch damit zusammen, dass eine aktive Erinnerung an die Menschen, die dort aufgeführt und durch Krieg oder Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind, inzwischen selten geworden ist. Am Beispiel der Erinnerungslandschaft in und um Imshausen lässt sich erleben, welche Fragen Kriegerdenkmäler oder Gedenktafeln bis heute aufwerfen: Denn in allen Epochen wird der Tod von Soldaten in den Dienst der Politik genommen. An konkreten Beispielen werden wir Symbolik, geschichtliche Entwicklung des Totenkults und dessen heutige Bedeutung – auch mit Blick auf die Nutzung der Denkmale – sichtbar machen.



Workshopangebote mit politischem Schwerpunkt für das Gymnasium
Sind wir internationalen Konflikten wirklich ausgeliefert? Das interaktive Lernspiel Civil Powker fördert die Auseinandersetzung mit zivilgesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten.

Referentin: Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott) und Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie e.V.

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 8

Wie lange? 9 bis 16 Uhr (6 Zeitstunden), individuelle Absprache möglich

Civil Powker zeigt auf spielerische Weise, dass die Zivilgesellschaft im Fall internationaler Konflikte nicht ohnmächtig ist, sondern ebenso wie Politik und Wirtschaft Handlungsmöglichkeiten besitzt, um Einfluss zu nehmen. Dass die Zivilgesellschaft, die Politik und die Wirtschaft nicht als unabhängige Interessengruppen existieren, sondern aufs engste miteinander verzahnt sind, erfahren wir, indem die Teilnehmer*innen als Repräsentanten dieser drei Gruppen in Verhandlungen treten. Wie sie sich in den Verhandlungen positionieren, ist dabei auch abhängig von ihren Interessen und den Werten, an denen sie sich orientieren.

Wie können wir durch unsere Kaufentscheidungen Einfluss auf Handels- und Produktionsbedingungen nehmen? Am Beispiel der Schokolade werden die Prinzipien des Fairen Handels und seine globalen Auswirkungen sichtbar gemacht.

Referentin: Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott) und Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie e.V.

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 8

Wie lange? 9 bis 13 Uhr, individuelle Absprache möglich

Schokolade ist lecker. Fast jede*r mag sie und genießt sie regelmäßig, aber kaum jemand weiß genau, woher die Rohstoffe kommen, aus denen sie besteht, und wie sie produziert wird. Auf eine interaktive, spielerische Weise erlaubt der Workshop einen Blick hinter die Kulissen. Am Beispiel von Kakao erfahren wir, wie der Wohlstand auf der Welt verteilt ist, wo und unter welchen Bedingungen Kakao angebaut und in welchem Land am meisten Schokolade konsumiert wird. Wir arbeiten heraus, dass mit Kaufentscheidungen auch Einfluss auf Handels- und Produktionsbedingungen genommen wird. Dabei vergleichen wir die Handels- und Produktionskette von Schokolade aus dem Fairen Handel mit einem herkömmlichen Produkt und untersuchen die Auswirkungen der Produktionsbedingungen auf das Leben der Menschen, die das jeweilige Produkt produzieren oder mit ihm handeln.

Könnte die Welt auch ganz anders aussehen? In diesem Workshop denken wir darüber nach, was erhalten, was abgeschafft, verändert oder ganz neu eingeführt werden soll.

Referentin: Michael Ohnesorge, Kommunikationstrainer und Referent für politische Bildung

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 9

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

„Utopien für Realisten“ heißt ein Bestseller des Niederländers Rutger Bregmann geschrieben wurde. In diesem streitet der Autor mit vielen Argumenten für wesentliche Änderungen der aktuellen Politik und des Wirtschaftssystems (15-Stunden-Woche, offene Grenzen, bedingungsloses Grundeinkommen). Ist dies aber gerecht und würden derartige Änderungen zu mehr Freiheit für alle führen? Bei diesem Workshop wollen wir über die Grenzen dessen hinausdenken, was als gesetzt und normal gilt: Wie ist unser Bild vom Menschen und wie stellen wir uns das Zusammenleben im Kleinen und im Großen vor? Ist ein Leben ohne Hunger, Not und Kriege und dennoch in Freiheit möglich? Und können wir sogar aus der Corona-Krise etwas lernen? Wir schauen uns verschiedene historische und aktuelle Utopien an, vor allem gibt es aber viel Raum für eigene Ideen und Gedanken über die Welt von Morgen.

In den Sozialen Medien verbreiten sich Informationen rasend schnell. Dabei ist es nicht immer einfach, zu erkennen, welche Meldungen glaubwürdig und welche falsch sind.

Referentin: Dr. Georg Koch (Historiker)

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 10

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

In diesem Workshop spüren wir Lügen, Gerüchte und Fälschungen auf und erklären sie aus ihrem geschichtlichen Kontext: Wer hat wann, warum falsche Informationen in Umlauf gebracht oder die Wahrheit zu seinen Gunsten verdreht? Die Spurensuche führt uns dabei über die Flüchtlingskrise und Donald Trump hin zu ägyptischen Pharaonen, römischen Kaisern und mittelalterlichen Päpsten, die bereits vor hunderten von Jahren Gründe fanden, ihre ganz eigene Wahrheit zu verbreiten.

Wie steht es um die liberale Demokratie? In diesem Workshop setzen wir uns damit auseinander, in was für einer politischen Ordnung wir leben wollen und was wir dafür tun können.

Referentin: Michael Ohnesorge, Kommunikationstrainer und Referent für politische Bildung

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 10

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Die liberale Demokratie, wie sie die Nachkriegsordnungen der Länder des sogenannten Westens und speziell der EU geprägt hat, ist durch populistische Bestrebungen und autoritär regierte Staaten in und außerhalb der EU unter Beschuss geraten. Was sind die Ursachen für die Legitimationsschwierigkeiten freiheitlicher Demokratien und was macht populistische Positionen und die Idee der „illiberalen Demokratie“ (Orban) heute für viele attraktiv? Gibt es einen Kernbestand freiheitlicher Ordnung und innerer Pluralität in unseren Gesellschaften, der unbedingt schützenswert ist, und falls ja, wie kann man ihn begründen und bewahren? In diesem Seminar wollen wir viel in Kleingruppen arbeiten, interaktive Gedankenspiele durchführen und auch einen Blick ins Grundgesetz werfen.

„Hetzjagd“, „Ankerzentrum“, „Flüchtlingswelle“, „Steuerlast“ – das sind Wörter aus der politischen Debatte. Beeinflussen sie unsere Gefühle und unser Denken – und wenn ja, wie?

Referentin: Michael Ohnesorge, Kommunikationstrainer und Referent für politische Bildung

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 10

Wie lange? 9 bis 16 Uhr, individuelle Absprache möglich

Nicht immer ist uns bewusst, dass mit der Verwendung bestimmter Wörter ein Begriffsrahmen verknüpft ist, der mit einem bestimmten Deutungshorizont einhergeht. In diesem Workshop setzen sich die Teilnehmer*innen mit „Frames“, Begriffen und Bildern auseinander, die unsere Gefühle, unser Denken und unsere Entscheidungen stark beeinflussen können. Es wird gezeigt, dass sie nicht zufällig geschaffen werden, sondern dass mit ihnen Politik gemacht wird und dass sie häufig eingesetzt werden, um Ängste oder gar Hass zu schüren. Spielerisch erkunden die Teilnehmer*innen, wie Sprache das Denken beeinflusst und machen sich so mit aktuellen Erkenntnissen aus Kognitionswissenschaft und Verhaltensökonomie vertraut; sie legen offen, welche Strategien populistische Gruppierungen mit ihrer Wortwahl verfolgen und diskutieren, welche Wortwahl sie von Medien erwarten, die auf objektive Berichterstattung und nicht auf Meinungsmache abzielen. Ebenso werden sie selbst kreativ und „sprachmächtig“, indem sie sich auf die Suche nach eigenen Metaphern und „Frames“ machen, um Positionen auszudrücken oder zu verstärken.

Wir denken über eine Alternative zum gewinn- und wachstumsorientierten Wirtschaften nach und sehen uns an, wie sich diese in der Praxis umsetzen lässt.

Referentin: Ute Janßen (Stiftung Adam von Trott) und Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie e.V.

Für wen? Schüler*innen ab Klasse 11

Wie lange? Drei aufeinanderfolgende Projekttage oder kürzer, individuelle Absprache möglich

Wir wollen uns mit dem Ansatz der „Solidarischen Ökonomie“ als einer Wirtschaftsweise auseinandersetzen, in der Markt und unbegrenztes Wachstum eine weniger große Rolle spielt, als dies gegenwärtig bei uns der Fall ist. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit Organisationsformen wie den Genossenschaften und denken darüber nach, wie eine Schülerfirma aussehen könnte, die genossenschaftlich organisiert ist. Unserer theoretischen Auseinandersetzung schließen sich konkrete Beispiele aus der Praxis an. Im Rahmen eines Exkursionstages werden verschiedene Unternehmen in der Umgebung besucht, die schon heute nach den Prinzipien der „Solidarischen Ökonomie“ arbeiten (z.B. den Weltladen, die „Berglandkräuter“, die Schülergenossenschaft „Genoscolar“). Abschließend erarbeiten wir eine Präsentation und laden dazu Interessierte ein.



Workshopangebot mit politischem Schwerpunkt für Personen ohne Schulabschluss, Schüler*innen im Übergangssystem oder an Hauptschulen
Muss die Beschäftigung mit Europa und der Europäischen Union immer trocken sein? Hier werden wir neue Wege beschreiten, um Schüler*innen im Übergangssystem oder an Hauptschulen für Europa und die Europäische Union zu sensibilisieren.

Referentin: Märthe-Maria Stamer (Universität Göttingen)

Für wen? Personen ohne Schulabschluss, Schüler*innen im Übergangssystem oder an Hauptschulen

Wie lange? Zwei Schultage (ca. 8 bis 13 Uhr)

Die Beschäftigung mit Politik schließt die europäische Dimension heute zwangsläufig mit ein. Dieser Workshop zum Thema Europa und Europäische Union (EU) wurde speziell für Personen konzipiert, die von den traditionellen Formaten in der politischen Bildung nur schwer erreicht werden. Die Teilnahme ist voraussetzungsarm, auf textlastige Elemente wird verzichtet. An zwei Tagen werden anschaulich die Grundlagen der EU erarbeitet, z.B. Geschichte, Aufbau, Institutionen und Funktionsweise der EU. Ein besonderer Fokus liegt auf der Herstellung von Bezügen zwischen der Lebenswelt der Teilnehmenden und der EU. Kern des Workshops ist ein Planspiel, in dem Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene simuliert werden. Den Abschluss des Workshops bildet ein Gespräch mit einer europapolitisch aktiven Person, die einen Einblick in ihr europapolitisches Engagement gibt und für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung steht.