Interview mit Matthias Schreblowski über Adobe-Connect Webkonferenzen



Informationen zum Lehrenden:

Name: Matthias Schreblowski

Fakultät/Institut: Lehrstuhl Organisation und Unternehmensentwicklung von Professorin Indre Maurer

Lehrveranstaltung: Grundlagen der Verhandlungsführung (Blockseminar)

Durchführungszeitpunkt der Lehrveranstaltung: SoSe2018, 23.07.




Wie haben Sie von der Adobe-Connect Webkonferenzen erfahren?
Durch Frau Dr. Damla Yildirim vom Service für Digitales Lernen und Lehren.

Wie kamen Sie zum Thema „Einsatz von Adobe Connect Webkonferenzen in der Präsenzlehre für die Durchführung von Teamverhandlungen und deren Beurteilung“ innerhalb des Blockseminars „Grundlagen der Verhandlungsführung“ bzw. was hat Sie motiviert Adobe Connect Webkonferenzen in Ihre Lehre einzuführen?
Das Seminar Grundlagen der Verhandlungsführung ermöglicht den Studierenden, modernes Wissen zur Verhandlungsführung aufzubauen und ihr Verhandlungskönnen in verschiedenen Simulationen auszuprobieren. In der Praxis werden heute bereits viele Verhandlungen per Web-Konferenz geführt. Der Grund: Um persönlich zu verhandeln, müsste ein Team anreisen. Dies kann nicht nur mit hohen Kosten verbunden sein, sondern auch mit einem hohen Aufwand an Zeit und Organisation. Hinzukommt: Oft müssen Gespräche zeitnah durchgeführt werden - etwa wenn für ein Problem schnell eine Lösung gefunden werden muss, die nur durch eine Verhandlung gefunden werden kann. Eine Webkonferenz lässt sich schnell organisieren, ein persönliches Treffen erfordert mehr Zeit. Um eine Web-Konferenz im Seminar simulieren zu können, war eine entsprechende Software erforderlich.

Gab es eine Problemstellung/Veränderung/Notwendigkeit, die Sie motiviert hat Adobe Connect einzusetzen?
Die Notwendigkeit für Adobe-Connect bestand in der Art des Szenarios: Zwei Verhandlungsteams mit jeweils drei Personen sitzen getrennt voneinander in zwei Räumen und führen eine Verhandlungssimulation durch per Web-Konferenz. Die Gruppe der Feedbackgeber/innen sitzt in einem 3. Raum und beobachtet die beiden Verhandlungsteams bei der Web-Konferenz. Die Verhandlungsteams wiederum können die Feedbackgeber/innen nicht sehen. Mit Adobe-Connect war die Umsetzung dieses Szenarios möglich.

Warum haben Sie sich für diese Technologie (Adobe Connect) entschieden?
Neben der Art des Szenarios und der leichten Bedienbarkeit der Software war es vor allem die Tatsache, dass Frau Dr. Yildirim eine Expertin für den Einsatz von Adobe-Connect ist und sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Umsetzung des Szenarios tatkräftig unterstützt hat.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Methode, die Sie für die Teamhandlungen via Adobe Connect eingesetzt haben?
Die Methode hat sich als richtig herausgestellt. Es war u.a. wichtig, dass die Feedbackgeber/innen nicht in den Räumen der Verhandlungsteams saßen. So bleibt das Szenario realistisch. Die Studierenden waren sehr offen für die Idee, per Web-Konferenz zu verhandeln und die Teams zu beobachten. Das Fazit war: Wenn möglich, sollte auch zukünftigen Teilnehmenden die Chance gegeben werden, einmal im Blockseminar „online“ zu verhandeln.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Adobe Connect? (technische Komponente).
Adobe Connect ist die geeignetste Software. Doch damit das Szenario funktioniert, ist eine entsprechende Hardware erforderlich. In diesem Fall waren zusätzliche Kameras und Mikrofone für die Verhandlungsteams notwendig. Die Kameras, da die eingebauten Kameras an den Laptops einen zu kleinen Winkel haben, um ein Team von 3 nebeneinander sitzenden Personen ganz zu zeigen. Die externen Mikrofone, um eine entsprechende Sprachqualität sicherzustellen. Die gesamte technische Ausrüstung wurde durch den Service für digitales Lernen und Lehren gestellt. Ohne diese Ausrüstung wäre die Web-Konferenz in dieser Qualität nicht möglich gewesen.

Wie hat sich die Lehrveranstaltung verändert? (im Vergleich zu vorher?)
Der Nutzen für die Studierenden hat sich erhöht, da sie nicht nur klassische Verhandlungssimulationen durchgeführt haben, sondern jetzt auch eine per Web-Konferenz mit der entsprechenden Selbstreflexion und dem entsprechenden Feedback.

Wie reagieren Ihre Studierenden auf diese Veränderungen? Gab es Verständnisprobleme? Gab es technische Probleme?
Die Studierenden haben durchweg positiv reagiert und sehr engagiert mitgearbeitet. Es gab weder Verständnis- noch Technikprobleme.

Was war die Herausforderung? Welche Stolpersteine gab es während der Vorbereitung des Szenarios? (technisch / didaktisch)
Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit dem e-learning Service gab es keine Herausforderungen bzw. die Stolpersteine (z.B. Weniger gute Sprachqualität bei den Laptop-Mikrofonen) wurden vom e-learning Service aus dem Weg geräumt.

Haben Sie unser Beratungs- und Schulungsangebot und in diesem Fall kennengelernt bzw. verwenden können?
Ja. Ohne die Beratung und das Schulungsangebot hätte diese Video-Konferenz nicht stattfinden können. Der zeitliche Aufwand, alleine ein solches Szenario umzusetzen (z.B. Auswahl einer geeigneten Software, Einrichtung einer Testumgebung unter Seminarbedingungen im Vorfeld, Organisation, Transport und Auf- und Abbau der Technik am 2. Seminartag), hätte den Rahmen bei dieser Veranstaltung gesprengt.

Würden Sie den Einsatz der Adobe Connect in der Präsenzlehre für die Durchführung solcher Rollenspiele auch anderen Dozierenden empfehlen? Wenn ja, warum? Wenn nicht, warum?
Ja, wenn 2 Bedingungen erfüllt sind. 1. Es ist wieder eine entsprechende Unterstützung durch den e-learning-Service möglich und 2. die Beschäftigten der Raumvergabe ermöglichen es wieder, 3 Räume nebeneinander zu belegen. Gerade der letzte Punkt hört sich banal an, ist aber in seiner Bedeutung für die Umsetzung nicht zu unterschätzen. Alleine das Auf- und Abbauen der Technik konnte so effizient geschehen. Zu den Gründen. Aus meiner Sicht gibt es mehrere Gründe. Ein wichtiger Grund ist, den Studierenden praktische Erfahrungen zu ermöglichen, die später im Berufsleben relevant sind. Ein zweiter Grund besteht darin, dass die Studierenden selbst überprüfen können, welche Vor-, aber auch welche Nachteile bei Verhandlungen per Web-Konferenzen entstehen können. Ein dritter Grund ist ein persönlicher. Es macht auch einfach Spaß, eine bestehende Lehrveranstaltung weiter zu verbessern und mit den Studierenden neue Wege zu gehen. Wenn am Ende die Resonanz bei allen Beteiligten so positiv ist und der Lernerfolg da ist, so ist das natürlich doppelt schön und motiviert, sich weiter mit der Digitalisierung der Lehre auseinanderzusetzen.