Philosophische Fakultät

Kurzportrait der Fakultät
Geistes- und Kulturwissenschaften in Göttingen


Die Philosophische Fakultät bündelt die geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer der Universität Göttingen. „Kultur“ wird an der Fakultät als Summe aller Dinge und Vorstellungen verstanden, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte geschaffen hat und zur eigenen Sinnstiftung nutzt: Sprache, Bilder, Klänge, soziale Regeln, Religionen, Ästhetik, das Nachdenken über die eigene Existenz, aber auch das Überschreiten von Grenzen durch Wissenschaft und Welterkundung.

Mit 90 Professuren, über 4000 Studierenden und mehr als 40 Studienfächern mit über 300 Kombinationsmöglichkeiten ist sie die größte Fakultät in Göttingen. Sie belegt regelmäßig Spitzenplätze in deutschlandweiten und internationalen Rankings. Die herausragenden Forschungsleistungen ihrer Mitglieder enthalten wichtige Beiträge zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten, wie denen über Migration, Religion oder das Zusammenleben von Kulturen.

An den 28 Seminaren und Instituten und in neun wissenschaftlichen Sammlungen werden Fragen der Geistes-, Kultur- und Religionsgeschichte ebenso untersucht wie zahlreiche europäische und außereuropäische Kulturen, Sprachen und Literaturen. Die Vielfalt der vertretenen Disziplinen und Themen ermöglicht es, ein weites Spektrum an Zeugnissen und Prozessen menschlicher Kultur in historischer Tiefe und globaler Breite abzudecken.

Ihre internationale Atmosphäre verdankt die Fakultät ihren über 500 ausländischen Studierenden, Promovierenden und Gastwissenschaftler*innen, einer großen Anzahl an europäischen und außereuropäischen Philologien sowie zahlreichen internationalen Kooperationen in Lehre und Forschung.



Was uns auszeichnet


Ihre internationale Atmosphäre verdankt die Fakultät ihrem Fächerspektrum, ihren über 500 ausländischen Studierenden, Promovierenden und Gastwissenschaftler*innen sowie zahlreichen internationalen Kooperationen in Lehre und Forschung.

Die Philosophische Fakultät und ihre Seminare und Institute unterhalten derzeit über 200 Partnerschaften und Kooperationen mit Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen weltweit. Dazu gehören Partnerschaftsverträge mit der University of California (Berkeley, USA), der University of Edinburgh (Vereinigtes Königreich) sowie einer ganzen Reihe von chinesischen Universitäten. In Russland bestehen u. a. Kooperationen mit den bedeutendsten Universitäten des Landes, der Lomonosov-Universität (Moskau) und der Staatlichen Universität in St. Petersburg.

Besondere internationale Sichtbarkeit besitzt die Philosophische Fakultät derzeit im Bereich der Deutschen Philologie, der Geschichtswissenschaften, der transdiziplinären Religionsforschung, in der transregionalen Erforschung moderner und vormoderner Kulturen vom Mittelmeerraum bis Ostasien sowie auch hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinstrument.

Aktuell wird das Angebot an Double Degree-Studiengängen sowie Cotutelle-Pogrammen und gemeinsamen Promotionen ausgebaut. Darüber hinaus hat die Philosophische Fakultät 2017 Stipendien für verfolgte Wissenschaftler*innen („Researchers at Risk“) ausgeschrieben, die 2018 erstmals vergeben wurden.

Die Philosophische Fakultät der Universität Göttingen ist eine der leistungsstärksten geistes- und kulturwissenschaftlichen Vollfakultäten in Deutschland. Die Vielfalt der an der Fakultät vertretenen Disziplinen und Themen ermöglicht es, ein weites Spektrum an Zeugnissen und Prozessen menschlicher Kultur in historischer Tiefe und globaler Breite abzudecken.

Ihre Vielfalt setzt sich zusammen aus einer Fülle von europäischen und außereuropäischen Philologien, Geschichtswissenschaften, objekt- und kunstbezogenen Fächern, kulturwissenschaftlichen Disziplinen und der Philosophie. Das zeitliche Spektrum der vertretenen Disziplinen erstreckt sich von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart.

Eine Besonderheit der Fakultät in der deutschen Universitätslandschaft ist die hohe Anzahl „kleiner“ und seltener Disziplinen mit alter Fachgeschichte. Außergewöhnlich ist zudem ihr ausgeprägtes eurasisches Profil mit umfangreicher Expertise in den Sprachen und Kulturen Europas, des Mittelmeerraums und Asiens.

Die Philosophische Fakultät ist eine der Gründungsfakultäten der Universität Göttingen. Disziplinen wie Altertumswissenschaften, Archäologie, Germanistik oder Kunstgeschichte, die heute weltweit gelehrt werden, wurden zuerst in Göttingen als Lehrstühle etabliert. Größen wie Jacob und Wilhelm Grimm, Dorothea Schlözer und Jürgen Habermas haben an der Fakultät studiert.

Heute ist die Philosophische Fakultät mit rund 4000 Studierenden die größte Göttinger Fakultät und zählt zahlreiche internationale Expert*innen zu ihren 90 Professor*innen. Ihr Herzstück ist das bundesweit einmalige Kulturwissenschaftliche Zentrum (KWZ). Seit 2012 vereint es zahlreiche geistes- und kulturwissenschaftliche Institute und Seminare sowie die Bereichsbibliothek Kulturwissenschaften mit ihren über 750.000 Titeln unter einem Dach.

Das Thema Digitalisierung wird an der Fakultät großgeschrieben: Neben dem Göttinger Centre for Digital Humanities (GCHD) laufen aktuell verschiedene Projekte, die digitale Inhalte und Methoden in die Lehre integrieren. 2018 wird zudem ein neues „Institut für Digital Humanities“ in der Fakultät gegründet, das exemplarisch die Bereiche „Text“, „Sprache“ und „Objekte“ adressiert. Ein entsprechender Masterstudiengang ist in Planung.

Ganz dem Motto der Universität, in publica commoda („Zum Wohle Aller“), zeichnen sich auch Lehre und Forschung an der Philosophischen Fakultät durch eine Sensibilität für gesellschaftlich relevante Themen und Fragestellungen aus.

Durch ihren Versuch, menschliches Handeln in gegenwärtigen und fernen Zeiten und Räumen zu verstehen, tragen die Geistes- und Kulturwissenschaften entscheidend dazu bei, dass wir uns der Voraussetzungen bewusst werden, unter denen wir selbst denken und werten – eine elementare Fähigkeit für eine tolerante und pluralistische Welt von heute und morgen.

Ein Beispiel für solche Arbeiten an der Fakultät ist zum Beispiel das Labor kritische Migrations- und Grenzregimeforschung. Zur Präsentation von Projekten und Forschungsergebnissen in der Öffentlichkeit nutzen Fakultätsangehörige verschiedene allgemein gut zugängliche Formate, wie Ausstellungen – auch außerhalb der Universität – und Beiträge in klassischen und sozialen Medien.




Unsere thematischen Schwerpunkte


Die Fakultät hat ein klares eurasisches Profil und verfügt damit über weitreichende und vielfältige Expertise zu Europa und den Mittelmeerraum bis nach Ostasien – einem Verdichtungsraum von Hochkulturen, Weltreligionen, Ethnien und Sprachen, der derzeit in den verstärkten Bemühungen um eine global history intensiv diskutiert wird.

Dieses Profil hat sich über lange Jahre in verschiedenen Zentren, Verbünden und Studiengängen stabilisiert. Kein Wunder: Wer heute eine Tageszeitung aufschlägt, hat mit dem Kompetenzbereich einer*eines Turkolog*in, Arabist*in, Migrationsforscher*in oder Ostasienexpert*in weitaus mehr zu tun als noch vor 30 Jahren.

Mit einer historische Tiefe von den Altertumswissenschaften bis zu den Herausforderungen der Gegenwart ist die Philosophische Fakultät Göttingen deutschlandweit eine von nur vier Universitäten, die eine derartig breiten zeitlichen und geografischen Raum abdeckt.

Mosaik

Besondere thematische Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen in den Bereichen

In den Jahren 2015-2017 wurde, hervorgehend aus verschiedenen Zentren und Verbundprojekten, ein fakultätsübergreifender Clusterantrag zum Thema „The Making and Unmaking of the Religious“ auf den Weg gebracht, an dem zehn Principal Investigators und weitere assoziierte Forscher*innen der Philosophischen Fakultät beteiligt sind. Ziel des Clusters ist eine transdisziplinär ausgerichtete Religionsforschung, die von einem offenen Religionsbegriff ausgeht und Praktiken der Regulierung, Grenzziehung und diskursiven Aushandlung des Religiösen ins Zentrum rückt. Im September 2017 wurden die Antragsteller*innen zum Vollantrag aufgefordert, wobei man dem Vorantrag wie dem beteiligten Forscherkonsortium „hohe internationale Sichtbarkeit“ attestierte.

Die Philosophische Fakultät nimmt diese Entscheidung zum Anlass, die transdisziplinäre und transregionale Religionsforschung in der künftigen Strukturpolitik durch gezielte Berufungen zu einem international sichtbaren Fakultätsschwerpunkt auszubauen. Geplant sind zusätzliche Professuren zum rabbinischen Judentum und zur Buddhismusforschung sowie die Neueinrichtung eines „Instituts für Jüdische Studien“. Ergänzend soll auch die Turkologie ab 2022 auf eine moderne Türkeiforschung mit religionswissenschaftlichem Schwerpunkt ausgerichtet werden.


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Zur Profilbildung der Fakultät in diesem Bereich tragen vor allem die Forschungsbeiträge aus den Fächern Arabistik/Islamwissenschaft, Modern Indian Studies, Ostasienwissenschaften, Iranistik, Turkologie und Altertumswissenschaften bei. Institutionalisiert sind diese im Centrum Orbis Orientalis et Occidentalis (CORO) – Zentrum für Antike und Orient, im Centre for Modern East Asian Studies (CeMEAS) sowie im Centre for Modern Indian Studies (CeMIS). Darüber hinaus gibt es mehre transregional angelegte Studiengänge.

Das Centrum Orbis Orientalis et Occidentalis - Zentrum für Antike und Orient ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die gemeinsam von der Georg-August-Universität Göttingen und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen getragen wird. Dem Zentrum gehören Wissenschaftler*innen der Philosophischen und der Theologischen Fakultät an. Sein besonderes Profil besteht in der Konzentration auf das Phänomen von Religion in den antiken und orientalischen Kulturen von den Anfängen bis zum klassischen Islam, mit Perspektiven bis in die Gegenwart.

Das Centre for Modern Indian Studies widmet sich in Forschung und Lehre der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des modernen Indien. Im Mittelpunkt der Forschungsinteressen von sechs Professor*innen sowie mehr als 25 wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und Doktorand*innen aus den Disziplinen Geschichte, Politikwissenschaft, Religionswissenschaft, Ethnologie, Entwicklungsökonomie sowie Ethnologie des Gesundheitswesens stehen die Themenfelder „Metamorphosen des Politischen“, „Religion“, „Ungleichheit und Diversität“, „Arbeit und Kapital im modernen Indien“ sowie „Medien und Öffentlichkeiten“.

Ziel des Centre for Modern East Asian Studies ist es, Entwicklungen im ostasiatischen Raum der Moderne zu erforschen, insbesondere auch über traditionelle disziplinäre Grenzen hinweg. Daher ermöglicht das Zentrum multi-regionale und multi-disziplinäre Forschungsvorhaben und versammelt die Expertise verschiedener Disziplinen und der Area Studies. Hauptthemenfelder sind: Staat und Markt im zeitgenössischen Ostasien, Nation und Denken im modernen Ostasien, Ländliches China, Recht in China sowie Umwelt und öffentlicher Raum in Ostasien.


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In den Literaturwissenschaften hat sich in den vergangenen Jahren das Göttinger Modell einer post-nationalen Synthese der Philologien herausgebildet. Die Verwurzelung in den philologischen Grundlagen der einzelnen Sprachen wird hier mit transnationalen Perspektiven verbunden.

Das spiegelt sich beispielsweise wider in der Etablierung des neuen B.A.-Studiengangs „Weltliteratur“ (2018), der Beteiligung von Göttinger Wissenschaftler*innen am Institute for World Literature (Harvard) und der Mit-Konzeption der neuen, komparatistisch ausgerichteten „Literaturwissenschaftlichen Symposien“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch den Göttinger Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Detering.


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Ein Schwerpunkt der Fakultät liegt auf der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Objekten, Kunstwerken, Musik und Film in Fächern wie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, klassischer/frühchristlicher Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Geschichtswissenschaft oder Kulturanthropologie.

2016 wurde eine Professur zu „Materialität des Wissens“ eingerichtet, die die Verzahnung dieser Fächer mit Fragestellungen anderer Disziplinen (Ding-Geschichte, visuelle Anthropologie, material culture etc.) weiter fördern und helfen wird, das hermeneutische Potential von Objekten als Leitfrage der Geistes- und Kulturwissenschaften in der Fakultät zu stärken.

Die Aktivitäten in diesen Bereichen schlagen sich nieder in sammlungs- und wissenschaftsgeschichtlichen Drittmittel- und Transferprojekten, der Beteiligung am Sonderforschungsbereich „Bildung und Religion“, dem Graduiertenkolleg „Wissen | Ausstellen“ sowie am Clusterantrag zur Exzellenzinitiative zum Thema „The Making and Unmaking of the Religious“.

Die Bestände der neun Sammlungen der Fakultät werden nach und nach digitalisiert und Teil des neu entstehenden „Forum Wissen“ sein, dem zukünftigen Wissensmuseum der Georg-August-Universität. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit fast allen großen Museen in der Umgebung (u. a. Kassel, Braunschweig, Hannover, Hildesheim)


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Der Schwerpunkt „Sprache, Kognition und Wissen“ bündelt die Aktivitäten der sprachwissenschaftlichen Professuren der Fakultät und erfasst deren Vernetzungen mit den Professuren der Literaturtheorie, Psychologie der Sprache, Sprachphilosophie und den Digital Humanities. Er ist damit Teil des universitären Forschungsschwerpunkts „Sprache und Kognition“, der sich der Erforschung der kognitiven Sprachfähigkeit des Menschen und der prozeduralen Verarbeitung von Sprache und Text widmet.

Die vollzogene Ausweitung des Untersuchungsgegenstandes von Wort- und Satzstrukturen auf (literarische) Texte prägt das Göttinger Profil und bildet zugleich die Basis für die international sichtbare und bundesweit alleinstellende Zusammenarbeit zwischen Grammatiktheorie, Literaturtheorie, Theoretischer Philosophie und Kognitionspsychologie. Ein interdisziplinäres Zentrum zu „Textstrukturen: Analyse und Verarbeitung“ ist in Planung.


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