CORO - Abteilung Lehre II - Antike Kulturen

Seminar für Altorientalistik
Das Seminar der Altorientalistik befasst sich mit dem kompletten Vorderen Orient in einer Zeitspanne von 3000 v. Chr. bis zur Zeitenwende. Dabei steht in Göttingen besonders die literaturgeschichtliche Erschließung der akkadischen Literatur und die Edition sumerisch-akkadischer Bilinguen (lexikalische Listen, Beschwörungen) in Vordergrund.
Zusammen mit uns lernen sie die Älteste uns bekannte Schrift, das Sumerische kennen und die Auswirkungen der Kultur auf Ost und West. Durch die unglaubliche Masse an unpubliziertem Material kann man schon früh in die Forschung einsteigen.
Durch die Mitgliedschaft in CORO ist das Fach in zahlreiche interdisziplinäre Forschungsansäze eingebunden. Die im Seminar beheimatete Mythenbibliothek, bietet zudem eine besondere Möglichkeit die antiken Mythen mit deren Wandel und Rezeption kennen zu lernen.

Seminar für Ägyptologie und Koptologie
Das Studium der Ägyptologie verbindet Philologie und Archäologie zur Forschung der altägyptischen Kultur. Dazu zählen verschiedene Sprach- und Schriftstufen von Altägyptisch bis hin zu Demotisch und Koptisch, die Denkmälerkunde, Religion, Chronologie, Literatur sowie die ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen der altägyptischen Kultur.
In Göttingen hat sich die Koptologie als Teilgebiet der Ägyptologie als eignen Fach etabliert; sie erforscht das christliche Ägypten, im wesentlichen vom 3. bis zum 10 Jh. v. Chr., und beschäftigt sich neben der Sprachgeschichte (Koptisch) mit den archäologischen Hinterlassenschaften, religions- und kirchengeschichtlichen Aspekten sowie der Wirtschafts-, Sozial- und Rechtsgeschichte.
Forschungsschwerpunkte des Göttingers Seminars sind die Sprachforschung, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie die Religionsgeschichte.

Seminar für Ur- und Frühgeschichte
Die Ur- und Frühgeschichte ist eine historisch arbeitende Kulturwissenschaft. Ausgehend von materiellen Überresten erforscht sie Umwelt, Wirtschaft und soziale Organisationsformen der frühen Menschheit, ebenso wie Kunst, Brauchtum und Religion.
Ihr Ziel ist somit die Analyse und Rekonstruktion kulturgeschichtlicher Zusammenhänge und Entwicklungsprozesse über den zeitlich-räumlichen Rahmen schriftlicher Überlieferung hinaus.
Das Arbeitsfeld der Ur- und Frühgeschichte beginnt mit dem auftreten des Menschen und endet zeitlich und räumlich dort, wo neben den Bodenfunden in erheblichen Umfang schriftliche Quellen treten.

Althistorisches Seminar
Das Fach Alte Geschichte behandelt die Hochkulturen der mediterran-vorderasiatischen Weltregion vom 3. / 2. Jahrtausend v. Chr. Bis zum Eroberungszug der muslimischen Araber (638 n. Chr. ); den Kernbereich bildet die griechisch-römische Antike von der Herausbildung der hellenistischen Poliskultur im 8 Jh. v. Chr. bis zur Spätantike / Frühmittelalter.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt in der staatsrechtlicher Forschung, der frühgriechischen Geschichte, der attischen Demokratie und der römischen Expansion in Germanien.
Forschungsschwerpunkte hat das Seminar im griechischen Städtewesen, der späten römischen Republik, der Antike, der Religionsgeschichte, dem Schwarzmeerraum in der Antike, das römische Gallien sowie Juden und Christen im Altertum

Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse
Das Archäologische Institut der Universität Göttingen verfügt über die seit 1767 bestehende und somit älteste universitäre Abguss-Sammlung der Welt. Mit mehr als 2.000 maßstabsgetreuen Reproduktionen antiker Skulpturen aus über 150 Museen zählt sie auch heute noch zu den größten Einrichtungen ihrer Art. Die Exponate entstammen vor allem dem griechischen und römischen Kulturkreis und wird weiter kontinuierlich ausgebaut. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte des antiken Porträts und auf der Skulptur des Hellenismus.
Die Sammlung ist jeden Sonntag von 10-16 Uhr offen und biete im Rahmen der "Sonntagsspaziergänge" verschiedenen Rundgänge und Vorträge vor Ort an.
Das »Virtuelle Antikenmuseum Göttingen« erschließt sämtliche Abgüsse in Form einer breit angelegten Internetpräsentation. Außerdem besitzt das Archäologische Institut sowohl ein umfangreiches Münzkabinett mit ungefähr 40.000 griechischen, römischen, byzantinischen, mittelalterliche, orientalische und neuzeitliche Münzen und Medaillen als auch eine vielseitige Sammlung archäologischer Originalwerke. Diese enthält archäologische Funde vor allem aus dem griechischen, etruskischen und römischen, daneben auch aus dem ägyptischen und vorderasiatischen Kulturraum: Vasen, Marmorskulpturen, Bronzestatuetten und -geräte, Terrakottafiguren, Glasgefäße und vieles mehr.

Seminar für Klassische Philologie
Die Klassische Philologie beschäftigt sich mit den Sprachen Latein und Altgriechisch sowie literarische Zeugnissen der griechischen und römischen Antiken von den Epen Homers ( 8. Jh. v. Chr.) bis zum Beginn des Mittelalters (6. Jh. n. Chr.). Zudem gehört zum Seminar auch eine Abteilung für die Fachdidaktik der Altensprachen.
Ausreichende Kenntnisse der beiden Sprachen sind Voraussetzung. Diese können, soweit nicht in der Schule oder anderweitig erworben, in den Sprachkursen des Seminars nachgeholt werden.
Die Klassische Philologie in Göttingen hat eine besonders weit zurück reichende Tradition, die v.a. durch Christian Gottlob Heyne repräsentiert wird.

Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte
Die Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte mit der Zeit des frühen Christentums in ihrer materiellen Hinterlassenschaft, d.h. unter Einschluss der profanen und der nicht-christlichen religiösen Monumente der Spätantike. Geographisch wendet sich das Fach allen römischen Reichs- und weiteren Nachbargebieten zu. Chronologisch beenden Erscheinungen wie der Arabersturm (7. / 8. Jh.) oder im Westen spätestens der Beginn der Romantik (10. Jh.) den Untersuchungszeitraum; nur im byzantinischen Gebiet werden sinnvollerweise die Zeugnisse bis zum Ende des Oströmischen Reiches (1453 n. Chr.) mit einbezogen.
Die Christliche Archäologie hat eine prekär-chancenreiche Mittlerrolle zwischen Klassischer Archäologie, Provinzialrömischer Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Theologie (insbesondere Kirchengeschichte) und Byzantinistik. Mit ihren historisch-kulturkundlichen Nachbarfächern teilt sie die Mission (Denkmäler erfassen und schätzen, Geschichte darstellen und erklären, Kulturbewusstsein festigen), die Methoden (Erschließung, Dokumentation, Bauanalyse, Ikonographie, Stilkritik) und die Gattungsaufteilung (Architektur, Malerei, Skulptur usw.), wobei sie auch nicht-künstlerische Relikte einbezieht, speziell Inschriften, Sepulkral-, Wohn- und Industrieanlagen sowie Handwerkliches.
Die Bibliothek zählt deutschlandweit zu den umfangreichsten der Christlichen Archäologien. Eine Digitalisierung der Bestände hat bereits begonnen.
Einmal im Jahr bietet die Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte eine große, mindestens 14-tägige Exkursion an. Mitunter werden zusätzlich noch eine kleine Exkursion veranstaltet sowie einzelne Tagesexkursionen.

Institut für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchengeschichte
Im Mittelpunkt von Lehre und Forschung des Lehrstuhles für Ökumenische Theologie und Orientalische Kirchen- und Missionsgeschichte stehen die christlichen Kulturen des Vorderen Orients bzw. Mittleren Ostens. Dabei befasst sich die Abteilung im Institut für Spezialforschungen auch mit Themen, die in Europa heute von aktueller gesellschaftlicher und politischer Relevanz sind: Orientalisch-okzidentale Interaktion (besonders mit Blick auf Migranten und orientalische Minderheitskulturen in Europa), Orthodoxie und christlich-islamische Koexistenz in Perspektive auf Europa.
Durch den missionsgeschichtlichen Schwerpunkt werden auch jene grundsätzlichen Fragen berücksichtigt, die bei der Begegnung mit fremden Kulturen auftraten und die heute in den Kirchen und Theologien der außereuropäischen Welt ihren Ausdruck gefunden haben.

Seminar für Altes Testament
Die Schwerpunkte des Seminars für Altes Testament sind neben der Theologie des Alten Testaments auch die Literatur- und Theologiegeschichte, sowie die Geschichte Israels und des Judentums in persischer und hellenistischer Zeit und die Theologie des Alten Testaments, dem Psalter und der Weisheit sowie der altorientalischen und antiken Religionsgeschichte.
Abendfalls dem Seminar zugeordnet ist die Septuaginta-Forschung (Göttinger Septuaginta-Edition), Quman-Forschung (Qumran-Wörterbuch u.a.), Biblische Theologie und die verschiedenen Spezialgebiete der Emeriti .

Seminar für Neues Testament
Die Neutestamentliche Wissenschaft an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen erforscht das Neue Testament als die Ur-Kunde des Christusglaubens, wie sie auf der Basis der Heiligen Schriften Israels, im Kontext des antiken Judentums und in Auseinandersetzung mit der hellenistisch-römischen Welt formuliert wurde. Diese Wissenschaft vollzieht sich demnach im Spannungsfeld von religionsgeschichtlicher Perspektive, in der das Neue Testament zunächst die Schriftensammlung einer jüdischen Splittergruppe, sodann die Gründungsurkunde einer Weltreligion darstellt, und theologischer Sicht, der zufolge es Gottes Offenbarung in der Person Jesus Christus auf grundlegende Weise bezeugt.
Forschungsschwerpunkte sind neben der Auslegung des NT im Kontext außerbiblischer Befunde (Exegese verbunden mit religionsgeschichtlichen Fragestellungen),auch Studien zum antiken Judentum und die Erschließung der hellenistischen Kultur und Geistesgeschichte als Kontext der frühchristlichen Theologie(n). Das Ziel solcher Forschungen ist bei aller sorgfältigen philologischen, historischen und religionsgeschichtlichen Arbeit letztlich ein theologisches: Die biblischen Texte sollen für die Gegenwart erschlossen werden, nicht zuletzt auch als wesentlicher Bezugspunkt des christlich-jüdischen wie überhaupt des interreligiösen Gesprächs.